Ferran Adrià über Technik in Restaurants: „Für 70 Euro nicht vom Roboter bedienen lassen“

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(Foto: © Pepo Segura)

Der Koch und Präsident der Stiftung elBulli, Ferran Adrià, hat sich bei Veranstaltungen von CaixaBank in Zaragoza kritisch zum möglichen Einsatz von Robotern in der Gastronomie geäußert. Wie die spanische Zeitung El Periódico de Aragónberichtet, nahm Adrià an mehreren Terminen zum Thema unternehmerische Führung in der Gastronomie teil.

Zurückhaltende Einschätzung zur Automatisierung

Adrià sieht den Einsatz von Robotik in der Gastronomie laut Bericht differenziert. Während automatisierte Abläufe in bestimmten Segmenten denkbar seien, bleibe die Restauranterfahrung eng mit handwerklicher Arbeit verbunden.

„In einem McDonald's ist es möglich, dass eines Tages ein Roboter arbeitet, aber ich sehe kein Restaurant, in dem man 70 Euro bezahlt und von einem Roboter bedient wird. Dann bleibe ich lieber zu Hause“, sagte er laut El Periódico de Aragón.

Auch beim Thema künstliche Intelligenz äußerte sich Adrià zurückhaltend. Nach seinen Angaben handelt es sich dabei vor allem um eine Weiterentwicklung bestehender Technologien, deren Auswirkungen je nach Branche unterschiedlich ausfallen könnten.

Managementdefizite in vielen Betrieben

Neben technologischen Entwicklungen verwies Adrià auf strukturelle Herausforderungen in der Gastronomie. Nach seinen Angaben fehlt es vielen Betrieben an grundlegender betriebswirtschaftlicher Planung.

„Management ist alles“, erklärte er laut Bericht. Gleichzeitig hätten weiterhin 98 Prozent der Betriebe kein Jahresbudget: „Heute ist das obligatorisch, und trotzdem machen es weiterhin 98 Prozent der Betriebe nicht.“

Als häufigen Fehler bei Neugründungen nannte Adrià das Fehlen eines klaren Geschäftsplans. „Genau das: keinen Plan zu haben“, sagte er. Zudem bestehe ein generelles Defizit in der wirtschaftlichen Bildung: „Es gibt keine unternehmerische und finanzielle Bildung.“

Steigende Kosten und strukturelle Veränderungen

Weitere Herausforderungen ergeben sich laut Adrià aus steigenden Kosten und veränderten Rahmenbedingungen. Dazu zählen unter anderem Arbeitszeitregelungen, steuerliche Belastungen und die Entwicklung der Rohstoffpreise.

Diese Faktoren hätten Auswirkungen auf die Preisgestaltung in der Gastronomie. Gleichzeitig verwies Adrià auf Unterschiede zwischen Regionen sowie auf die Bedeutung des Tourismus für die Nachfrage.

Nach seinen Angaben gibt es in Spanien rund 300.000 gastronomische Betriebe, darunter etwa 80.000 Restaurants und 230.000 Bars. Das Ernährungssystem insgesamt mache rund 27,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, während der Tourismus je nach Berechnung zwischen 13 und 18 Prozent liege.

Bildungsinitiativen der Stiftung elBulli

Die Stiftung elBulli engagiert sich laut Bericht seit Jahren in der Aus- und Weiterbildung für die Branche. Ziel sei es, betriebswirtschaftliche und finanzielle Kenntnisse stärker zu vermitteln.

Adrià verwies in diesem Zusammenhang auf verschiedene Projekte, darunter Kooperationen mit Hochschulen sowie Initiativen im Bereich Gastronomie und Landwirtschaft.


 

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