Soko Wismar im ZDF - Jeder siebte Tourist kommt wegen Serie in die Stadt

| Tourismus Tourismus

Rote Backstein-Giebel in der Sonne, kreischende Möwen im Hafen, glitzernde Ostseewellen - die Hansestadt Wismar ist eine Schönheit. Das bekommen TV-Zuschauer in ganz Deutschland ab kommendem Mittwoch (4. Oktober) im Wochentakt vorgeführt, wenn die Ermittler der «Soko Wismar» sich im ZDF-Vorabendprogramm wieder auf Verbrecherjagd begeben. Es ist bereits die 20. Staffel, die an den Start geht. 25 neue Fälle sind im Kasten. Die Macher hoffen auf ein Millionenpublikum, denn sie haben einen Spitzenplatz zu verteidigen: Die «Soko Wismar» ist eine der erfolgreichsten Serien ihrer Art. Jede Folge wird von drei bis vier Millionen Menschen gesehen.

Darüber freut sich auch die Hansestadt, wo der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle ist. Die TV-Krimiserie ist Werbung pur - und der Erfolg messbar. «Rund fünfzehn Prozent der Gäste haben sich aufgrund der Fernsehserie entschieden, uns zu besuchen», sagt Bürgermeister Thomas Beyer (SPD). «Und auch die "Soko Wismar"-Stadtführung ist bei unseren Gästen sehr beliebt.» Seit gut einem Jahrzehnt gibt es die Führung zu den schönsten Drehorten. 2003 wurde die «Soko Wismar» erstmals ausgestrahlt.

Die Dankbarkeit für die kostenlose Werbung ist so groß, dass der Landestourismusverband Mecklenburg-Vorpommern die «Soko Wismar» im Jahr 2018 mit dem Tourismuspreis auszeichnete. «Der "Soko Wismar" gelingt es auf einzigartige Weise, die Schönheit und Vielfältigkeit der Hansestadt mit ihren Sagen, Legenden und geschichtlichen Hintergründen in ihren Folgen zu integrieren», hieß es damals zur Begründung.

Immer wieder werden in den Krimi-Folgen die großen gotischen Backsteinkirchen der Stadt, der Alte Hafen und die heimeligen Gassen in Szene gesetzt. Drohnen-Flüge über die roten Dächer der Altstadt mit dem Meer im Hintergrund lassen Urlaubsfeeling aufkommen. Wismar steht als gut erhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen Hansestadt auf der Welterbe-Liste der Unesco.

Dass Fernsehsendungen den Tourismus ankurbeln, ist kein neues Phänomen. «Rote Rosen» in Lüneburg, die «Schwarzwaldklinik» und der «Bulle von Tölz» seien weitere Beispiele, sagt Antje Naß von der MV-Filmförderung. «Das ist der Haupteffekt einer erfolgreichen Sendung: dass man es schafft, einen Ort in das Bewusstsein der Zuschauer zu bringen.» Und die «Soko Wismar» sei ein Wahnsinnserfolg. Woher der kommt? Die Film-Expertin meint: «Vielleicht mögen die Leute das Meer, vielleicht die charmanten Hauptdarsteller, vielleicht ist es die Mischung aus beidem.»

Das mit dem Meer ist sicherlich ein Aspekt. Mecklenburg-Vorpommern stellte schon mehrere Orte an der Ostsee für erfolgreiche Fernsehserien. So gibt es den «Stralsund-Krimi» und den «Usedom-Krimi» oder die «Praxis mit Meerblick», die auf Rügen gedreht wird.

Jüngster TV-Serienstandort im Nordosten ist - im Binnenland gelegen - Schwerin. Dort wurde im Sommer die zweite Staffel der ZDF-Vorabendserie «Hotel Mondial» gedreht. Sendestart für die zwölf neuen Folgen ist ebenfalls am kommenden Mittwoch (4. Oktober). Von der Reichweite der «Soko Wismar» ist das Mondial noch weit entfernt, doch Antje Naß berichtet bereits vom touristischen Effekt. «Es ist schon so, dass plötzlich Leute vor dem Gebäude stehen, das die Kulisse für das Hotel Mondial abgibt.»

In dem Fall, den die «Soko Wismar» zum Auftakt der 20. Staffel am kommenden Mittwoch zu lösen hat, geht es um einen Mord auf einem idyllisch gelegenen Bauernhof. Das Ermittlerduo Karoline Joost (Nike Fuhrmann) und Lars Pöhlmann (Dominic Boeer) ist nicht nur in Wismar unterwegs. Die Kamera fängt auch das benachbarte Örtchen Hoben ein - eines der wenigen noch komplett erhaltenen alten Reetdach-Dörfer im Norden. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Auswertung von 1,7 Millionen Online-Rezensionen kürt das Frankenlagune Wellness-Center zur beliebtesten Therme Deutschlands. Während bayerische und norddeutsche Saunen die Spitzenplätze belegen, bilden Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern und Hessen das Schlusslicht des Rankings.

Eine aktuelle Umfrage von Holidu unter 2.500 europäischen Gastgebern weist Deutschland als Spitzenreiter bei der Gästetreue aus. Knapp 70 Prozent der heimischen Vermieter setzen auf Stammkunden und priorisieren dabei den persönlichen Kontakt gegenüber Preisrabatten.

Alltours erweitert seine Eigenmarke Alltoura Club Hotels zur Sommersaison 2026 um zwei neue Anlagen auf Kos und Rhodos. Die Hotels setzen auf ein umfassendes All-inclusive-Konzept mit Fokus auf Sport, Wellness und Kinderbetreuung.

Ein Tag früher ankommen als gebucht, das hört sich erst mal gut an. Doch es ist auch eine zusätzliche Hotelnacht. Ob eine Fluggesellschaft dafür aufkommen muss, hat ein Gericht in Bayern beschäftigt.

Die USA stehen mit jährlichen Ausgaben von über 395 Milliarden US-Dollar an der Spitze des globalen Geschäftsreisemarktes, während Deutschland die führende Position in Europa einnimmt. Die Branche sichert allein in den Vereinigten Staaten rund sechs Millionen Arbeitsplätze.

Sylt kündigt für die Saison 2026 neue Verkehrsverbindungen, Veranstaltungen, Ausstellungen und Gastronomieprojekte an. Laut Mitteilung reichen die Neuerungen von Bahn- und Flugangeboten bis zu neuen Restaurants und Freizeitprojekten.

Der Reisekonzern TUI reagiert auf die hohe Nachfrage nach Urlauben in Südeuropa und bietet im April zusätzliche Flüge nach Spanien und Griechenland an. Damit stehen Reisenden ab fünf deutschen Flughäfen rund 10.000 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung.

Anfang März ist der neu gestaltete Internetauftritt des bundesweiten Kennzeichnungs- und Informationssystems „Reisen für Alle“ vorgestellt worden. Nach Angaben der Verantwortlichen richtet sich die überarbeitete Website sowohl an touristische Betriebe als auch an Reisende.

Der deutsche Reisemarkt erreicht mit 87,9 Milliarden Euro einen neuen Umsatzrekord. Während die Reisedauer leicht sinkt, gewinnen Fernreisen, Kreuzfahrten und Flugreisen laut aktuellen Daten des Deutschen Reiseverbandes weiter an Bedeutung.

Die Deutschen haben 2025 so viel Geld für Urlaub ausgegeben wie nie zuvor. Neue Daten des Deutschen Reiseverbandes zeigen steigende Umsätze, mehr Fernreisen und eine wachsende Nachfrage im Kreuzfahrtmarkt.