Warnstreik: Welche Rechte Bahnreisende haben

| Tourismus Tourismus

Bahnreisende und Pendler müssen am Freitag wegen des angekündigten Warnstreiks der Gewerkschaft EVG mit massiven Einschränkungen rechnen. Der Ausstand soll von 03.00 bis 11.00 Uhr laufen.

Der Fernverkehr wird bis 13.00 Uhr komplett eingestellt, kündigte die Deutsche Bahn an. Bei den IC und ICE muss man bis zum Abend mit Beeinträchtigungen rechnen, beim Regionalverkehr soll es schneller wieder normal laufen.

Welche Rechte haben Betroffene, wenn der Zug gar nicht oder erst viel später fährt? Hier kommt eine kurze Übersicht:

Anderer Zug oder Geld zurück

Die Deutsche Bahn bietet Reisenden im Fernverkehr wieder eine Kulanzregelung an. Wer bis diesen Dienstag (18.04.) ein Ticket für den Streiktag gekauft hat, kann es bis Dienstag in der nächsten Woche (25.04.) flexibel einsetzen – die Zugbindung ist aufgehoben, auch Regios darf man alternativ nutzen.

Auch Nahverkehrstickets des sogenannten Deutschlandtarifs für den Streiktag können noch bis nächsten Dienstag flexibel genutzt werden.

Wer diese Kulanzregelungen nicht in Anspruch nimmt, kann sich die Kosten für die streikbedingt ausgefallene Fahrt erstatten lassen. Für im Internet über ein Kundenkonto gekaufte Tickets geht das mit einem Online-Antrag auf «bahn.de» oder in der «DB-Navigator»-App. Sonst bleibt nur, die Kosten schriftlich zurückverlangen.

Dafür muss man das Fahrgastrechte-Formular ausfüllen und per Post an Servicecenter Fahrgastrechte, 60647 Frankfurt/Main senden.

Im Detail kann man die Regelungen hier nachlesen: www.bahn.de/info/sonderkulanz

Rechte bei Verspätung

Bei Zugverspätungen können Bahnreisende Entschädigungen verlangen: Kommt die Bahn zwischen 60 und 119 Minuten zu spät am Zielbahnhof an, sind es 25 Prozent des Ticketpreises, ab einer Verspätung von 120 Minuten sind es 50 Prozent.

Zudem gilt: Ab einer Verspätung von mehr als einer Stunde müssen dem Reisenden «Mahlzeiten und Erfrischungen in einem angemessenen Verhältnis zur Wartezeit» angeboten werden.

Im Detail kann man die Fahrgastrechte etwa auf der Website der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personennahverkehr nachlesen.

Die Entschädigungen muss man ebenfalls über einen Online-Antrag oder das Fahrgastrechte-Formular beantragen. Ratsam ist, sich Verspätung von einem Mitarbeitenden der Bahn bestätigen zu lassen. Ist dafür niemand greifbar oder ist die Schlange am Bahnhof zu lang, sollten Betroffene als Beleg zumindest Fotos von Anzeigetafeln machen. Auch Screenshots in der App oder von der Website helfen dabei, Verspätungen oder Zugausfälle zu dokumentieren, raten Verbraucherschützer.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die GBTA erwartet für 2026 Geschäftsreiseausgaben von 404 Milliarden Euro in Europa. Während die Ausgaben um sieben Prozent steigen sollen, wächst die Zahl der Reisen laut Prognose lediglich um 0,7 Prozent. Deutschland bleibt der größte europäische Geschäftsreisemarkt.

Das Ferienhaus-Portal Holidu hat das Suchinteresse bei Google für deutsche Kleinstädte mit weniger als 20.000 Einwohnern ausgewertet. Dabei führen Füssen und Winterberg das aktuelle Ranking an.

Hunderttausende Touristen zieht es Jahr für Jahr an die gleichen Orte. Die Europäische Kommission will die Länder dabei unterstützen, Folgen auszugleichen - und Europas Tourismus stärken.

Booking.com hat seine Reiseprognosen für 2027 veröffentlicht. Eine Befragung in Deutschland zeigt veränderte Urlaubswünsche – von stimmungsbasierter Reiseplanung über unterschiedliche Budgetvorstellungen bis zum Einsatz künstlicher Intelligenz.

Der Fahrradtourismus hat 2025 in Deutschland einen Bruttoumsatz von 18,1 Milliarden Euro ausgelöst. Eine neue Untersuchung des Deutschen Tourismusverbandes zeigt zudem, wo weiteres Nachfragepotenzial besteht.

Regen statt Schnee und hohe Betriebskosten: Am Kolben in Oberammergau wird nach 15 Jahren der klassische Wintersportbetrieb eingestellt. Was die Betreiber zu dem Schritt sagen.

Nach dem Spatenstich für die Munich Arena in Freising prognostiziert eine Deloitte-Studie eine jährliche Bruttowertschöpfung von rund 355 Millionen Euro für die Region. Von zusätzlicher Nachfrage sollen auch Hotellerie und Gastronomie profitieren. Zum Projekt gehört ein Tempo by Hilton mit 199 Zimmern.

Center Parcs Deutschland steigerte im Geschäftsjahr 2025/26 die Auslastung seiner sechs Ferienparks auf 80,8 Prozent. Besonders die Nachfrage nach Aufenthalten außerhalb der Schulferien nahm zu.

Vor Flügen in die Vereinigten Staaten muss ab Mitte nächster Woche eine zusätzliche Erklärung abgegeben werden. Der Hintergrund ist der Ebola-Ausbruch im Kongo. Was US-Reisende wissen müssen.

Baden-Baden führt das Ranking der meistgesuchten deutschen Kurorte mit rund 451.000 monatlichen Suchanfragen an. Eine Auswertung von Fit Reisen zeigt außerdem regionale Unterschiede und abweichende Präferenzen in ausländischen Märkten.