Tourismusforscher: Reiseziele kann man nicht vorschreiben

| Tourismus Tourismus

Peloponnes statt Mykonos, Triest statt Venedig: Um besonders von Touristenmassen frequentierte Reiseziele zu entlasten, werden immer wieder weniger überlaufende Orte angepriesen, die Ähnliches bieten sollen. 

So hat die Reiseplattform Evaneos jüngst angekündigt, ab 2025 in der Sommersaison bis auf Weiteres keine Reisen mehr auf die Kykladen-Inseln Santorin und Mykonos anzubieten, weil diese dann stark von Übertourismus betroffen sind. Stattdessen sollen etwa alternative Destinationen wie der Peloponnes gefördert werden.

Solche Maßnahmen sieht der Schweizer Tourismusforscher Christian Laesser skeptisch: «Natürlich kann der Peloponnes, wo es sehr schön ist, dem Urlauber ebenso viel bieten wie Mykonos.» Nationale Tourismusbüros versuchten auch oft, genau solche Storys zu verkaufen und damit Reiseströme auch in die Peripherie zu bringen, so der Professor der Uni St. Gallen weiter. «Aber ich sage mal so: Der Erfolg ist meistens relativ bescheiden, denn die Leute lassen sich nicht sagen, wo sie hinreisen sollen.»

Eine Frage der Anziehung

Bezogen auf das Beispiel aus Griechenland sagt Laesser: «Santorin und Mykonos haben sicher eine größere Anziehung als der Peloponnes.» Und gerade wer zum ersten Mal in ein Land reise, wolle eher zu den bekannten Attraktionen und Zielen. Wer hingegen bereits mehrfach in Griechenland war, bei dem ist es wahrscheinlicher, dass er lieber mal den Peloponnes als die Kykladen erkundet. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die aktuelle Umsatzsteuerstatistik für 2024 belegt ein deutliches Umsatzplus gegenüber 2019 in allen Bundesländern. Dennoch bleibt die Zahl der Betriebe vor allem in der Hotellerie und in ländlich geprägten Regionen weiterhin deutlich hinter dem Vorkrisenniveau zurück. Aktuelle Zahlen aus der Branche.

Der Krieg in Nahost verunsichert viele Urlauber. Doch wie reagieren die Deutschen? Eine Umfrage, Branchenstimmen und Einblicke aus der Region zeigen, welche Folgen der Konflikt für den Tourismus hat.

Eine aktuelle Analyse von 66 europäischen Flughäfen zeigt gravierende Unterschiede bei der Anbindung an die Innenstädte. Während Málaga und Vilnius durch Schnelligkeit und niedrige Preise überzeugen, bilden Standorte wie München aufgrund hoher Kosten das Schlusslicht im Ranking.

Eine aktuelle Untersuchung von TUI analysiert die attraktivsten Destinationen für alleinreisende Frauen. Während Finnland und Schweden das Gesamtranking anführen, zeigen sich bei Sicherheit und medizinischer Versorgung deutliche regionale Schwerpunkte innerhalb Europas und in Übersee.

Mit der Eröffnung der neuen Therme im Januar 2026 stärkt Oberstdorf seine Position als Gesundheitsdestination im Allgäu. Das 5.000 Quadratmeter große Objekt verbindet moderne Wellnessarchitektur mit der alpinen Natur und schafft ein wetterunabhängiges Angebot für Aktivurlauber und Einheimische.

Ist Übertourismus in Bayern eine Krise oder ein Managementfehler? Eine neue Studie des BZT zeigt, wie Reisende ihr Verhalten ändern und welche Strategien Gemeinden von Grainau bis München verfolgen, um die soziale Akzeptanz des Tourismus zu sichern.

Veranstalter sagen Reisen in die Krisenregion oft nur mit wenig Vorlauf ab - oder bieten Umbuchungen an. Was bedeutet das für Reisewillige, auch mit Blick auf Ostern und den Sommer?

Über 93 Prozent der Hundehalter verreisen nur mit ihrem Tier. Eine aktuelle Datenerhebung zeigt, welche Regionen in Deutschland und Europa das Ranking 2026 anführen und warum das Ferienhaus dem Hotel meist vorgezogen wird.

Nach 35 Jahren Stillstand investiert Dresden Millionen in die Wiedereröffnung des Fernsehturms. Bis 2030 soll das Bauwerk samt seinem ehemaligen Restaurantbereich saniert und durch digitale Technik modernisiert werden.

Der hessische und der bayerische Teil des Spessarts wollen im Tourismus-Marketing künftig über die Landesgrenzen hinweg eng zusammenarbeiten, um mehr Gäste in die Urlaubsregion zu holen. Was sich durch die neue Marke und das einheitliche Marketing für Gäste ändern soll.