Römischer Limes soll Unesco-Welterbe werden

| Tourismus Tourismus

Nach der im Januar eingereichten Bewerbung um Aufnahme des Niedergermanischen Limes der Römer in das Weltkulturerbe werden jetzt die Experten gefragt. Noch in diesem Jahr werde die Gutachter-Kommission der Unesco vor Ort erwartet, sagte Steve Bödecker vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege in Bonn der Deutschen Presse-Agentur. Voraussichtlich im Februar 2021 solle diese Prüfung abgeschlossen sein.

Die einstige Außengrenze des mächtigen Römischen Reichs ist in Nordrhein-Westfalen 220 Kilometer lang. Sie verläuft zwischen Bonn und Kleve am Rhein, der damals die Grenze war. Deshalb wird auch vom «nassen Limes» gesprochen. 19 Kommunen haben archäologische Zeugnisse. NRW bewirbt sich mit Rheinland-Pfalz und den Niederlanden. Das Nachbarland hat die Bewerbung offiziell eingereicht.

46 Welterbe-Stätten gibt es in Deutschland bislang. Eine Ernennung des Limes zum Weltkulturerbe soll auch Rückenwind für den Tourismus bringen. Zum Beispiel in Krefeld, wo zur Römerzeit ein Militärlager stand. «Die Einbindung in das Unesco-Welterbe stellt für das Archäologische Museum Krefeld eine große Chance dar, unsere umfangreiche Sammlung mit teils einzigartigen Funde einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren», sagte Museumsleiterin Jennifer Morscheiser. Auf dem Gelände des einstigen Römer-Kastells soll einmal ein archäologischer Park entstehen.

Die Aufnahme ins Weltkulturerbe soll eine Lücke zwischen zwei bereits geschützten Abschnitten schließen - dem Obergermanisch-Raetischen Limes südlich von Bonn sowie dem Hadrianswall und einem weiteren in Großbritannien.

Geplant war eigentlich, dass frühestens im Juli 2021 die Kulturorganisation der Vereinten Nationen bei einer Sitzung des Welterbekomitees über die Aufnahme entscheiden sollte, berichtete Bödecker. Doch der Termin steht nun wegen einer Verzögerung durch die Corona-Pandemie in den Sternen. Denn die diesjährige Sitzung, die in China geplant ist, konnte noch nicht stattfinden. Sie wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Sommerurlaub in Deutschland liegt im Trend - mehr als ein Lichtblick?

Urlaub zwischen Usedom und Garmisch-Partenkirchen liegt in diesem Feriensommer bei den Bundesbürgern im Trend. Ob das reicht, um die Verluste durch die Corona-Krise auszugleichen, ist aber fraglich. In vielen Regionen fehlen fast völlig die ausländischen Gäste.

Maskenpflicht, Quarantäne & Co: Was Urlauber im Ausland beachten müssen

Vielerorts steigt die Zahl der Corona-Infektionen wieder, die Länder wappnen sich mit neuen Regeln. Die EU-Kommission warnt schon vor einem «Flickenteppich» bei den Reisebeschränkungen und für Rückkehrer aus Risikogebieten gilt die Testpflicht. Was muss man bei einem Urlaub in Europa beachten?

Deutschland als Natur- und Aktivreiseziel

Natur und Erholung sind im Markenkern des Reiselandes Deutschland fest verankert. Damit konnte sich Deutschland 2019 als Naturreiseziel auf Platz 2 bei den weltweiten Reisen der Europäer platzieren.

Aida bereitet Neustart ab 6. September vor

Aida Cruises plant die Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebes mit den ersten Schiffen ab deutschen Häfen Anfang September 2020. Voraussetzung dafür war die Zustimmung des Flaggenstaates Italien für die Neustartkonzepte.

Berlins Tourismusbranche läuft auf 30 Prozent

Die Berliner Tourismusbranche steckt noch tief in der Corona-Krise. «Wir sind derzeit bei 30 bis 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr», sagte Kieker von Visit Berlin. Dieses Niveau bei den Gästezahlen erwarte er auch für die zweite Jahreshälfte.

Kein Testpflicht-Chaos - auch «Ballermann Bulgariens» Risikogebiet

Der Start der Testpflicht für Rückkehrer aus Ländern mit hohem Corona-Risiko verlief am Wochenende weitgehend reibungslos. Wegen eines deutlichen Anstiegs von Infektionen in Bulgarien und Rumänien warnt die Bundesregierung nun vor touristischen Reisen in mehrere Regionen der beiden Länder.

Strände an Nord- und Ostsee bleiben voll - aber weniger Ansturm als am Samstag

Das Sommerwetter hat am Samstag viele Strände der Nord- und Ostsee an ihr Limit gebracht - auch am Sonntag zog es wieder viele Urlauber an die See. Im Vergleich zum Vortag ging es nach Angaben der Kur- und Tourismusdirektionen aber entspannter zu.

Ausflügler vor der Zugspitze ausgebremst

Der Berg ruft, und die Münchner kommen - und nicht nur sie. Dass Urlaub in Bayern in diesem Jahr für viele eine echte Alternative ist, freut den fürs Gastgewerbe und den Tourismus zuständigen Minister. Andere ärgert's.

Investoren für Weiße Flotte - Verein will öffentliche Hand

Die angeschlagene Sächsische Dampfschiffahrt GmbH braucht Geld. Nach zwei Monaten sind drei potenzielle Investoren gefunden - weitere Interessenten geben die Hoffnung nicht auf. Ein Crowdfunding-Projekt läuft noch bis zum 20. August.

Urlaubsbuchungen ziehen an

„Wir sind mitten in der Ferienzeit und sehen endlich anziehende Buchungen“, zeigt sich DRV-Präsident Norbert Fiebig erfreut. Insgesamt sei die Situation der Reisewirtschaft allerdings nach wie vor überaus dramatisch.