Sächsischer Tourismusverband fordert Millionen-Hilfspaket für Branche

| Tourismus Tourismus

Der sächsische Landestourismusverband (LTV) fordert für die von der Corona-Krise schwer angeschlagene Branche Millionenhilfen. «Wir brauchen wegen der tiefen wirtschaftlichen Einschnitte und der bevorstehenden Rezession ein Stabilisierungspaket für die nächsten drei Jahre», sagte LTV-Präsident Rolf Keil am Donnerstag in Dresden. Der Verband schlägt etwa für die 43 Kur- und Erholungsorte im Freistaat jährlich 13 Millionen Euro zusätzlich als Förderung vom Freistaat vor. Die Kommunen hätten für die Unterhaltung von Bädern, Wander- und Skiwegen deutlich höhere Kosten als andere, so Keil. Der Verband will die Forderungen in die nächsten Haushaltsverhandlungen einbringen.

Nach dem Willen des Verbandes soll zudem das Kultur- und Tourismusministerium in den nächsten drei Jahren jährlich zehn Millionen Euro zusätzlich bekommen - für Werbung, aber auch um Digitalisierung und Innovation in den Betrieben voranzubringen. Zudem setzt sich der Verband für eine vereinfachte Förderpraxis für Unternehmen der Branche und Investitionen im Gastgewerbe ein. Bisher profitierten nur wenige Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe von dem Programm «Regionales Wachstum», hieß es.

Der LTV geht davon aus, dass die Branche in Sachsen in den Monaten März bis Mai durch die Corona-Krise einen Umsatzverlust von rund 1,8 Milliarden Euro verbuchte. Der größte Teil entfällt demnach mit rund 985 Millionen Euro auf den Tagestourismus, rund 815 Millionen Euro auf Übernachtungen. Im Freistaat ging die Zahl der Übernachtungen im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43,7 Prozent zurück.

Nach Einschätzungen des Verbandes erreicht die Branche frühestens Ende 2022, eher jedoch 2023 wieder das Niveau wie vor der Corona-Krise. Während derzeit vor allem Camping, Ferienwohnungen und naturnaher Urlaub gefragt ist, leiden Keil zufolge vor allem die Großstädte an den ausbleibenden Touristen aus dem Ausland und dem fehlenden Messegeschäft.

Auf den Trend zum Camping- und Caravanurlaub sollte Sachsen reagieren, der Verband will sich für mehr Flächen für Wohnmobile, besser beschilderte Wanderwege und mehr Angebote für Pilger einsetzen. Zudem sollten kleinere Gasthöfe auf dem Land stärker gefördert werden. «Wenn man wandern geht, gibt es immer weniger Möglichkeiten zum Einkehren», so Verbandsdirektor Manfred Böhme. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Deutschland bleibt laut aktuellen Marktdaten das weltweit wichtigste Ziel für internationale Geschäftsreisen. Während klassische Geschäftsreisen zurückgehen, bleiben Veranstaltungen und Bleisure-Reisen auf stabilem Niveau.

Eine aktuelle Erhebung des Portals Holidu prognostiziert für die Saison 2026 eine hohe Auslastung bei Ferienhäusern an den deutschen Küsten bei weitgehend stabilen Mietpreisen. Insbesondere an der Nordsee planen Urlauber ihren Aufenthalt langfristig.

Nach mehreren Hantavirus-Fällen und drei Todesopfern darf das Kreuzfahrtschiff «Hondius» einen Hafen auf den Kanaren anlaufen. Was Spanien und internationale Behörden nun planen.

Es ist nicht immer leicht, sich im Urlaub die Sonnenliegen am Hotelpool zu sichern, oft sind sie mit Handtüchern reserviert. Das will sich ein Reisender nicht gefallen lassen - er fordert Geld zurück.

Eine aktuelle Studie belegt, dass die geopolitische Lage im Nahen Osten die Reiseplanung von 70 Prozent der Deutschen beeinflusst. Trotz aufgehobener Reisewarnungen für Golfstaaten wie Katar und die VAE bleiben Urlauber vorsichtig.

Die Lufthansa startet ihr neues Servicekonzept FOX auf der Langstrecke. Mit einer Investition von 70 Millionen Euro werden die kulinarischen Angebote und die Ausstattung in allen Reiseklassen, von der Business Class bis zur Economy Class, umfassend erneuert.

Die WHO meldet mehrere Fälle einer Atemwegserkrankung auf einer Atlantik-Kreuzfahrt. Der Virus wird durch Nagetier-Kot übertragen, in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch.

Im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb öffnen beliebte Berghütten wieder für die Sommersaison. Wo Wanderer jetzt einkehren und die Aussicht genießen können. Ein Überblick zu fünf möglichen Zielen.

Eine aktuelle Expedia-Studie belegt, dass Reisende pro Trip durchschnittlich 500 US-Dollar für Zusatzkäufe ausgeben. Besonders die Generation Z zeigt sich dabei kauffreudig und offen für neue Marken sowie flexible Zahlungsmodelle.

Der südlichste Kanton der Schweiz lockt mit alpiner Bodenständigkeit und italienischem Dolce Vita. Stiller Genuss und aufregender Glamour sind oft nur Minuten voneinander entfernt.