Rennsteig im Thüringer Wald ist beliebtester Wanderweg Deutschlands

| Tourismus Tourismus

Während der Corona-Pandemie hat sich das Wandern in der diesjährigen Urlaubssaison als Krisengewinner entpuppt. «Wandern als individuelle Natursportaktivität wird durch die Pandemie beflügelt», sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Wanderverbands (DWV), Ute Dicks.

Einer im September veröffentlichten Umfrage des Verbands zufolge, beobachteten 75 Prozent der Befragten aus etwa Tourist-Infos, Wandervereinen und Großschutzgebieten eine sehr hohe Frequentierung von Wanderwegen. Eine überwiegende Mehrheit (90,7 Prozent) gab an, die Nachfrage nach Wanderwegen sei stark oder sehr stark gestiegen.

Doch für welchen Wanderweg sollen sich die Urlauber entscheiden? Angesichts der großen Auswahl wollte die Vergleich.org-Redaktion herausfinden: Welcher Wanderweg ist der beliebteste? Ein Blick auf die Google-Suchanfragen der Wanderwege verrät es.

Der Rennsteig ist auf Platz 1
 

Mit 118.750 Suchanfragen lässt der Rennsteig alle anderen weit hinter sich. Der rund 170 Kilometer lange Wanderweg führt von Hörschel bei Eisenach durch Teile des Frankenwaldes bis nach Blankenstein an der Saale.

Die hohe Anzahl an Suchanfragen überrascht nicht, findet doch im Rennsteig der beliebte und häufig ausgezeichnete “GutsMuths-Rennsteiglauf” statt, der jedes Jahr über 15.000 Läufer anlockt. Zudem ist der Rennsteig der älteste und am meisten begangene Wanderweg Deutschlands: An die 100.000 Wanderer erholen sich dort jedes Jahr.


Auf Platz 2: Der Rheinsteig

Der 320 Kilometer lange Wanderweg führt von Bonn bis nach Wiesbaden. Immer entlang des Rheins verläuft er durch die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen. So einige Sehenswürdigkeiten, wie Schloss Arenfels oder das Kloster Eberbach, säumen den Wanderweg. Der Rheinsteig wird im Jahr durchschnittlich  22.810 Mal bei Google gesucht.


Auf Platz 3: Der Eifelsteig

Die 313 Kilometer des Fernwanderwegs Eifelsteig führen, geteilt in 15 Tagesetappen, von Kornelimünster in Aachen bis nach Trier. Mit den Maaren der Vulkaneifel und dem Hochmoor des Hohen Venns bietet der Wanderweg eine abwechslungsreiche Tour. Der 2009 eröffnete Wanderweg wurde 16.830 Mal gesucht und landet somit auf dem dritten Platz.

Auf Platz 4: Der Rothaarsteig

Auf dem vierten Platz des Rankings steht der Rothaarsteig mit 12.830 Suchanfragen. Der Weg beginnt im nordrhein-westfälischen Brilon und endet im mittelhessischen Dillenburg. Die insgesamt acht Etappen, mit einer Gesamtlänge von über 150 Kilometern, führen über den Kamm des namensgebenden Rothaargebirges.

Auf Platz 5: Der Malerweg

Der Malerweg auf dem fünften Platz folgt mit 12.810 Suchanfragen nur knapp dahinter. Der 112 Kilometer lange Malerweg hat seinen Namen von den unzähligen Künstlern, die sich von der Natur der Sächsischen Schweiz haben inspirieren lassen. Caspar David Friedrich hat sie zum Beispiel zu seinem berühmten “Wanderer über dem Nebelmeer” angeregt. Besonders hervorzuheben ist auch die Bastei, bekannt für ihre Basteibrücke, bei der es sich um eine vielbesuchte Touristenattraktion handelt.

Die Plätze 6 bis 10

Der sechste Platz wird mit 12.320 Suchanfragen im Monat vom Heidschnuckenweg eingenommen. Er führt von Hamburg nach Celle und durch die Lüneburger Heide. 169 Meter ist die höchste Erhebung, der Wilseder Berg, hoch – der Weg eignet sich also besonders für Wanderanfänger.

Platz sieben geht mit 9.780 Suchanfragen an den Hexenstieg. Mit dem Brocken (1141 Meter) als höchstem Punkt steht er im starken Kontrast zum flachen Heidschnuckenweg. Der 97 Kilometer lange Wanderweg verläuft quer durch den Harz, beginnend von Osterode bis nach Thale. 

Der 285 Kilometer lange schwarzwälderische Westweg belegt den achten Platz mit 9.010 Anfragen. Der erste Fernwanderweg Deutschlands führt in dreizehn Tagesetappen von Pforzheim bis Basel. Es warten Sehenswürdigkeiten wie die Burg Rötteln oder der Blindensee auf den Wanderer.

Den neunten Platz belegt der Goldsteig, ein Wanderweg, der das oberfränkische Marktredwitz mit Passau verbindet. Die 660 Wanderkilometer führen durch den Nationalpark Bayerischer Wald, den Nationalpark Šumava und fünf weitere Naturparks. Er wurde 8.270 Mal gesucht.

Der zehnte Platz wird mit 7.580 Suchanfragen vom Hermannsweg belegt. Der 156 Kilometer lange Weg verläuft über den Kamm des Teutoburger Waldes durch zwei Naturparks. Zu sehen gibt es unter anderem das Hermannsdenkmal und die Externsteine.

(Mit Material der dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Analyse von Fit Reisen identifiziert die führenden Hamams in Deutschland. Das Ranking liefert Einblicke in die Qualitätsstandards der Branche und zeigt, welche Betriebe durch authentische Rituale und Kundenzufriedenheit überzeugen.

Der aktuelle Kurtaxen-Check 2026 offenbart große preisliche Diskrepanzen zwischen deutschen Ferienregionen. Während die Nordseeinseln die preisliche Spitze anführen, haben über 60 Gemeinden ihre Abgaben teils drastisch erhöht.

Eine Auswertung von Google-Rezensionen zeigt die Qualitätsunterschiede an deutschen Hauptbahnhöfen. Während touristisch geprägte Stationen und Stadtstaaten glänzen, fallen einige Großstädte und regionale Knotenpunkte aufgrund von Sauberkeitsmängeln deutlich ab.

Sachsens Tourismus verzeichnet 2025 leichte Einbußen. Doch Chemnitz und Umgebung profitieren von einem Ass im Ärmel. Hoffnung macht steigendes Interesse aus Ostasien.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) hat das offizielle Programm für den 14. Tag des barrierefreien Tourismus bekanntgegeben. Die Fachveranstaltung findet am 4. März 2026 im Rahmen der ITB in Berlin statt.

Eine aktuelle Datenanalyse von SumUp belegt deutliche Umsatzsteigerungen in deutschen Skigebieten. Vor allem in Süddeutschland profitieren Hotellerie, Gastronomie und der touristische Handel massiv von der Kombination aus gutem Winterwetter und sportlichen Großereignissen.

Ein neuer Trendreport von Accor und Globetrender prognostiziert für 2026 einen Wandel im Reiseverhalten: Deutsche Urlauber suchen verstärkt nach emotionaler Resonanz, authentischen Erlebnissen und der Vereinbarkeit von gewohntem Lifestyle und Reisen.

Eine Reise nach Helgoland buchten 2025 weniger Urlauber als im Jahr davor. Die Tourismusdirektorin nennt die Gründe und gibt einen Ausblick auf zwei besondere Daten in diesem Jahr.

Der europäische Tourismus zeigt sich zum Jahreswechsel 2025/2026 widerstandsfähig. Während die Besucherzahlen moderat steigen, nehmen die Ausgaben deutlich zu. Trends wie Reisen in der Nebensaison und das Interesse an nordeuropäischen Zielen prägen das Bild, während für 2026 starke Impulse aus Asien erwartet werden.

Berlins Übernachtungszahlen sinken leicht auf 29,4 Millionen, während München und Hamburg ihr Vorkrisenniveau bereits übertreffen. Visit-Berlin-Chef Kieker und Senatorin Giffey führen die Stagnation auf die mangelnde internationale Anbindung der Hauptstadt zurück und kritisieren auch die Bundesregierung.