Block-Anwalt: Es gab kein Treffen mit maskierten Entführern

| War noch was…? War noch was…?

Der Verteidiger von Christina Block hat bestritten, dass sich die Unternehmerin kurz vor der gewaltsamen Rückholung ihrer Kinder mit maskierten Entführern in einem Hotel getroffen habe. Die Behauptung, Frau Block könne irgendwas gewusst haben, sei abwegig, sagte Anwalt Ingo Bott am 39. Verhandlungstag vor dem Landgericht Hamburg.

Christina Block führt seit Jahren einen erbitterten Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann Stephan Hensel um die beiden jüngsten der vier gemeinsamen Kinder. Der Unternehmerin wird vorgeworfen, der israelischen Sicherheitsfirma Cyber Cupola den Auftrag zur Entführung der Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gegeben zu haben. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette «Block House», Eugen Block, bestreitet das. Es gibt sechs weitere Angeklagte.

Der Chef der mutmaßlichen Entführer, David Barkay, hatte vor einigen Wochen als Zeuge ausgesagt, die angeklagte Mutter habe von der geplanten Rückholung Kenntnis gehabt. Sein gesamtes Team sei aus Israel nach Hamburg gereist und habe sich am 28. Dezember 2023 im Hotel Grand Elysée mit Block getroffen. Die Männer seien maskiert gewesen. Block habe dem Team dafür gedankt, dass es gekommen sei, um die Kinder zu retten. Er habe es so verstanden, dass er im Namen der Familie handele.

Bis auf die Tatsache, dass die Kinder mit einem Auto nach Deutschland gebracht werden müssten, seien aber keine weiteren Einzelheiten des Plans mit Block geteilt worden, hatte Barkay erklärt. Bott betonte, es sei unglaubwürdig, dass Block bei so einem angeblichen Treffen nicht mehr habe wissen wollen.

Mutmaßliche Entführer unmaskiert auf Hotel-Kamera

Im Gerichtssaal wurden Fotos aus einer Hotel-Kamera gezeigt, die wenige Tage vor der Entführung in der Silvesternacht 2023/2024 aufgenommen wurden. Darauf sei das Team immer unmaskiert zu sehen, sagte Bott. Einer sei sogar im Bademantel. «So verhält man sich nicht, wenn man sich versteckt.» Es mache keinen Sinn, dass sich die Männer dann bei einem angeblichen Treffen mit Block in einem Besprechungsraum im Hotel hätten maskieren sollen, sagte Bott. 

Christina Block hatte zu Beginn des Prozesses erklärt, dass sich Cyber Cupola eigentlich nur um die Cybersicherheit im zur Block-Gruppe gehörenden Grand Elysée kümmern sollte. Sie sei davon ausgegangen, dass die Israelis vor Silvester in ihre Heimat abgereist seien. Eine Mitarbeiterin dieser Firma habe sie am Neujahrsmorgen 2024 angerufen und ihr mitgeteilt, sie solle zu einem Treffen mit ihren Kindern nach Süddeutschland fahren. Das habe sie damals völlig überrascht. Sie sei dorthin gefahren und habe die Kinder nach Hamburg gebracht.

Trugen die privaten Sicherheitsleute Waffen?

Der frühere Leiter der Hamburger Ermittlungsgruppe berichtete an diesem Prozesstag, wie er zusammen mit weiteren Polizisten und Mitarbeiterinnen des Jugendamtes am 3. Januar 2024 am Wohnhaus von Christina Block geklingelt habe. Das Haus wurde von privaten Sicherheitsleuten bewacht. Eine Mitarbeiterin habe ihm erläutert, das Haus solle vor der Presse und ungebetenen Besuchern abgeschirmt werden, sagte der Zeuge.

In einem eineinhalb Jahre später erstellten Vermerk hielt der Mann zudem fest, die Mitarbeiterin habe damals erklärt, einige der privaten Sicherheitsleute würden Waffen tragen. Die Frau hatte bereits Mitte Januar als Zeugin vor Gericht ausgesagt und war zu diesem Vermerk befragt worden. Die Security-Frau betonte in ihrer Aussage, sie seien bei dem Einsatz unbewaffnet gewesen.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Nach einem Brand in einer Mannheimer Gaststätte entdecken Feuerwehrleute eine tote Frau. Die Obduktion ergibt Hinweise auf massive Gewalt. Nun sitzt ein 25-Jähriger in Untersuchungshaft.

Siebenschläfer legen die Cafeteria Sport der Universität Regensburg seit Juli lahm. Auch Grundreinigungen und der Einsatz eines Kammerjägers haben laut Bild bislang keine Abhilfe geschaffen.

McDonald’s nimmt den McRib ab 28. Oktober 2026 aus seinem dauerhaften Angebot in Deutschland. Nach einer Unternehmensauskunft gegenüber den Stuttgarter Nachrichten bleibt eine spätere Rückkehr als Aktionsprodukt möglich.

Das Wellnesshotel Das Stemp in Niederbayern nutzt seine Tiefgarage als Zwischenspeicher für Poolwasser. Betreiber Herbert Stemp beziffert die jährliche Einsparung auf rund 6,5 Millionen Liter Frischwasser.

Nach dem Besuch eines Döner-Imbisses klagten plötzlich immer mehr Menschen in Oelde über Magen-Darm-Infekte. Auslöser waren aber laut den Behörden keine Lebensmittel, sondern ein ansteckendes Virus.

Der Kölner Sternekoch Daniel Gottschlich veröffentlicht gemeinsam mit seiner Band Peter Sinclair seine erste EP. Die „Post Holiday Depression EP“ umfasst die drei Songs „Better Days“, „The Middle“ und „Post Holiday Depression“.

Eine Umfrage im Auftrag von Holiday Inn zeigt, wie stark Kinder bereits in die Planung von Familienurlauben einbezogen werden. Besonders häufig entscheiden sie bei Aktivitäten, Ausflügen sowie beim Essen mit.

Döner als Wasser? Klingt schräg, wurde jetzt aber in einem Berliner Laden ausgeschenkt. Das Getränk ist ein Beispiel dafür, wie der Klassiker im Fladenbrot gerne anders interpretiert wird.

Der Vorfall liegt bereits fünf Jahre zurück. Der Schauspieler hatte eine Hotelrechnung nicht bezahlt. Das Verfahren vor einem Gericht in Österreich geht nun in die nächste Runde.

Zum Ende des 81. Prozesstages um die Entführung der Block-Kinder hat die Nachricht von der Festnahme des ehemaligen BND-Präsidenten August Hanning wegen Spionageverdachts für Aufmerksamkeit gesorgt.