Ägypten: Frau durfte kein Hotelzimmer allein buchen - Hotelmanager in Haft

| War noch was…? War noch was…?

Weil er eine alleinreisende Frau nicht unterbringen wollte, ist ein Hotelmanager in Ägypten zu einem Jahr Haft und umgerechnet rund 800 Euro Strafe verurteilt worden. Die Journalistin Alaa Saad versuchte im Januar in der Stadt Port Said, ein Einzelzimmer zu buchen, was der Manager verweigerte. Nachdem ein Gericht im März geurteilt hatte, dass es sich nicht um Diskriminierung aufgrund von Geschlecht handle, kippte ein Berufungsgericht diese Entscheidung nun. 

Saad feierte das Urteil mit einem Post bei Facebook. Die New Woman Foundation, eine Organisation zur Stärkung der Frauenrechte in Ägypten, bezeichnete das Vorgehen des Managers als «Diskriminierung mit dem Ziel, soziale und moralische Vormundschaft durchzusetzen». Der Organisation zufolge ist es das erste Mal, das ein Gericht eine Strafe wegen Diskriminierung von Frauen im Land verhängt. Der Manager kann das Urteil noch anfechten.

Versuch einer männlichen Aufsicht - wenn auch informell

Eine offizielle Regelung dazu, dass Hotels keine alleinreisenden Frauen beherbergen dürfen, gibt es in Ägypten nicht. Ägypterinnen haben in vergangenen Jahren aber mehrfach von ähnlichen Fällen berichtet vor allem in günstigeren Unterkünften. Menschenrechtler sprechen von Versuchen, Frauen ihre Unabhängigkeit zu verweigern und diese informell einer männlichen Aufsicht zu unterstellen.

Ägypten ist mehrheitlich muslimisch. Für unzählige Frauen etwa im Großraum der Hauptstadt Kairo oder in Alexandria sind Reisen allein völlig normal. Bei Familien in ländlichen und traditionelleren Gegenden kommt es aber seltener vor. 

Traditionell durfte eine Frau nach islamischer Lehre nicht ohne männlichen Begleiter reisen - konkret ein enger Verwandter («Mahram»). Durch die heutige Art des Reisens etwa per Auto oder Flugzeug, die deutlich sicherer ist als in früheren Jahrhunderten, sehen viele Gelehrte diese Regeln aber lockerer. In den meisten Ländern der arabischen Welt wurden sie abgeschafft, es gibt teils aber noch verwandte Vorschriften wie etwa die Regelung in Saudi-Arabien, dass Frauen ihren Ehemännern «auf angemessene Weise gehorchen» müssen. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ob beim Shopping, im Restaurant oder im Job: Millionen Menschen berichten von Alltagsdiskriminierung. Welche Gruppen besonders betroffen sind und welche Folgen das für sie hat.

Ein 68-Jähriger steht im Verdacht, Anleger mit Bauprojekten getäuscht und so einen Millionenschaden verursacht zu haben. Gelockt hatte er sie etwa mit einem angeblichen Hotel-Projekt in Konstanz. Nun wurde Anklage gegen ihn erhoben.

Mit 1,6 Promille zieht ein Mann durch Melsunger Kneipen, verletzt einen Gast und schlägt einen Wirt. Der Tatverdächtige hatte laut Polizei 1,6 Promille Alkohol im Blut.

Nach einer medizinischen Notlage in einem Alsfelder Hotel wurden 13 Personen in Kliniken eingeliefert, fünf davon in kritischem Zustand. Laut Angaben der Polizei wurden das Gesundheitsamt sowie das Veterinäramt des Vogelsbergkreises eingeschaltet, um den Sachverhalt aufzuklären.

In der Rostocker Yachthafenresidenz Hohe Düne kam es am Sonntag zu einem Brand einer Außensauna. Während keine Personen verletzt wurden, entstand ein Sachschaden von etwa 50.000 Euro. Die Kriminalpolizei ermittelt nun zur Brandursache.

Es geht um versuchten Mord, versuchten Totschlag und Verstöße gegen das Waffengesetz: Vier Verdächtige sind in U-Haft, einer ist auf freiem Fuß. Die Ermittlungen führen nach Bayern und Niedersachsen.

Stoff, der verbindet – mit einem Hauch Nostalgie: Die Weihe einer DEHOGA-Fahne Bayern soll Zusammenhalt zeigen, wirkt aber ein klein wenig wie ein Gruß aus einer anderen Zeit. Kommentar von Marc Schnerr.

Sie gilt als eines der Wahrzeichen des Hamburger Hafens: Die «Cap San Diego». Der Anfang der 1960er-Jahre gebaute Stückgutfrachter ist ein maritimes Denkmal, das inzwischen auch als schwimmendes Hotel dient. An seinem Erhalt beteiligt sich der Bund.

Ein Mädchen wird aus dem Erlebnisbad Rulantica in Südbaden gelockt und missbraucht. Nun ist der Täter verurteilt worden. Zurück bleiben Albträume und viel Kritik am größten deutschen Freizeitpark.

Rechnungen erst mal nicht zu bezahlen, hat dem Schauspieler schon in Österreich Ärger vor Gericht eingehandelt. Jetzt ist in München ein Strafbefehl rechtskräftig geworden.