Keine Mordlust bei Kneipenabend - Gericht: versuchter Totschlag

| War noch was…? War noch was…?

 Für die Staatsanwaltschaft war durch eine «Faszination an der Tötung eines anderen Menschen» der Tatbestand des versuchten Mordes erfüllt, die Richter jedoch schlossen sich dieser Auffassung nicht an. Das Tübinger Landgericht hat einen 25-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung verurteilt. Die Kammer sah es am Freitag als erwiesen an, dass er im Herbst einen anderen Mann mit einem Messer angegriffen und dessen Begleiter niedergeschlagen hat. Damit blieb das Gericht deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Diese hatte zuvor eine Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren beantragt und sah durch eine «Faszination an der Tötung eines anderen Menschen» ein Mordmerkmal als erfüllt an. Die beiden Geschädigten hatten sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen. Die Nebenklage hatte jeweils eine Freiheitsstrafe von neun Jahren gefordert. Die Verteidigung des Angeklagten hatte eine Strafe zwischen drei Jahren und drei Jahren und sechs Monaten beantragt.

Nach Ansicht des Gerichts begegneten sich der Angeklagte und die beiden Männer in einer Gaststätte, wobei es zur Auseinandersetzung gekommen sein muss. Die Kammer geht davon aus, dass der Angeklagte den beiden Männern folgte, als sie das Lokal verließen. Demnach schlug er anschließend den Begleiter des Mannes nieder und versetzte dem anderen Mann zwei Stiche in den Bauch und einen in den Schulterbereich. Das Opfer wurde lebensgefährlich verletzt und musste notoperiert werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Beim Prozessauftakt hatte der Angeklagte geschwiegen. Der attackierte Mann sagte, er könne sich nicht an den vollständigen Ablauf des Angriffs erinnern. Der Angeklagte sei ihm mit einem Lächeln entgegengetreten.

Der Deutsche hat der Staatsanwältin zufolge bereits Wochen vor dem Angriff eine Faszination dafür entwickelt, einen anderen Menschen mit einem Messer umzubringen. Experten sprechen in solchen Fällen oft von «Mordlust». Das eher seltene Mordmerkmal werde als unnatürliche Freude an der Vernichtung des menschlichen Lebens definiert. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der FC Bayern München verbleibt vor dem Heimspiel gegen Paris Saint-Germain in seinem Stammhotel in Unterschleißheim. Der französische Meister weicht nach Medienberichten auf eine Unterkunft am Schwabinger Tor aus.

Blumen für Christina Block, dann beginnt wieder der Prozessalltag. Wie bewerten Verteidiger und Nebenklage die Aussage eines mutmaßlichen Fahrers bei der Entführung der Kinder?

Nach der Befragung eines mutmaßlichen Fahrers bei der Entführung der Block-Kinder haben Verteidigung und Nebenklage diese Zeugenaussage ganz unterschiedlich bewertet. Es gebe zahlreiche Widersprüche, sagte der Anwalt der Angeklagten Christina Block.

Schlaftourismus boomt weltweit. Statt mit Action oder Sightseeing locken immer mehr Hotels mit erholsamen Nächten bis hin zu medizinischen Schlaf-Retreats. Je erholsamer die Nächte, desto schöner der Urlaub: Die Erfolgsformel ist simpel. Die Zielgruppe ist riesig.

Für unzählige Frauen in Ägypten sind Reisen allein völlig normal. Als eine Journalistin trotzdem kein Hotelzimmer allein buchen kann, zieht sie vor Gericht - und hat schließlich Erfolg.

Vom Handwerker-Ausweichquartier zu einem der berühmtesten Vergnügungsviertel der Welt: Die Hamburger Reeperbahn hat in 400 Jahren einiges an Wandel erlebt. Grund genug, sich dafür zu feiern.

Nach dem tödlichen Vorfall mit einer vergifteten Champagnerflasche hat das Landgericht Weiden den Angeklagten freigesprochen. Die Beweislage reichte der Strafkammer für eine Verurteilung nicht aus.

Unbekannte haben in München ein israelisches Restaurant angegriffen. Die Polizei verspricht nun eine Belohnung von 5.000 Euro für entscheidende Zeugenhinweise – und geht einer neuen Spur nach.

Bei einem Brand in einem Schnellrestaurant in Ludwigsburg sind fünf Menschen leicht verletzt worden. Angestautes Fett in der Dunstabzugshaube sei in Brand geraten, teilte die Polizei mit.

In einem Hotel in München-Neuperlach sind rund 200 Gäste wegen eines Brandes evakuiert worden. Ein Mann wurde laut Polizei leicht verletzt, das Feuer konnte schnell gelöscht werden.