Neuer Anlauf: «Bierland Bayern» soll Weltkulturerbe werden

| War noch was…? War noch was…?

Es gibt einen neuen Anlauf, bayerisches Bier zum Weltkulturerbe zu machen. Der Verein «Bier und Wir» will einen entsprechenden Antrag auf den Weg bringen, wie der Vorsitzende Armin Gastl am Mittwoch in München erklärte. Konkret geht es darum, das Konzept «Bierland Bayern» in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes zu bringen.

Gastl sagte, man sei sich der Größe der Aufgabe durchaus bewusst. «Wir haben uns ein dickes Brett vorgenommen.» Ihm sei klar: «Das wird ein Marathon.» Er erwarte daher auch nicht binnen ein, zwei oder drei Jahren Ergebnisse, das wäre «naiv».

Rückenwind erhofft sich der Verein unter anderem von seinem Schirmherrn, dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Der war bei der Veranstaltung zwar wegen seiner Corona-Erkrankung verhindert, ließ aber ausrichten: «Bayerisches Bier steht nicht nur bei uns im Freistaat, sondern auch international für Tradition, Genuss, Qualität und Lebensfreude.»

Dabei sei die bayerische Bierkultur von enormer Vielfalt geprägt und ein Wirtschaftsfaktor: «Mit 640 Firmen liegen 42 Prozent aller deutschen Brauereien in Bayern. Deshalb begrüße ich auch das Vorhaben des Vereins, den Begriff "Bierland Bayern" durch die UNESCO zum immateriellen Kulturerbe erklären zu lassen.»

Es ist nicht der erste Anlauf, bayerisches Bier zum Weltkulturerbe zu machen. «Wir haben als Bayerischer Brauerbund auch viele Jahre darum gekämpft, das Bayerische Reinheitsgebot zum Weltkulturerbe zu machen – leider vergeblich», sagte Brauerbund-Hauptgeschäftsführer Lothar Ebbertz der Deutschen Presse-Agentur. Am Ende reichte es allerdings nicht ganz für die internationale Bühne. Letztlich war laut Ebbertz 2014 die bayerische Brautradition nach dem Reinheitsgebot auf die bayerische sowie 2018 die Oberpfälzer Zoiglkultur und 2020 schließlich das handwerkliche Bierbrauen in die deutsche Liste des immateriellen Kulturerbes gekommen.

«Zum Weltkulturerbe zu werden, ist eher schwierig», sagte Ebbertz. Vielleicht, meint er, wäre es leichter, wenn auch nationale Stellen sich mit etwas mehr Stolz unterstützend hinter solche Vorstöße stellen würden.

Dem aktuellen Anlauf von «Bier und Wir» steht der Brauerbund grundsätzlich positiv gegenüber. Man begrüße «jede Initiative, die sich einbringt, um bayerisches Bier als besonderen Teil bayerischer Lebensart zu fördern», sagte er. «Der Vorstoß ist ehrenwert. Wir verfolgen das mit großem Interesse.»

Bei «Bier und Wir» ist man ungeachtet der Herausforderung optimistisch. Und im Zweifel wäre man wohl auch mit einer Eintragung auf nationaler Ebene zufrieden. Man müsse schauen, wie weit man komme, sagte Gastl. Aktuell hat der Verein laut Präsident Horst Wurm etwa 200 Mitglieder. Als Ziel nennt er 5000. Wenn man diese nicht mobilisieren könne, habe man verloren.

Zu den Gründungsmitgliedern gehört auch Koch Alfons Schuhbeck. Man könne stolz darauf sein, dass es in Bayern überall gutes Bier gebe, betonte er. «Wir sind vielleicht im Fasching nicht so gut, aber im Biergarten sind wir unschlagbar.»


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mitten in der Nacht plündert ein wilder Elefant ein Restaurant nahe einem thailändischen Nationalpark. Warum zieht es die Tiere immer öfter in die Nähe der Menschen?

Ausgerechnet eine Krankheit brachte Thomas Micolino auf die Idee für ein Eis aus Kamelmilch. Jetzt will der Deutsche Meister mit seiner ungewöhnlichen Kreation auch Weltmeister in Las Vegas werden.

Ein alkoholisierter Mann aus Deutschland drang unbefugt in ein Hotel in Sölden ein, um dort seinen Rausch auszuschlafen. Als der Hotelier den Fremden des Hauses verwies, eskalierte die Situation.

Ob beim Shopping, im Restaurant oder im Job: Millionen Menschen berichten von Alltagsdiskriminierung. Welche Gruppen besonders betroffen sind und welche Folgen das für sie hat.

Ein 68-Jähriger steht im Verdacht, Anleger mit Bauprojekten getäuscht und so einen Millionenschaden verursacht zu haben. Gelockt hatte er sie etwa mit einem angeblichen Hotel-Projekt in Konstanz. Nun wurde Anklage gegen ihn erhoben.

Mit 1,6 Promille zieht ein Mann durch Melsunger Kneipen, verletzt einen Gast und schlägt einen Wirt. Der Tatverdächtige hatte laut Polizei 1,6 Promille Alkohol im Blut.

Nach einer medizinischen Notlage in einem Alsfelder Hotel wurden 13 Personen in Kliniken eingeliefert, fünf davon in kritischem Zustand. Laut Angaben der Polizei wurden das Gesundheitsamt sowie das Veterinäramt des Vogelsbergkreises eingeschaltet, um den Sachverhalt aufzuklären.

In der Rostocker Yachthafenresidenz Hohe Düne kam es am Sonntag zu einem Brand einer Außensauna. Während keine Personen verletzt wurden, entstand ein Sachschaden von etwa 50.000 Euro. Die Kriminalpolizei ermittelt nun zur Brandursache.

Es geht um versuchten Mord, versuchten Totschlag und Verstöße gegen das Waffengesetz: Vier Verdächtige sind in U-Haft, einer ist auf freiem Fuß. Die Ermittlungen führen nach Bayern und Niedersachsen.

Stoff, der verbindet – mit einem Hauch Nostalgie: Die Weihe einer DEHOGA-Fahne Bayern soll Zusammenhalt zeigen, wirkt aber ein klein wenig wie ein Gruß aus einer anderen Zeit. Kommentar von Marc Schnerr.