Ryanair wegen rechtswidriger Praktiken und Missachtung von Auflagen verurteilt

| Tourismus Tourismus

Das Landgericht Hamburg hat in zwei aktuellen Urteilen gegen die Fluggesellschaft Ryanair entschieden. Wie aus einer Mitteilung von eDreams ODIGEO hervorgeht, wurde eine Geldstrafe verhängt, da die Airline einer bereits im Mai 2025 erlassenen einstweiligen Verfügung nicht nachgekommen war. Zudem erklärte das Gericht zentrale Vertragsklauseln und Praktiken der Fluggesellschaft für unzulässig und rechtswidrig.

Geldstrafe wegen Missachtung gerichtlicher Anordnungen

Die verhängte Strafe begründet das Gericht mit der Weigerung von Ryanair, untersagte Geschäftsbedingungen von der eigenen Website zu entfernen. Laut dem Richterspruch verfügte das Unternehmen über die notwendigen Ressourcen, um die Website-Aktualisierungen sofort nach Zustellung der Anordnung umzusetzen, entschied sich jedoch dagegen. Dennoch blieben die beanstandeten Bedingungen über einen Monat lang aktiv, während die Verteidigung der Fluggesellschaft, wonach Verzögerungen außerhalb ihrer Kontrolle gelegen hätten, als unbegründet zurückgewiesen wurde. Ryanair verstößt laut dem Urteil bis heute gegen diese Anordnung.

Unzulässige Klauseln bei Buchung und Erstattung

In einem separaten Verfahren wurden wesentliche Bestandteile der Geschäftsstrategie von Ryanair als rechtswidrig eingestuft. Das Gericht untersagte einen Zustimmungsmechanismus, bei dem Nutzer durch Klicken eines „Suchen“-Buttons automatisch ein Kästchen zur Akzeptanz der Allgemeinen Geschäftsbedingungen aktivieren. Dies wurde nach deutschem Wettbewerbsrecht als irreführend gewertet, da es den Verbrauchern eine Wahl vorgaukelt, die nicht existiert.

Zudem erklärte das Gericht Bestimmungen zur ausschließlichen irischen Gerichtsbarkeit für ungültig, da diese intransparent sind und den Vorrang lokaler Verbraucherschutzgesetze verschleiern. Auch die pauschale „nicht erstattungsfähige“ Politik der Airline widerspricht dem geltenden Recht und wurde für illegal erklärt. Eine Verwaltungsgebühr von 20 Euro für die Bearbeitung von Steuerrückerstattungen stufte der Richter ebenfalls als unangemessen benachteiligend ein, da diese Gebühr oft den eigentlichen Erstattungsbetrag übersteigt.

Europaweite juristische Konsequenzen

Die Entscheidungen in Deutschland sind Teil einer Reihe von Urteilen gegen Ryanair in ganz Europa. In Italien verhängte die Wettbewerbsbehörde AGCM im Dezember 2025 eine Geldstrafe von 256 Millionen Euro wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung. In Spanien wurde die Airline wegen unlauteren Wettbewerbs und Verunglimpfung gegenüber eDreams ODIGEO verurteilt, wobei das Handelsgericht in Barcelona zudem eine Warnung bezüglich potenzieller strafrechtlicher Haftung aussprach.

Guillaume Teissonnière, General Counsel bei eDreams ODIGEO, betonte, dass die Urteile ein vorsätzliches Muster der Behinderung belegen würden. Er forderte die Behörden auf, die Rechtsstaatlichkeit konsequenter durchzusetzen, um faire Wettbewerbsbedingungen in der Branche sicherzustellen und Verbraucher vor diesem Verhalten zu schützen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die PiNCAMP Awards 2026 würdigen wegweisende Betriebe und Persönlichkeiten der europäischen Campingwirtschaft. Im Rahmen einer Gala in Stuttgart wurden Gewinner aus den Niederlanden, Italien und Spanien für ihre Konzepte in den Bereichen Nachhaltigkeit, Innovation und Mietunterkünfte geehrt.

Während Metropolen wie Paris und New York weiterhin die Buchungslisten anführen, sorgen Trends wie Set-Jetting und Hotel-Hopping für neue Impulse. Eine Analyse aktueller Marktdaten zeigt, wie Reiseberater die steigende Nachfrage optimal nutzen können.

Airbnb wird Premium-Partner der ITB Berlin 2026 und rückt den Naturtourismus in den Fokus. Ein Höhepunkt der Kooperation ist der Auftritt von Airbnb-Mitgründer Nathan Blecharczyk, der auf dem Kongress über die Zukunft des Reisens abseits der urbanen Zentren spricht.

Die Reisetrends für 2026 zeigen eine klare Richtung: Die Generation Z und Millennials flüchten aus den Metropolen in ländliche Regionen. Ein aktueller Bericht von Kayak, der auch TikTok-Daten nutzt, belegt, dass Authentizität, mentale Erholung und die Unterstützung durch Künstliche Intelligenz zu den wichtigsten Pfeilern der künftigen Urlaubsplanung gehören.

Niedersachsen darf nicht zum «Bielefeld der Bundesländer» werden, warnt der Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall. Ein neuer Slogan müsse her. Der Verbandschef hat auch schon einen Favoriten.

Die Reiseform des Dark Tourism rückt Orte der Vergänglichkeit und des historischen Umbruchs in den Fokus des touristischen Interesses. Dabei überschneiden sich die Ziele häufig mit sogenannten Lost Places, also verlassenen Schauplätzen früheren Lebens.

Irlands historische Leuchttürme öffnen ihre Tore für Übernachtungsgäste. Die Initiative Great Lighthouses of Ireland vermarktet ehemalige Wärterhäuser und verbindet dabei den Erhalt maritimer Denkmäler mit modernen Tourismuskonzepten.

Die Urlaubsmesse CMT 2026 startet mit 72.000 Besuchern erfolgreich in Stuttgart. Während die Branche eine stabile Nachfrage bei Reisemobilen meldet, bereitet sich die Messe auf die kommenden Fachveranstaltungen und Sonderschauen vor.

Die Wirtschaft in Deutschland strauchelt, viele Jobs stehen auf dem Spiel. Die Reiselust in Deutschland ist dennoch ungebrochen. Ein großer Teil der Menschen will 2026 in den Urlaub fahren.

Die Informationspflicht meint nicht nur den Hinweis an sich. Sondern auch Angaben dazu, wie lange der Antrag dauert. Das spielte bei einer Last-Minute-Buchung eine Rolle, die vor Gericht landete.