Sätze des Corona-Jahres: Wie das Virus unser Reden verändert hat

| War noch was…? War noch was…?

Das Coronavirus ist 2020 das Gesprächsthema schlechthin gewesen. Corona war das neue Wetter. Das heißt: Nein, natürlich nicht. Denn das Thema Wetter ist ja für seine weitgehende Unverfänglichkeit bekannt - und Corona ist das keineswegs.

Erwartbar wurde der Begriff «Corona-Pandemie» zum Wort des Jahres gekürt, in der Liste der Wörter des Jahres der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden befanden sich auch Ausdrücke wie Lockdown, Verschwörungserzählung, systemrelevant, Triage, Geisterspiele und «Bleiben Sie gesund!» sowie AHA (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmasken tragen). Im Englischen hat sich dafür das weitaus griffigere «Hands, Face, Space» durchgesetzt.

Neben einzelnen angesagten Wörtern sind Millionen Menschen auch den immer wieder selben Sätzen ausgesetzt gewesen. Einige Beispiele:

- «Verantwortung tragen» - Wortspiele wie dieses ermahnten im Kampf gegen die Pandemie und erinnerten etwa an die Maskenpflicht im Bus.

- «Clubs waren die ersten, die zugemacht haben, und werden wohl die letzten sein, die wieder aufmachen können.» - So lautete die Ansage von vielen Clubbetreibern - und sie haben wohl Recht.

- «Wie sind die aktuellen Zahlen?» - Das tägliche (mehrfache) Checken von Daten des Robert Koch-Instituts oder der Johns-Hopkins-Universität gehörte für viele zum Alltag.

- «Dein Mikro ist aus!», «Könnt ihr mich hören?», «Du musst das Mikrofon anmachen!», «Du bist eingefroren» - Typische Sätze aus Videokonferenzen mit Menschen im Homeoffice.

- «Wir haben schon Schlimmeres überstanden.» - Die ältere Generation hat noch den Weltkrieg im Nacken und verweigerte sich dem Jammern.

- «Leon, setzt du bitte die Maske richtig auf?!», «Doch! Auch über die Nase!» - So ermahnten Lehrer ihre Schüler, wobei Leon natürlich auch Sophie, Marie, Charlotte, Max, Paul oder Mohamed heißen kann.

- «So, 20 Minuten sind wieder rum. Jacken anziehen, wir lüften.» - Auch so ein Satz, mit dem Lehrer in Corona-Zeiten ihre Schüler in Klassenräumen quälen mussten.

- «Homeschooling nervt.» - Nicht nur Schüler, sondern auch viele Eltern fluchten über den Unterricht daheim.

- «Hast du deine Maske dabei?» - Während sich um Portemonnaie und Schlüsselbund niemand anderes schert, avancierte diese Frage zum Standard beim Verlassen der eigenen vier Wände.

- «Sind Sie das Ende der Schlange?» - Fast wie beim britischen Klischee übten sich Menschen im Anstehen. Bei deutlich größerem Abstand war aber manchmal unklar, wer vielleicht nur wartet.

- «Wir sind so froh, dass wir den Garten haben!» - Ein Ausruf, der gerade im ersten Lockdown im Frühjahr öfter zu hören war. Statt in den Osterferien zu verreisen renovierten manche die Terrasse.

- «Hier in Deutschland ist es ja auch ganz schön.» - Überhaupt mussten Urlaubspläne in diesem Jahr geändert werden. Statt Mallorca und Türkei zog es viele an die Ostsee oder in die Alpen.

- «Aber Urlaub muss sein.» - Ganz aufs Verreisen zum Schutz vor einer Ansteckung wollten viele aber nicht verzichten.

- «Ich habe am meisten das Essengehen vermisst.» - Auch so ein Satz, der mit den Lockerungen im Mai die Runde machte, als Restaurants wieder vor Ort Gäste bewirten durften.

- «Draußen ist es mit Corona ja nicht so ein Problem.» - So brachten die Leute vor allem im Sommer ihre Erleichterung zum Ausdruck. An der frischen Luft ist das Infektionsrisiko niedriger als in Räumen.

- «Ich kann Corona nicht mehr hören.» - Mit der Zeit setzte bei manchen Überdruss ein.

- «Bleiben Sie gesund!», «Bleiben Sie zuversichtlich!» - Solche Wünsche wurden zum neuen Standard für Grußformeln.

- «Wenn das alles vorbei ist...», «Wenn der Impfstoff erstmal da ist...», «Wenn dann genug Menschen geimpft sind...» - Frei nach dem Motto «Die Hoffnung stirbt zuletzt» fingen mit der Zeit die ersten an, Pläne für 2021 zu machen. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Nach einem Brand in einem Hotel am Mainzer Hauptbahnhof mussten 43 Menschen das Gebäude verlassen. Drei Personen wurden wegen leichter Rauchgasvergiftungen medizinisch versorgt. Wie lokale Medien berichten, handelt es sich bei dem betroffenen Gebäude um das Hotel Königshof .

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anklage gegen einen 55-Jährigen wegen mutmaßlichen gewerbsmäßigen Betrugs erhoben. Der Mann soll mehr als ein Jahr in einem Berliner Hotel gewohnt und Kosten von über 100.000 Euro nicht bezahlt haben.

Nach einer tödlichen Messerattacke auf einen Restaurant-Chef in Hamburg im Februar ist ein 36-jähriger Verdächtiger in der Türkei festgenommen worden. Das bestätigte die Hamburger Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte «Bild» darüber berichtet.

Nach einem Brand in einem Hotel am Mainzer Hauptbahnhof hat die Feuerwehr rund 50 Menschen evakuiert. Drei Personen wurden wegen leichter Rauchgasvergiftungen medizinisch versorgt.

Eine originale Cadbury-Schokoladentafel aus dem Jahr 1900 wird in England versteigert. Die Schokolade war Teil einer Aktion von Königin Victoria für britische Soldaten im Zweiten Burenkrieg.

Ein 35-jähriger Mann ist in Wales zu einer Haftstrafe verurteilt worden, nachdem er mit einer gestohlenen Planierraupe in einen besetzten Pub gefahren war. Der Angeklagte hatte sich zuvor über Äußerungen zur Trennung von seiner Ehefrau geärgert.

Eineinhalb Jahre nach einem Feuer in einem Ausflugslokal an der Bevertalsperre hat es dort erneut gebrannt - und diesmal ist die «Zornige Ameise» komplett abgebrannt. Zahlreiche Einsatzkräfte hatten vergeblich versucht, größeren Schaden abzuwenden.

24 hat den ersten Trailer zum Film „Tony“ veröffentlicht. Der Spielfilm über Anthony Bourdain konzentriert sich laut US-Medien auf dessen frühe Jahre in einer Restaurantküche in Provincetown.

Das Stue Berlin veranstaltet im Juni 2026 den Minigolf Cup Berlin. Laut Mitteilung gehen sämtliche Erlöse der Benefizveranstaltung an den Verein Vincentino e.V. zugunsten kultureller Bildungsprojekte in Berlin.

In einem Hotel in Stuttgart-Nord ist am Dienstagabend ein Brand im Heizraum ausgebrochen. Wegen starker Rauchentwicklung mussten die Gäste das Gebäude verlassen und anderweitig untergebracht werden.