Gericht regt Einigung über «Schützenlisl» an

| War noch was…? War noch was…?

Wird es auch in Zukunft auf dem Oktoberfest das Volkssängerzelt «Schützenlisl» von Lorenz Stiftl geben? Um diese Frage ging es am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht (OLG) in München. Denn auch die Münchner Kindl Brauerei erhebt Anspruch auf den Namen und das Bildnis des auf einem Fass tanzenden Biermadls. In erster Instanz hatte das Landgericht München I der Klage der Brauerei stattgegeben, die eine Löschung der Markenrechte gefordert hatte. Doch nun könnte Stiftl mit seiner Berufung teilweise Erfolg haben. Das OLG ließ durchblicken, gegen ein «Schützenlisl»-Festzelt keine rechtlichen Bedenken zu sehen, und regte eine Einigung an. Klappt das nicht, soll ein Urteil am 15. Dezember verkündet werden.

Die Brauerei machte den Vorschlag, Stiftl die Benutzung des Namens «Schützenlisl» zu überlassen. Dafür würde die Brauerei auf ihrem Bier mit dem Bildnis der schönen Coletta Möritz werben, die der Münchner Maler Friedrich August von Kaulbach um 1880 gemalt hatte. Ein Vorschlag, den beide Parteien nun überdenken wollen. «Womit wir nicht leben könnten, wäre, wenn jemand mit unserem Logo ein anderes Bier verkauft», sagte Münchner Kindl-Mitinhaber Dietrich Sailer. Derzeit baut der Traunsteiner in München eine Brauerei für das Bier auf, 2024 soll alles fertig sein.

Stiftl zeigte sich nach der Verhandlung aufgeschlossen: «Leben und leben lassen, das ist unsere bayerische Tradition und das aufrichtige Mitanand ist in der heutigen Welt noch mehr gefragt als je. Deswegen versuchen wir sehr gerne zu einem Konsens zu kommen, den wir schon früher angestrebt hatten, und versuchen eben eine vernünftige Lösung für die Co-Existenz der Marke mit Familie Sailer zu finden.»

Der 58-Jährige hatte das Bild und den Namen «Schützenlisl» 2015 beim Deutschen Patent- und Markenamt eintragen lassen für Dienstleistungen im Bereich der Gastronomie. Diese Marke sei aber verfallen und müsse gelöscht werden, befand das Landgericht im Februar. Der Wirt habe sie fünf Jahre lang nicht benutzt. Der Gastronom hatte 2017 und 2019 erfolglos versucht, ein «Schützenlisl»-Festzelt auf der Wiesn zu bekommen, die 2020 und 2021 dann wegen der Corona-Pandemie ausfiel. Erst 2022 bekam er sein Volkssängerzelt «Schützenlisl». Das OLG wertete die Corona-Pandemie zu seinen Gunsten, ein Festzelt-Betrieb sei in dieser Zeit nicht möglich gewesen.

Die Münchner Kindl Brauerei hatte die Marke 2016 eintragen lassen. Sie will das berühmte Bildnis des Biermadls für ihr Bier verwenden und beruft sich auf die Historie. Schließlich sei die «Schützenlisl», die manche auch mit «ie» schreiben, das erste Logo der alten Münchner Kindl-Brauerei gewesen, die 1869 erbaut, 1903 aber mit der Unionsbräu fusionierte und die Sailer nun wieder etablieren will. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Nach einem Brand in einem Hotel am Mainzer Hauptbahnhof mussten 43 Menschen das Gebäude verlassen. Drei Personen wurden wegen leichter Rauchgasvergiftungen medizinisch versorgt. Wie lokale Medien berichten, handelt es sich bei dem betroffenen Gebäude um das Hotel Königshof .

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anklage gegen einen 55-Jährigen wegen mutmaßlichen gewerbsmäßigen Betrugs erhoben. Der Mann soll mehr als ein Jahr in einem Berliner Hotel gewohnt und Kosten von über 100.000 Euro nicht bezahlt haben.

Nach einer tödlichen Messerattacke auf einen Restaurant-Chef in Hamburg im Februar ist ein 36-jähriger Verdächtiger in der Türkei festgenommen worden. Das bestätigte die Hamburger Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte «Bild» darüber berichtet.

Nach einem Brand in einem Hotel am Mainzer Hauptbahnhof hat die Feuerwehr rund 50 Menschen evakuiert. Drei Personen wurden wegen leichter Rauchgasvergiftungen medizinisch versorgt.

Eine originale Cadbury-Schokoladentafel aus dem Jahr 1900 wird in England versteigert. Die Schokolade war Teil einer Aktion von Königin Victoria für britische Soldaten im Zweiten Burenkrieg.

Ein 35-jähriger Mann ist in Wales zu einer Haftstrafe verurteilt worden, nachdem er mit einer gestohlenen Planierraupe in einen besetzten Pub gefahren war. Der Angeklagte hatte sich zuvor über Äußerungen zur Trennung von seiner Ehefrau geärgert.

Eineinhalb Jahre nach einem Feuer in einem Ausflugslokal an der Bevertalsperre hat es dort erneut gebrannt - und diesmal ist die «Zornige Ameise» komplett abgebrannt. Zahlreiche Einsatzkräfte hatten vergeblich versucht, größeren Schaden abzuwenden.

24 hat den ersten Trailer zum Film „Tony“ veröffentlicht. Der Spielfilm über Anthony Bourdain konzentriert sich laut US-Medien auf dessen frühe Jahre in einer Restaurantküche in Provincetown.

Das Stue Berlin veranstaltet im Juni 2026 den Minigolf Cup Berlin. Laut Mitteilung gehen sämtliche Erlöse der Benefizveranstaltung an den Verein Vincentino e.V. zugunsten kultureller Bildungsprojekte in Berlin.

In einem Hotel in Stuttgart-Nord ist am Dienstagabend ein Brand im Heizraum ausgebrochen. Wegen starker Rauchentwicklung mussten die Gäste das Gebäude verlassen und anderweitig untergebracht werden.