Gastwirt getötet - Zeuge berichtet von Geständnis

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Im Prozess um den Tod eines türkischen Gastwirts hat ein ehemaliger Mitinsasse eines Angeklagten dem Landgericht Würzburg von einem angeblichen Geständnis des 50-Jährigen berichtet. «Er hat gesagt, er hat geschossen», sagte der 38-Jährige, der mit dem Angeklagten zusammen in Würzburg im Gefängnis saß. «Sein Vater war anscheinend der Auftraggeber. Er hat es mir so gesagt.» Es sei wohl um Geld gegangen. 

«Er sagte, dass er fünf Schüsse abgegeben habe», schilderte der unter anderem wegen räuberischer Erpressung vorbestrafte Mann. Er habe keinen Grund, den Angeklagten zu Unrecht zu belasten. Hafterleichterungen hat er nach eigenen Worten wegen seiner Aussage in dem Fall nicht bekommen. 

Vater (67) und Sohn stehen mehr als 26 Jahre nach der Bluttat vor Gericht - angeklagt wegen Mordes. Laut Staatsanwaltschaft soll der Sohn am 5. Januar 1999 als damals 23-Jähriger im Auftrag seines Vaters den 55 Jahre alten Gastwirt erschossen haben, um einer Geldforderung Nachdruck zu verleihen. 

Termine bis August

Die Verteidigung des 67-Jährigen setzt nach eigenen Angaben auf einen Freispruch ihres Mandanten. So viele Jahre nach der Tat sind alle Delikte außer Mord bereits verjährt. 

Im Frühjahr 2024 gingen nach Justizangaben Hinweise zu dem Fall ein, die den Anstoß zu dem Verfahren gaben. Für den Prozess sind bis August Verhandlungstage angesetzt. 

Angeklagter soll Geld verliehen haben

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verlieh der 67-jährige Türke Ende der 90er Jahre Geld an Privatpersonen. Das spätere Opfer soll einen Mann mit dem Geldgeber für ein Darlehen zusammengebracht haben. Der Gastwirt fungierte nach Angaben der Staatsanwaltschaft als Bürge für eine Forderung von wenigstens 50.000 D-Mark. Als der Schuldner das Geld aber nicht wie erwartet zurückzahlte, soll der 67-Jährige das Geld von dem 55-Jährigen verlangt haben. Darüber kam es wahrscheinlich zum Streit.

Der Gastwirt wurde durch mehrere Schüsse in seiner Gaststätte in Würzburg getötet - laut Anklage wurde die gesamte Trommel des Revolvers leer geschossen. Die Tatwaffe ist bislang nicht gefunden. (dpa)


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