Ältester Gastgeber Berlins nach schwerer Krankheit zurück in Ganymed Brasserie

| War noch was…? War noch was…?

Während die Zeiten immer schnelllebiger werden, weiß man in der Ganymed Brasserie alte Werte zu schätzen. In dem geschichtsträchtigen Restaurant hält Inhaber Michael Pankow die Historie bewusst lebendig – durch den Raum und durch die Menschen, die in der Ganymed Brasserie arbeiten. So gilt der Franzose Patrick Willems als der älteste Gastgeber der Stadt. Nach einer schweren Krankheit kehrt er nun an seinen Arbeitsplatz zurück.

Der Lebenslauf des heute 74-Jährigen ist so bunt wie die Hauptstadt selbst. Aufgewachsen zwischen Frankreich, dem Kongo und Nicaragua kam Willems vor fast 50 Jahren über Umwege in die Gastronomie. Zunächst betrieb er ein eigenes Hotel in Tours, ehe er zum 5-Sterne-Haus Hetzel in den Schwarzwald wechselte.

In den 1980er Jahren verschlug es ihn nach Berlin – zunächst ins Hotel Excelsior als Concierge, später als Restaurantleiter in die Paris Bar. Um sich weiterzubilden wechselte Willems immer wieder ins Hotelfach – u.a. in das Hotel Schweizerhof –, dabei blieb er im Herzen der Paris Bar treu, die ihn als Direktor und ein weiteres Mal als Restaurantleiter und Serviceleiter zurückholte.

Patrick Willems sagt: „2009 habe ich mit der Ganymed Brasserie eine große Liebe gefunden. Die Geschichte des Restaurants, aber vor allem die französische Atmosphäre, die uns kreativen Freiraum lässt und zugleich das Wohl des Gastes in den Fokus rückt, faszinieren mich sehr.“

Michael Pankow weiß, welchen Schatz er als Gastgeber gefunden hat: „Natürlich merkt man Patrick Willems sein Alter an, aber das ist auch gut so“, meint Pankow, „meist kennt er die Wünsche der Gäste, bevor sie die äußern“, erzählt er. Deshalb hat Pankow auch zu Willems gehalten, als der in den letzten Jahren „einen harten Überlebenskampf gegen den Krebs“ geführt hat, wie der Franzose es ausdrückt. Willems hat gewonnen und für Pankow war es selbstverständlich, ihm seinen Arbeitsplatz freizuhalten. „Das war auch ein bisschen Selbstzweck“, sagt Pankow, „Patrick füllt unsere Geschichte mit Leben und er ist ein Gastgeber der guten alten Zeit – so einen findet man kein zweites Mal.“

Michael Pankow verfügt über einen zweiten Trumpf: Gastgeber André Stockhausen ist ein Vierteljahrhundert jünger als Patrick Willems, hat sich aber in die Geschichte der Ganymed Brasserie eingearbeitet. Er kennt fast alle Anekdoten von berühmten Persönlichkeiten, die hier eingekehrt sind, kann aber auch von den Anfängen der Brasserie erzählen.

„Die Gäste lieben es, wenn André Stockhausen neben französischen Spezialitäten die historischen Geschichten serviert. Er ist ein hervorragender Erzähler“, sagt Michael Pankow, „dabei verliert er seine Gastgeberpflichten nicht aus den Augen – er und Patrick Willems sind ein super Team.“ Während Patrick Willems meist die Wochenenden übernimmt, trifft man André Stockhause alltags in der Brasserie.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Nach einem Polizeieinsatz in Leipzig ist Freibergs Oberbürgermeister abgetaucht. Auch eine Sondersitzung des Stadtrates bringt nicht mehr Klarheit. Das Rathaus ist im Krisenmodus.

Am Feiertag Nyepi steht die Urlaubsinsel still - auch für Touristen. Ein Mann aus der Schweiz ärgert sich im Internet über die Regeln. Dafür muss er nun ein Jahr ins Gefängnis.

Muss in einer Gießener Vereinsgaststätte Alkohol ausgeschenkt werden oder reicht ein alkoholfreies Angebot? Nun beschäftigt der Fall das Oberlandesgericht in Frankfurt.

In Deutschland kommen sie selten auf den Teller, in Frankreich gelten sie als Leckerbissen. Doch die Hitze hat auch den Schnecken zu schaffen gemacht. Drohen Engpässe beim Festtagsgericht?

Mehr als 30 Menschen klagen in einem Hotel in Weibersbrunn über Magen-Darm-Beschwerden. Die Rettungskräfte werden gerufen. Ins Krankenhaus muss am Ende aber niemand. Unklar ist noch die Ursache.

Darf das Tagebuch der Angeklagten Christina Block verwertet werden? Über diese Frage wird im Landgericht Hamburg gestritten. Die Argumente der verschiedenen Parteien.

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen kommen bei einem Hotelbrand in Westbengalen Menschen ums Leben. Diesmal ist die Millionenstadt Kolkata betroffen.

Mehr als 30 Menschen klagen in einem Hotel in Weibersbrunn über Magen-Darm-Beschwerden. Die Rettungskräfte werden gerufen. Ins Krankenhaus muss am Ende aber niemand.

Die Chefermittlerin im Fall Block hat ihre Zeugenaussage abgeschlossen. Nun können sich die Verteidiger dazu äußern. Mehrere Anwälte erheben Vorwürfe gegen Polizei und Staatsanwaltschaft.

Unbekannte haben in einem Hotel in Hamburg-Heimfeld einen Geldautomaten aufgebrochen und sind mit ihrer Beute geflüchtet. Sprengmittel kamen nach Erkenntnissen der Polizei nicht zum Einsatz.