Die Schlichtungsstelle Reise & Verkehr e. V. hat im Jahr 2025 so viele außergerichtliche Streitbeilegungen wie nie zuvor abgeschlossen. Insgesamt konnten rund 46,1 Tausend Fälle erledigt werden, die auf bilateral nicht lösbare Konflikte zwischen Reisenden und Unternehmen zurückgingen. Im Vergleich zum Vorjahr mit 42,8 Tausend Abschlüssen stellt dies einen neuen Höchstwert dar. Die Einigungsquote betrug dabei rund 88 Prozent, was die Effizienz des kostenfreien Verfahrens für Verbraucher unterstreicht.
Hohes Antragsaufkommen trotz leichter Entspannung
Mit rund 42.000 neuen Anträgen bewegte sich der Falleingang im Jahr 2025 weiterhin auf einem hohen Niveau und markiert den zweithöchsten Wert seit Gründung der Stelle im Jahr 2009. Gegenüber dem Rekordjahr 2024 mit 45,6 Tausend Anträgen sank die Zahl der Neuanträge um 8,0 Prozent. Dieser Rückgang wird damit begründet, dass das Vorjahr überdurchschnittlich stark von Streiks, Extremwetterlagen und IT-Ausfällen wie dem "Crowdstrike"-Vorfall geprägt war. Im Jahr 2025 konnten zudem viele Unternehmen ihre Prozesse optimieren und Nachwirkungen der Pandemie überwinden, was zu weniger Problemen in den Reiseverläufen führte.
Luftverkehr bleibt Haupttreiber der Schlichtungsverfahren
Der Großteil der Schlichtungsverfahren entfiel mit einem Anteil von 82,9 Prozent erneut auf den Flugsektor, was rund 35.000 neuen Fällen entspricht. Hauptgründe für die Beschwerden waren hier Annullierungen, Flugzeitenänderungen und Verspätungen. Im Bereich der Bahn wurden rund 6,2 Tausend neue Anträge registriert, was einem Anteil von 14,8 Prozent entspricht. Hier ergaben sich Konflikte vor allem aus Zugausfällen und Verspätungen. Während die Fallzahlen im ÖPNV trotz eines Zuwachses um ein knappes Drittel absolut niedrig blieben, sank die Zahl der Anträge im Segment Fernbus massiv auf 29 Fälle ab, da der Marktführer Flixbus aus dem Schlichtungsverfahren ausgetreten ist.
Wachsender Bedarf im Bereich der Reiseveranstalter
Ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen zeigte sich im Segment Reise, wo sich das Volumen mit 531 neuen Anträgen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifachte. Dass die Zahlen hier absolut gesehen dennoch gering ausfallen, liegt an der fehlenden gesetzlichen Regelung zur Teilnahme der Reiseveranstalter, die eine Mitwirkung bisher meist ablehnen. Der Druck auf den Gesetzgeber wächst jedoch, da sowohl die Bundesländer als auch die EU eine verpflichtende Teilnahme fordern, um den hohen Bedarf an Schlichtungen in diesem Sektor zu decken. Sofern keine außergewöhnlichen Ereignisse wie schwere Streiks oder Wetterlagen eintreten, erwartet die Schlichtungsstelle für das Jahr 2026 eine stabil bleibende Nachfrage auf dem Niveau von 2025.












