CSU schützt Marke „Söder Kebab“ – Gastronomie und Politik kritisieren Söders Ess-Inszenierungen

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Foto: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Die CSU hat beim Deutschen Patent- und Markenamt die Wort- und Bildmarke „Söder Kebab“ eintragen lassen. Unter den Registernummern 302024008374 (Wortmarke) und 302024008375 (Bildmarke) sind sowohl der Schriftzug als auch ein rotes Logo mit Markus Söder als Dönermann am Spieß rechtlich geschützt. Die amtliche Veröffentlichung erfolgte nach Ablauf der Widerspruchsfrist Ende Februar 2025.

Nutzung und Vermarktung

Der Markeninhaber ist die CSU, die die Nutzungsrechte über ihre Tochterfirma Bavaria Werbe- und Wirtschaftsdienste GmbH besitzt. Bereits im April 2024 erhielt diese eine Lizenz zur Nutzung der Marke. Im CSU-Fanshop sind Fanartikel mit dem Logo erhältlich, darunter T-Shirts für 19,99 Euro und Pullover für 35,99 Euro. Auf dem CSU-Parteitag 2024 wurde der „Söder Kebab“ mit Putenfleisch, Salat, Tomaten, Schafskäse, Knoblauch und Chilipulver zum Preis von drei Euro angeboten. Der Schutz umfasst laut Markeneintragung neben Werbeleistungen auch Fleisch- und Fleischerzeugnisse sowie Druckerzeugnisse wie Flyer und Aufkleber.

Vorwurf des „Gastropopulismus“

Markus Söder veröffentlicht auf Instagram regelmäßig Fotos und Videos von seinen Mahlzeiten unter dem Hashtag #söderisst. Dabei fällt besonders seine Vorliebe für Fleischgerichte und Döner auf. Kommunikationswissenschaftler Carsten Reinemann von der Ludwig-Maximilians-Universität beschreibt dieses Verhalten im „Stern“ als „Gastropopulismus“ – also die bewusste Inszenierung von Essen, um Nähe zur Bevölkerung herzustellen: „Ziel ist oftmals die Herstellung von Nähe zur Bevölkerung. Deshalb lassen sich gerade Populisten auch gern beim gemeinsamen Essen mit Bürgerinnen und Bürgern ablichten.“

Kritik aus Gastronomie und Politik

Sternekoch Christian Bau kritisierte in einer Kolumne im Magazin Feinschmecker Söders öffentliche Fast-Food-Auftritte scharf: „Warum muss sich der bayerische Ministerpräsident, der einem Land mit großer kulinarischer Tradition vorsteht, so peinlich für einen internationalen Großkonzern mit einem faden und weltweit gleichförmigen Speisenangebot Werbung machen? ... Ein Tritt in die Magengrube einer ganzen Branche.“

Weitere prominente Küchenprofis und Experten kritisieren in dem Online-Magazin Kaisergranat.com, dass Markus Söder die bayerische Küche durch die permanente Fokussierung auf Wurst einseitig darstelle und betonen das große kulinarische Potenzial regionaler Produkte. Stevan Paul verurteilt den populistischen Umgang mit Genuss und Ernährung und hebt deren Bedeutung als Beitrag zu Lebensglück und Gesundheit hervor. Denise Wachter kritisiert, dass Söder die vielfältige bayerische Gastronomie ignoriere und Sterneküche als elitäres „Schischi“ abtue. Jens Rittmeyer sieht die öffentliche Unterstützung von Fast-Food-Konzernen durch Söder als problematisch und bemängelt dessen fehlende Vorbildfunktion.

Aus politischer Sicht äußerte sich der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck kritisch zu Söders Essensinszenierungen: „Dieses fetischhafte Wurstgefresse von Markus Söder ist ja keine Politik“, sagte Habeck und fügte hinzu, dass solche Inszenierungen von den eigentlichen Krisen ablenkten und Talkshows sowie Schlagzeilen mit Scheinproblemen füllten.

Zustimmung aus der Döner-Branche

Vom Verband der Dönerproduzenten Deutschlands kam Zustimmung zur Marke: Sprecher Erdogan Koc lobte Söders Engagement als „großer Döner-Fan“ und begrüßte die geschützte Marke: „Wir würden uns freuen, wenn es den Söder-Kebab bald auch irgendwo zu kaufen gibt.“


 

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