Tourismuswirtschaft kritisiert Flughafenblockaden der „Letzten Generation“ scharf

| Tourismus Tourismus

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft kritisiert die jüngsten Aktionen der „Letzten Generation“ an den Flughäfen in Frankfurt und Köln-Bonn scharf. Es handelt sich um einen massiven und gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr und damit auch in die touristische Infrastruktur. Der BTW fordert spürbare rechtliche Konsequenzen für die Beteiligten und kurzfristige politische Entscheidungen, um Lücken in der Strafbarkeit solcher Aktionen zu schließen.

„Diese Aktionen der Letzten Generation an Flughafen gehen aus unserer Sicht einmal mehr deutlich zu weit. Die Beteiligten durchbrechen Sicherungsmaßnahmen und -vorgaben an Flughäfen und greifen durch die Blockade von Start- und Landebahnen mit voller Absicht in den laufenden Flugverkehr ein“, so BTW-Generalsekretär Sven Liebert. „Gerade jetzt zur Hauptreisezeit verhindern oder verzögern sie so lange geplante Reisen und zerstören somit die Urlaubsfreude zehntausender Reisender mitten in den Sommerferien. Sie verursachen bewusst finanziellen Schaden bei zahlreichen Unternehmen der Tourismuswirtschaft wie Airlines, Reiseveranstaltern bis zu Hotels in den Zielgebieten, aber auch bei vielen Gästen.“ Zehntausende Passagiere sind von den Aktionen direkt betroffen, darunter viele Familien auf ihrem Weg in den wohlverdienten Sommerurlaub. Hinzu kommen massive finanzielle Einbußen sowie massiver organisatorischer und personeller Zusatzaufwand der Luftverkehrsunternehmen und vieler Partner in der Tourismuswirtschaft, diese Schäden von ihren Kunden abzuwenden.

Liebert: „Dies ist kein politischer Aktivismus, sondern strafrechtliches Handeln, mit umfassenden Konsequenzen. Wir fordern, in der Verfolgung der Eingriffe den bestehenden Rechtsrahmen auszunutzen - auch um vor ähnlichen gefährlichen und gleichzeitig wirtschaftlich massiv schädigenden Aktionen abzuschrecken. Zudem appellieren wir an den Gesetzgeber, den Kabinettsbeschluss aus der vorigen Woche zur Verschärfung des Luftsicherheitsgesetzes möglichst zeitnah abzusegnen. Die aktuellen Vorfälle zeigen, wie dringend notwendig es ist, die Strafbarkeitslücke bei der Verfolgung unbefugter Eindringlinge an Flughäfen rasch zu schließen. Anderweitig ist die Verlässlichkeit des Tourismusstandortes Deutschland nicht sicherzustellen.“

„Bedauerlicherweise mussten in der Folge der zusätzlichen Sachbeschädigungen durch das Festkleben von Personen eine erhebliche Anzahl von Flügen gestrichen oder stark verspätet werden. Über 30.000 Passagiere waren unmittelbar durch die Störaktionen der "Letzten Generation" gestern und heute davon betroffen. Ein gelungener Start in die Ferien sieht anders aus. Finanzielle Einbußen bei den Flughäfen und den Systempartnern im Luftverkehr waren ebenfalls die Folge“, erklärt Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV.

„Wir verurteilen auf das Schärfste die gesetzbrechenden Aktionen der Letzten Generation. Das ist ein gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr. Deshalb unterstützt der Flughafenverband ADV auch die Forderungen der Bundesregierung den Kabinettsbeschluss von letzter Woche schnellstmöglich umzusetzen. Diese unbefriedigende Strafbarkeitslücken bei der Verfolgung der Eindringlinge muss umgehend geschlossen werden“, bekräftigt Beisel.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Meta hat mit Muse einen persönlichen KI-Agenten gestartet, der in den USA unter anderem Reisen suchen und buchen kann. Für Flüge greift Muse über Duffel auf Angebote von mehr als 500 Fluggesellschaften zu, während Hotels bislang über den offenen Internetzugang gesucht werden.

Acht Schiffe sind bei den Kreuzfahrt Guide Awards 2026 ausgezeichnet worden. Der Sonderpreis geht an die Hamburger Reederei Sea Cloud Cruises. Mehr als 100 Vertreter der Kreuzfahrtbranche kamen zur Preisverleihung in den Altonaer Kaispeicher.

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im Juli 2026 58,4 Millionen Übernachtungen verbucht. Das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch von Januar bis Juli lagen die Übernachtungszahlen über dem Vorjahresniveau.

In Schweden sorgt eine Hütte mit Lärm-Limit für Aufsehen. Die PR-Aktion von Touristikern will auf die Dauerbeschallung des Alltags aufmerksam machen. Ist ruhiges Reisen der Schlüssel zum Abschalten?

Weniger USA-Reisen: In Deutschland und der Schweiz gehen die Buchungen deutlich zurück. An welcher Stelle die USA bei den beliebtesten Fernreisezielen in diesem Jahr voraussichtlich stehen werden.

Zum Oktoberfest erwartet die Bahn pro Tag etwa 100.000 Fahrgäste zusätzlich in München. Doch am Hauptbahnhof herrscht wegen Bauarbeiten ohnehin Platzmangel. Wie dieses Problem gelöst werden soll.

Der deutsche Sommer fand bei Airbnb vor allem in der Natur statt: Mehr als zwei Drittel (67,9 Prozent) der Buchungen in Deutschland entfielen im Sommer 2026 auf ländliche Regionen.

München führt ein Ranking von Fit Reisen zu 177 deutschen Reisezielen an. Auffällig schneiden mehrere kleinere Orte ab: Rottach-Egern und Ofterschwang erreichen die Plätze drei und vier, Bergisch Gladbach und Deidesheim folgen auf den Rängen fünf und sechs.

Die Züge der Deutschen Bahn waren im August zwar etwas pünktlicher unterwegs als zuletzt. Doch wetterbedingte Störungen bei Anlagen führten erneut zu erheblichen Verzögerungen für Fahrgäste.

Im Strandkorb über Sorgen sprechen, beim Spaziergang neue Gedanken fassen: Wie die Tourismusseelsorge Urlauber dabei unterstützen will, die Maske des Alltags abzulegen. Eine Sommerbilanz.