Reisebüros und Veranstalter nähern sich Vor-Krisen-Niveau

| Tourismus Tourismus

Die Reisebranche in Deutschland arbeitet sich dank starker Nachfrage im Sommer aus dem Corona-Tief. Nach Einschätzung des DRV dürften Reisebüros und Veranstalter in der zu Ende gehenden Sommersaison (Mai bis Oktober) das Umsatzniveau der Vor-Corona-Zeit 2019 annähernd erreichen.

«Die deutlich angezogene Nachfrage in den vergangenen Monaten zeigt, dass die Reisewirtschaft auf Erholungskurs, aber noch längst nicht über den Berg ist», erläuterte DRV-Präsident Norbert Fiebig am Mittwoch in Berlin. Die Wintersaison, die noch von Corona-Reisebeschränkungen geprägt war, verhagelt allerdings die Bilanz des gesamten Touristikjahres 2021/22.

Bei Buchungen bis einschließlich Ende August ergibt sich demnach noch ein Umsatzminus von 14 Prozent gegenüber dem Gesamtjahr 2018/19. Hoffnung macht der Branche trotz Rekordinflation die Nachfrage für die Herbstferien, die noch zur Sommersaison zählen. Besonders beliebte Ziele seien im Herbst Spanien, vor allem die Kanaren und die Balearen, gefolgt von der Türkei und Griechenland sowie Ägypten.

«Der bevorstehende Reisewinter wird im Vergleich zur Wintersaison vor einem Jahr aller Voraussicht nach deutlich besser werden», erwartet Fiebig zudem. Nach Daten des Analysehauses TDA liegen die Umsätze dafür aktuell um 74 Prozent höher als vor einem Jahr. Die meisten Reiseländer, gerade auch auf der Fernstrecke, hätten keine Einreisebeschränkungen oder nur noch geringe Corona-Auflagen. Eine Prognose für das Anfang November beginnende neue Tourismusjahr 2022/2023 gab Fiebig nicht ab.

«Abzuwarten bleibt derzeit, wie sich die Konsumneigung der Deutschen in den nächsten Wochen vor dem Hintergrund der steigenden Inflation entwickelt und wie hoch das frei zur Verfügung stehende Haushaltseinkommen sein wird.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Meta hat mit Muse einen persönlichen KI-Agenten gestartet, der in den USA unter anderem Reisen suchen und buchen kann. Für Flüge greift Muse über Duffel auf Angebote von mehr als 500 Fluggesellschaften zu, während Hotels bislang über den offenen Internetzugang gesucht werden.

Acht Schiffe sind bei den Kreuzfahrt Guide Awards 2026 ausgezeichnet worden. Der Sonderpreis geht an die Hamburger Reederei Sea Cloud Cruises. Mehr als 100 Vertreter der Kreuzfahrtbranche kamen zur Preisverleihung in den Altonaer Kaispeicher.

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im Juli 2026 58,4 Millionen Übernachtungen verbucht. Das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch von Januar bis Juli lagen die Übernachtungszahlen über dem Vorjahresniveau.

In Schweden sorgt eine Hütte mit Lärm-Limit für Aufsehen. Die PR-Aktion von Touristikern will auf die Dauerbeschallung des Alltags aufmerksam machen. Ist ruhiges Reisen der Schlüssel zum Abschalten?

Weniger USA-Reisen: In Deutschland und der Schweiz gehen die Buchungen deutlich zurück. An welcher Stelle die USA bei den beliebtesten Fernreisezielen in diesem Jahr voraussichtlich stehen werden.

Zum Oktoberfest erwartet die Bahn pro Tag etwa 100.000 Fahrgäste zusätzlich in München. Doch am Hauptbahnhof herrscht wegen Bauarbeiten ohnehin Platzmangel. Wie dieses Problem gelöst werden soll.

Der deutsche Sommer fand bei Airbnb vor allem in der Natur statt: Mehr als zwei Drittel (67,9 Prozent) der Buchungen in Deutschland entfielen im Sommer 2026 auf ländliche Regionen.

München führt ein Ranking von Fit Reisen zu 177 deutschen Reisezielen an. Auffällig schneiden mehrere kleinere Orte ab: Rottach-Egern und Ofterschwang erreichen die Plätze drei und vier, Bergisch Gladbach und Deidesheim folgen auf den Rängen fünf und sechs.

Die Züge der Deutschen Bahn waren im August zwar etwas pünktlicher unterwegs als zuletzt. Doch wetterbedingte Störungen bei Anlagen führten erneut zu erheblichen Verzögerungen für Fahrgäste.

Im Strandkorb über Sorgen sprechen, beim Spaziergang neue Gedanken fassen: Wie die Tourismusseelsorge Urlauber dabei unterstützen will, die Maske des Alltags abzulegen. Eine Sommerbilanz.