«Wir sind sehr happy» - Urlaubsregionen in Niedersachsen erwarten viele Sommergäste

| Tourismus Tourismus

Wer im Sommer in Niedersachsen urlauben möchte, sollte mit einer Buchung nicht mehr all zu lange warten. Auf den Ostfriesischen Inseln etwa gibt es zwar noch einige freie Zimmer, viele Unterkünfte sind für die kommenden Wochen aber schon ausgebucht, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Tourismusverbänden in Niedersachsen hervorgeht. Freie Kapazitäten melden auch Tourismusorte im Binnenland, in der Lüneburger Heide und im Harz - allerdings ist dort die Auslastung teils ebenso schon hoch.

- Ostfriesische Inseln: Für die Suche nach einer Urlaubsunterkunft auf den Ostfriesischen Inseln empfehlen die Kurverwaltungen eine Anfrage bei der örtlichen Zimmervermittlungen oder über die Vermittlungen im Internet. Spiekeroog und Juist melden für die Ferienzeit bereits eine «sehr gute» Buchungszahlen - vor allem für August ist die Auswahl teils deutlich eingeschränkter als im Juni und Juli. Auf Baltrum finden Inselurlauber noch bis Mitte Juli sowie ab Mitte August Unterkünfte - dazwischen wird es schwer. Da Ferienwohnungen stärker nachgefragt sind als sonst, empfiehlt die Kurverwaltung auf Zimmer in Hotels und Pensionen auszuweichen.

 

Auf Wangerooge sind im Juli schon bis zu 90 Prozent der Unterkünfte ausgebucht. «Der Peak ist - wie in jedem Jahr - Ende Juli, Anfang August, da auf Wangerooge die Tenniswoche stattfindet», sagte Rieka Beewen von der Gemeinde- und Kurverwaltung Wangerooge. Dann sind auf der Insel so gut wie keine Unterkünfte mehr zu bekommen. «Auch die Strandkörbe sind in diesem Zeitraum bereits so gut wie ausgebucht.»

Die Reederei AG EMS, die den Fährverkehr nach Borkum betreibt, kündigte bereits an, wegen einer hohen Nachfrage an den Hauptanreisetagen zusätzliche Fährverbindung einzuplanen. «Insofern gehen wir von einem sehr guten Sommergeschäft aus, was insbesondere aufgrund der pandemiebedingten Unsicherheiten auch notwendig ist», sagte Reederei-Sprecherin Corina Habben.

- Lüneburger Heide: Auch die Heide ist in den Sommermonaten eine gefragte Urlaubsregion. Dort sind bislang mehr als 80 Prozent der Unterkünfte ausgebucht. «Wir sind sehr happy», sagte der Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH, Ulrich von dem Bruch. «Es gibt den Effekt, dass die Menschen ihren Urlaub erst zwei bis vier Wochen vorher buchen. Deshalb glauben wir, dass wir alles vollkriegen.» Allerdings sei man insgesamt noch etwa 20 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. «Ostern und Pfingsten waren schon wieder wie 2019, aber eben nicht ganz durchgängig», sagte er. Und man wisse zudem nicht, wie sich der Herbst wegen der Pandemie entwickele.

Deutlich mehr junge Leute interessierten sich für die Heide: «Ein massives Hauptmotiv ist Wandern», betont von dem Bruch. Der 223 Kilometer lange Heidschnuckenweg sei in der Saison so gut wie ausgebucht. Sehr gut gefragt seien die neuen kleinen Heideschleifen - Wanderrouten von 5 bis 20 Kilometern.

- Harz: «Die Buchungslage ist gut, aber es ist noch etwas Luft nach oben», sagte eine Sprecherin des Harzer Tourismusverbandes. Reisende buchten zunehmend spontaner und kurzfristiger. Das liege nicht zuletzt auch an der Corona-Pandemie, hieß es aus dem Harz.

Größere Gruppen sollten sich vorab bei den Touristeninformationen über freie Betten informieren. «Familien, Paare und Alleinreisende finden jedoch in allen Unterkunftskategorien noch etwas», sagte die Sprecherin. Städte wie ländlichere Orte seien im nördlichsten deutschen Mittelgebirge gleichermaßen gefragt.

- Nordseeküste: In Ostfriesland registrieren die Zimmervermittlungen zurzeit viele kurzfristige Buchungsanfragen, wie die Sprecherin der Ostfriesland Tourismus GmbH, Wiebke Leverenz, sagte. «Wer jetzt noch etwas sucht, sollte schnell Nägel mit Köpfen machen.» In der Hochzeit von Mitte Juli bis Mitte August sind die Unterkünfte bereits zwischen 70 und 90 Prozent ausgebucht. «Da haben wir schon eine sehr gute Auslastung.» Wer nicht auf einen bestimmten Urlaubsort festgelegt und auch bei der Reisezeit flexibel sei, könne noch freie Zimmer und Unterkünfte finden, sagte Leverenz.

In der Krummhörn und rund um den bei Touristen beliebten Fischerort Greetsiel blicken die Touristiker ebenso zuversichtlich auf die Saison: «Wir sind jetzt bereits so gut wie auf Vorjahresniveau und denken, dass wir den Sommer mit einigen Prozentpunkten über dem Vorjahr werden abschließen können», teilte der Marketingleiter der Touristik GmbH, Wolfgang Lübben, mit Blick auf die Buchungslage mit.

Im Nordseebad Otterndorf ist die Buchungslage ähnlich gut - freie Unterkünfte gibt es dort kurzfristig nur noch durch Stornierungen oder Lücken im Buchungskalender. «Starke Zuwächse gibt es glücklicherweise wieder im Gruppengeschäft der Herbergen und Ferienlager, welches im Vorjahr noch sehr problematisch war», teilte Michael Johnen von der Samtgemeinde Land Hadeln mit.

Internet


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Airbnb-Analyse zeigt, welche naturnahen Ziele in Deutschland im Sommer 2026 bei Reisenden besonders an Beliebtheit gewonnen haben. Dabei dominieren Regionen am Bodensee sowie Standorte an Nord- und Ostsee.

Rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die wohl berühmteste deutsche Kirche, den Kölner Dom. Bislang war das kostenlos. Für Besucher ändert sich das jetzt - doch es gibt Ausnahmen.

Eine aktuelle Studie von Booking.com verdeutlicht Diskrepanzen zwischen dem Wunsch nach nachhaltigem Reisen und dem tatsächlichen Handeln der verschiedenen Generationen.

Der Tourismus in Rheinland-Pfalz ist mit steigenden Gäste- und Übernachtungszahlen in das Jahr 2026 gestartet. Besonders die Regionen Rheinhessen, Mosel-Saar und Ahr legten im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr zu.

Der Deutsche Reiseverband hat die Bewerbungsphase für den Umweltpreis Ecotrophea 2026 eröffnet. Im Mittelpunkt der diesjährigen Auszeichnung steht die Zusammenarbeit zwischen Tourismusunternehmen und lokalen Gemeinden.

Eine neue Umfrage belegt, dass 34 Prozent der Deutschen ihren Sommerurlaub aufgrund begrenzter Budgets einschränken oder ganz darauf verzichten müssen. Dabei spielt die laufende Kostenkontrolle für die Mehrheit der Reisenden eine entscheidende Rolle.

Fertitta Entertainment hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Caesars Entertainment geschlossen. Der Kaufpreis beläuft sich laut Unternehmensangaben auf 17,6 Milliarden US-Dollar einschließlich übernommener Schulden.

Tourismusunternehmen rund um den Bodensee ziehen überwiegend eine positive Zwischenbilanz zum Saisonstart 2026. Vor allem Schifffahrt, Freizeitziele und Bergbahnen melden stabile oder steigende Besucherzahlen.

Die Engpässe bei der Kerosinversorgung durch die Straße von Hormus sollen für Passagiere in Deutschland ohne Folgen bleiben. Der Flug in den Urlaub sei garantiert, versichern verschiedene Anbieter.

Trotz Rekord-Übernachtungszahlen 2025 steckt die Tourismuswirtschaft in Niedersachsen in einem Stimmungstief: Vor allem hohe Kosten für Energie und Lebensmittel sorgen viele Betriebe – doch es gibt Ausnahmen.