Schiefer Turm von Bad Frankenhausen - Vom Abrisskandidaten zum Besuchermagneten

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Der Schiefe Turm von Bad Frankenhausen in Thüringen hat sich von einem drohenden Abrisskandidaten zu einem Wahrzeichen und touristischen Ankerpunkt entwickelt. Das historische Bauwerk weist mittlerweile eine Neigung von rund 4,86 Metern auf und übertrifft damit den bekannten Schiefen Turm von Pisa.

Verursacht wird diese erhebliche Schieflage durch natürliche geologische Prozesse wie Salzauslaugungen und Karstbildung im Untergrund. Über Jahrzehnte galt der Turm als einsturzgefährdet, ehe eine speziell entwickelte Dreipunkt-Stützkonstruktion aus Stahl die dauerhafte Sicherung ermöglichte.

Sicherung ermöglicht den Aufstieg

Parallele Arbeiten umfassten den Ausbau der Oberkirche zu einem zeitgemäßen Besucherzentrum mit einem inszenierten Ausstellungsbereich, der immersive Medien und virtuelle Anwendungen beinhaltet. Gäste gelangen über einen historischen sowie einen ergänzenden Treppenlauf in die Turmhaube, wo ein ein- und ausfahrbarer Skywalk mit Glasboden zur Verfügung steht.

Für die touristische Erschließung des gesamten Ensembles wurden insgesamt rund 14,5 Millionen Euro investiert. Die Bundesrepublik unterstützte die Sicherung des Turms mit einer Million Euro aus dem Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus, während das Thüringer Wirtschaftsministerium rund vier Millionen Euro und das Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur weitere rund 3,7 Millionen Euro beisteuerten.
 

ProjektStadt koordiniert finanzielle Mittel

Die Stadtentwicklungsmarke ProjektStadt begleitete das Vorhaben als Partnerin der Kommune in der Fördermittelakquise und im Fördermittelmanagement. Dabei übernahm sie die Kostenkontrolle für die eingesetzten Fördergelder und beriet die Stadt bei förderrelevanten Fragestellungen.

Die Sanierung verknüpft denkmalgerechte Maßnahmen an der historischen Bausubstanz mit einem modernen Holzbau sowie barrierefreien Außenanlagen. Projektleiter Sebastian Nachtigal betont laut Mitteilung, dass mit dem neuen Besucherzentrum ein städtebaulicher, touristischer und emotionaler Meilenstein erreicht sei. Die Stadt rechnet in der Folge mit steigenden Besucherzahlen und einer spürbaren Belebung der lokalen Wirtschaft in der Kyffhäuserregion.

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