Zu wenig Besucher: Nationalpark Hunsrück-Hochwald soll bekannter werden

| Tourismus Tourismus

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald hat sein Potenzial für den naturnahen Tourismus aus Sicht der Landesregierung noch nicht ausgeschöpft. Eine der größten Herausforderungen werde es sein, «die Wahrnehmung und Sichtbarkeit des Nationalparks auszubauen», erklärte das Umweltministerium in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion (PDF). Fünf Jahre nach seiner Gründung verliere der Nationalpark an Neuigkeitswert und erfordere daher «immer wieder neue Produkte oder Produktinnovationen».

Größte Schwachstelle mit Blick auf die Besucherzahlen seien die Wahrnehmung und Sichtbarkeit von als strukturschwach geltenden Regionen, heißt es in der Antwort. Das Ministerium verwies auf Umfragen, wonach weniger als zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland den Hunsrück oder das Naheland kennen.

Von 2015 bis 2018 bot der Nationalpark nach Angaben des Ministeriums mehr als 2000 geführte Touren an, an denen mehr als 24 000 Besucher teilnahmen. Seit dem vergangenen Jahr gibt es auch Touren zu bestimmten Themen wie Mooren oder den Kelten in der Region. Bei der Begleitung von Rangern wird erläutert, welche Tätigkeiten für den Natur- und Artenschutz im Nationalpark im Vordergrund stehen.

Angestrebt ist, dass etwa zehn Prozent der Besucher an geführten Touren teilnehmen. Wanderwege wie der Saar-Hunsrück-Steig sind der zentrale Ansatzpunkt, um das das Gebiet eigenständig zu erkunden. Zehn vom Nationalparkamt ausgewiesene Rad-Querungen sollen in diesem Jahr auch in das überregionale Radwegenetz eingebunden werden.

«Damit besteht ein solides Kernangebot auf qualitativ hohem Niveau», erklärte der Staatssekretär im Umweltministerium, Thomas Griese (Grüne). Dieses müsse jetzt mit allen Beteiligten schrittweise ausgebaut werden. Daneben müsse auch die Infrastruktur für Besucher weiterentwickelt werden.

«Von der Information, der Anreise, der Orientierung über die Angebote und den Service vor Ort bis hin zur Abreise und Erinnerung heißt es, Qualitätsdefizite zu bearbeiten», betonte Griese. Das betreffe den Nationalpark mit der Infrastruktur an den Nationalpark-Toren ebenso wie die Gastronomie der Region. «Steht die Region um den Nationalpark herum mit seinen Anbietern als qualitativ hochwertige, nachhaltige "Destination" da, wird auch die Vermarktung dafür ausgebaut werden können.» Hier befänden sich der Nationalpark und die umliegende Region immer noch am Anfang. «Der Nationalpark ist mit seinen Partnern auf einem guten Weg, dessen Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist.»

Primäre Zielsetzung von solchen Großschutzgebieten ist allerdings nicht der Tourismus, sondern der Schutz und die Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft. In den ersten Jahren galt das Augenmerk daher vor allem Maßnahmen zur Unterstützung der angestrebten Entwicklung zu einem weitgehend der Natur überlassenen Wald. So gab es etwa gezielte Rodungen von Fichtenbeständen zur Renaturierung von Mooren und Feuchtwiesen bei Börfink. Von Käfern befallene und umgestürzte Fichten bleiben ebenso wie von Sturm umgeworfene Bäume als Totholz liegen und werden so zum Lebensraum von Insekten. Auch soll etwa ein Drittel der bisherigen Wege der Natur überlassen werden, so dass Pflanzen sie überwachsen und Gewässer fließen können. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Schwarzwald Tourismus GmbH hat fünf Orte für ihr Projekt „Schwarzwald.Dorf.Hotel. – Albergo Diffuso“ ausgewählt. Die Modellorte sollen bis Ende 2026 bei der Umsetzung begleitet werden.

Air New Zealand führt ab November 2026 Schlafkabinen mit Etagenbetten in Langstreckenflugzeugen ein. Economy-Passagiere können die Plätze gegen Aufpreis buchen.

Die Wandersaison hat begonnen. Frische Luft, Ruhe, Hobbits, Weitblicke, Lacher, Betätigung in der Natur, Donald Trump, Bier. Wie schön! Genau das bieten Deutschlands kurioseste Wanderwege.

Fast zwei Drittel der von deutschen Gästen über Airbnb gebuchten Übernachtungen im Inland wurden im Jahr 2025 außerhalb von Städten verbracht. Doch in welchen Regionen war es dabei am günstigsten?

Die Nachfrage nach Campingurlaub zu Pfingsten steigt laut aktuellen Daten von PiNCAMP deutlich an und übertrifft das Wachstum der Sommersaison. Während beliebte Regionen bereits hohe Auslastungen melden, bleiben in vielen europäischen Destinationen noch Restkapazitäten.

Berlin-Touristen können sich künftig kleine Vorteile erarbeiten, wenn sie zum Beispiel Müll einsammeln oder sich anderweitig nachhaltig bei ihrer Reise verhalten. Noch diesen Sommer soll das Programm «BerlinPay» starten.

Der Münchner Flughafen leidet seit der Eröffnung 1992 an einem Geburtsfehler: Er ist mit Fernzügen nicht erreichbar. Bundesverkehrsminister Schnieder deutet an, dass das Manko behoben werden könnte.

Der Arbeitskampf bei der Lufthansa geht weiter. Nun streiken die Piloten. Welche Rechte haben betroffene Reisende - und was unternimmt Deutschlands größte Airline? Ein Überblick.

Eine aktuelle Analyse von Accor identifiziert das Mittelrheintal als die Region mit der höchsten Burgendichte in Deutschland. Das Ranking vergleicht zudem die Erreichbarkeit und Besichtigungsmöglichkeiten der historischen Anlagen.

Die Auslastung der Beherbergungsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern lag zu Ostern 2026 laut Umfrage unter den Erwartungen. Als Gründe werden unter anderem gestiegene Kraftstoffpreise und wetterabhängige Reiseentscheidungen genannt.