Wo allein reisende Frauen am liebsten Urlaub machen: Deutschland auf Platz eins

| Tourismus Tourismus

Mit Blick auf den Weltfrauentag am 8. März hat HolidayCheck in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov eine repräsentative Studie in Deutschland durchgeführt, die untersucht, in welchen Ländern sich allein reisende Frauen besonders wohl fühlen und in welchen nicht. Die Ergebnisse sind eindeutig: Viele Länder in Europa schneiden überdurchschnittlich gut ab, Ländern in der arabischen Welt dagegen stehen viele Frauen eher skeptisch gegenüber. Das Beispiel Oman zeigt, dass die Schere zwischen Vorstellung und Wirklichkeit oftmals weit auseinanderklafft.

Fast jede vierte Frau in Deutschland war schon allein auf Reisen

Auch wenn die Vorstellung alleine zu verreisen auf den ersten Blick wenig ansprechend oder einschüchternd wirken mag: Solo-Reisen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Dabei zieht es nicht nur Männer allein in die Ferne – auch immer mehr Frauen entdecken das Thema für sich. So waren 24 Prozent der im Zuge der Studie befragten Frauen in Deutschland schon öfter allein im Urlaub. Besonders die befragten Berlinerinnen verreisen gerne ohne Begleitung – unter ihnen sind es sogar 35 Prozent. Hinsichtlich der Art des Urlaubs gibt es dabei deutliche Unterschiede – mit 57 Prozent können sich die meisten Frauen einen Städtetrip allein vorstellen, gefolgt von einer Kulturreise mit 47 Prozent und einem Wellnessurlaub mit 45 Prozent. Lediglich elf Prozent der Frauen wollen sich dagegen auf eigene Faust auf eine Sportreise begeben.

Die Gründe, warum immer mehr Frauen allein urlauben sind vielfältig: 41 Prozent der befragten Frauen in Deutschland geben an, komplett selbstbestimmt sein zu wollen, während 38 Prozent eine Auszeit vom Alltag als Hauptgrund nennen. 33 Prozent der Befragten schätzen am Alleinreisen, dass sie dadurch keine Kompromisse eingehen müssen.

Die Zahlen belegen allerdings auch: Mehr als die Hälfte der Frauen in Deutschland fährt nicht regelmäßig allein in den Urlaub. Oftmals herrscht noch immer eine gewisse Verunsicherung - so geben 58 Prozent der Frauen, die nicht allein verreisen, an, dass sie sich dabei unwohl fühlen würden. 55 Prozent sagen, dass sie die schönen Momente im Urlaub lieber mit jemandem teilen würden, ebenso viele denken, dass sie sich allein im Urlaub einsam fühlen würden. 52 Prozent fürchten sich vor Kriminalität im Ausland.

Europa top, Arabische Welt flop

Fakt ist: Ob eine Frau sich allein im Urlaub wohl oder unwohl fühlt, hängt maßgeblich von der Wahl des Reiseziels ab, das belegt die Studie ganz eindeutig. Besonders Länder, die in der allgemeinen Wahrnehmung gerne mit negativen Stereotypen in Verbindung gebracht werden oder in denen Minderheiten tatsächlich mit Diskriminierung rechnen müssen, schneiden schlecht ab. Schlusslicht ist Saudi-Arabien – hier würden sich nur knapp sieben Prozent der befragten Frauen allein wohl fühlen, 77 Prozent dagegen sehr oder eher unwohl. Auch die anderen Länder am Ende der Liste stammen zum Großteil aus dem arabischen Raum, so folgen nach Saudi-Arabien der Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko und Ägypten. Nur Indien auf dem drittletzten Platz markiert einen Ausreißer. Besonders wohl würden sich die Alleinreisenden dagegen in Europa fühlen. Spitzenreiter ist Deutschland – hier würden sich 73 Prozent der befragten Frauen allein wohl fühlen, während sich nur drei Prozent sehr unwohl fühlen würden – gefolgt von Österreich, den skandinavischen Ländern, Italien und Spanien.

Der Oman: Fortschrittliches Land mit schlechtem Image

Einige Ergebnisse der Studie sind überraschend. So schneiden die USA als Urlaubsziel für allein reisende Frauen denkbar schlecht ab. Nur 33 Prozent der Befragten würden sich in den Vereinigten Staaten allein wohl fühlen – 35 Prozent dagegen sehr unwohl. 25 Prozent antworteten neutral. Damit liegen die USA im Ländervergleich noch hinter der Karibik, knapp vor Polen, und deutlich vor Argentinien und Thailand.

Ein weiteres Phänomen ist Oman, ein Land im Nahen Osten, das als sehr fortschrittlich und modern angesehen wird. Zwar handelt es sich bei dem Staat am gleichnamigen Golf wie bei vielen Nachbarn um eine absolute Monarchie – Staatsoberhaupt Sultan Haitham ibn Tariq und auch sein Vorgänger Qabus ibn Said, der das Land bis 2020 mehr als 50 Jahre lang regierte sind sehr um die Gleichberechtigung der Frau bemüht. In den vergangenen 50 Jahren hat sich Oman von einem der rückständigsten Staaten weltweit zu einem friedlichen Vorzeigeland mit sozialer Stabilität und großem Wohlstand gewandelt.

Heute gibt es hier Ministerinnen, Botschafterinnen, Managerinnen, die Pay-Gap zwischen Männern und Frauen ist geringer als in Deutschland und die Kriminalitätsrate ist außergewöhnlich niedrig. Dennoch landet Oman in der Studie von HolidayCheck auf dem vorletzten Platz, was beliebte Destinationen bei allein reisenden Frauen angeht. Nur acht Prozent der Befragten würden sich laut den Ergebnissen allein in Oman wohlfühlen, 68 Prozent dagegen nicht. Das Beispiel legt nahe, dass manche, objektiv sichere Reiseländer allgemein als bedrohlich empfunden werden, obwohl es dafür keinerlei Anhaltspunkte gibt.

Zusammenfassend macht die Studie deutlich, dass das Thema Alleinreisen längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und sich großer Beliebtheit erfreut.

Nina Hammer, Pressesprecherin von HolidayCheck: „Wie wohl sich eine allein reisende Frau im Urlaub fühlt, hängt stark von der Art des Reisens, den Situationen, denen sie vor Ort ausgesetzt ist und nicht zuletzt dem Reiseland selbst ab. Dabei gilt: Don’t judge a book by it’s cover – oftmals lohnt ein genauerer Blick, um das perfekte Reiseziel für sich zu finden. Das gilt auch dann, wenn Urlauberinnen denken, bereits gut über ein Reiseland Bescheid zu wissen: Oft sind es am Ende doch eher Klischees und veraltete Informationen, die mit einer gründlichen Recherche revidiert werden können. Einige Beispiele aus unserer repräsentativen Studie zeigen, dass Urlauberinnen sich nicht gut mit den Gegebenheiten vor Ort auskennen und Länder häufig beispielsweise durch die geographische Nähe zu anderen Zielen aussortiert werden – allerdings ohne sachliche Grundlage. Wer sich vor einem Solo-Trip gut informiert, weiß Bescheid was ihn erwartet und kann außerdem mit einem größerem Sicherheitsgefühl in die Ferien starten.“


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Untersuchung belegt eine hohe Pünktlichkeits-Disziplin deutscher Reisender und zeigt deutliche Unterschiede beim Bedürfnis nach persönlichem Freiraum. Während Senioren die größte Gelassenheit an den Tag legen, fordert die jüngere Generation verstärkt Distanz.

Fit Reisen hat über 7,5 Millionen Google-Bewertungen analysiert, um die besten Stadtparks Europas zu ermitteln. Während Madrid den ersten Platz verteidigt, bleibt Hamburgs Planten un Blomen die bestbewertete Anlage in Deutschland.

In München entsteht mit der „Marina Monaco“ ein temporäres Freizeitareal auf einem ehemaligen Industriegelände. Die Eröffnung ist für Mai geplant, langfristig soll dort ein neues Stadtquartier entstehen.

Am Bodensee spitzt sich ein Streit zwischen deutschen und Schweizer Schifffahrtsunternehmen zu – mit spürbaren Folgen für Fahrgäste. Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt (SBS) fährt in dieser Saison den Konstanzer Hafen nicht an. Hintergrund ist ein Streit über Ticketgelder.

Trotz wirtschaftlicher Schwäche stiegen die Geschäftsreisen in Deutschland deutlich an. Die VDR-Analyse zeigt mehr Reisen, sinkende Kosten und veränderte Strukturen im Markt.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus analysiert fortlaufend die Folgen des Iran-Konflikts für den Tourismus nach Deutschland. Berichte zeigen Auswirkungen auf Flugverkehr, Preise und Nachfrage.

Nach Wochen im Persischen Golf haben die «Mein Schiff 4» und «Mein Schiff 5» die Region verlassen können - zwei geplatzte Reisen können nun stattfinden. Auch andere Schiffe passierten die Meerenge.

In Rottweil wird am kommenden Freitag die neue Fußgänger-Hängebrücke „Neckarline“ eröffnet. Die Brücke überspannt das Neckartal auf einer Länge von 606 Metern und gilt damit als längste Hängebrücke ihrer Art in Baden-Württemberg.

Sylt, Usedom, Norderney: Mobiles Arbeiten mit Meerblick ist auch in SH, MV und Niedersachsen möglich. Neben strandnahen Coworking-Plätzen gibt es dafür mancherorts auch spezielle Strandkörbe.

Leere Betten in Wien, Stornowellen in Zürich, wenig Auswirkungen in Spanien und Italien: Warum der Iran-Krieg Asien-Reisende fernhält und welche Folgen das für Hotels und Händler in Europa hat.