Stanley Tucci entdeckt Italiens geheime Küchen-Schätze

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Stanley Tucci ist ein vielbeschäftigter Mann. Im Kino ist der Schauspieler gerade an der Seite von Meryl Streep in «Der Teufel trägt Prada 2» zu sehen. Zudem ist die zweite Staffel der Spionage-Serie «Citadel» mit ihm bei Prime Video gestartet. Obendrein geht der 65-Jährige jetzt wieder auf kulinarische Entdeckungsreise. Die zweite Staffel von «Stanley Tucci in Italien» ist jetzt beim Streamingdienst Disney+ verfügbar. Am 18. Mai startet sie auch beim TV-Sender National Geographic.

Italienische Wurzeln und tiefe Verbundenheit

«Ich fühle mich Italien sehr verbunden», sagt Tucci, der italienische Wurzeln hat, im Interview der Deutschen Presse-Agentur in London. «Dabei ist das Land so vielfältig, dass man sich zum Beispiel auf Sardinien fast fühlt, als wäre man gar nicht in Italien. Es wirkt fast wie ein eigenes Land. Und wenn man dann etwa in Trentino-Südtirol ist und das mit Sizilien vergleicht, fühlt es sich wieder komplett anders an.»

In den fünf neuen Folgen bereist der Schauspieler Neapel und Kampanien, Sizilien, die Marken, Sardinien und Venetien. Dabei probiert er längst nicht nur regionale Köstlichkeiten, sondern erkundet auch die Kultur, die Geschichte und lokale Traditionen. Auch ein etwas dunkleres Kapitel, das die Tomaten in Kampanien betrifft, beleuchtet Tucci.

Multikulturelle Einflüsse auf die italienische Küche

Auf Sizilien erkundet er die multikulturellen Einflüsse auf die Küche. Er probiert saftige Blutorangen, die einst die alten Griechen in die Region brachten, isst Arancini mit Saffran, die auf die Araber zurückgehen, und rote Garnelen, die dank der Fähigkeiten tunesischer Fischer aus dem Meer geholt werden.

Tucci trifft Restaurantbesitzer, Köche, Winzer und andere Menschen, die interessante Geschichten zu erzählen haben. Er spricht fließend Italienisch. Zwar wuchs er in seiner Heimatstadt New York nicht zweisprachig auf. Doch als Kind lebte er vorübergehend in Florenz. «Da war ich etwa 12 oder 13 Jahre alt, also 1973. Ich wurde direkt auf eine italienische Schule geschickt, deshalb musste ich die Sprache lernen.»

Apropos Sprache: Für ein authentisches Erlebnis schaut man die Serie am besten in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Mozzarella-Wasser und Steine zum Pasta-Kochen

«Stanley Tucci in Italien» ist ein wenig Urlaub für die Sinne. Der Hollywood-Star erschließt dabei auch weniger touristische Region, wie etwa die Marken an der Adriaküste. Dort probiert er von Hand gefischte Muscheln, findet eine Strandhütte, die drei Michelin-Sterne hat, und isst das traditionsreiche Gericht Vincigrassi, die laut Einheimischen bessere Lasagne. Nicht selten läuft einem dabei als Zuschauer das Wasser im Munde zusammen.

Auf die Frage, welches Gericht ihm selbst am besten geschmeckt hat, überlegt er. «Es gibt so viele», sagt er. «Da war dieser Koch, der den Mozzarella auf drei verschiedene Arten verwendet hat. Er hat die Pasta sogar im Wasser des Mozzarellas gekocht. Er hat immer weitere Schichten von Geschmack aufgebaut – das war unglaublich. Und dann gab es das komplette Gegenteil: ein Gericht, bei dem jemand Pasta einfach nur mit etwas Tomate, Knoblauch, Petersilie und Steinen gekocht hat.» Die Steine werden selbstverständlich nicht mitgegessen. 

Treffen mit Strafgefangenen, die Kuchen backen

Am meisten hat es dem Hollywood-Star Sardinien angetan. «Ich fahre immer wieder gerne nach Sardinien», sagt Tucci im dpa-Gespräch. «Die Landschaft ist so rau und ursprünglich. Die Menschen haben ein sehr starkes Bewusstsein für ihre eigene Identität, gleichzeitig sind sie eher ruhig und zurückhaltend. Und sie pflegen diese uralten Rituale weiterhin. Das fasziniert mich unglaublich.»

Eine außergewöhnliche Begegnung hat Tucci in Venetien. Dort besucht er Strafgefangene, die eine Kuchen-Spezialität herstellen. Außerdem ist er zum Essen bei einem in Nigeria geborenen Koch zu Gast, der für einige der meist behüteten Rezepte in der Region Venetien bekannt ist. Beinahe politisch wird es, wenn über die Herkunft des Tiramisus diskutiert wird.

Hollywood-Kollegen profitieren von Tuccis Erfahrungen

Auch für die Dreharbeiten von «Der Teufel trägt Prada 2» reiste Stanley Tucci nach Italien. Der Film spielt teilweise in Mailand - und natürlich zeigte er seinen Co-Stars gute Restaurants. «Wenn ich mit einem Filmprojekt oder Ähnlichem in Italien bin, fragen mich die Leute immer sofort, wo man essen gehen sollte», sagt er. «Und meistens weiß ich tatsächlich Bescheid.» (dpa)


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