Stoff und Zusammenhalt - Eine Fahne für die Gastro

| War noch was…? War noch was…?

Von Marc Schnerr

Man muss dem bayerischen Gastgewerbe eines lassen: Es versteht etwas von Tradition. Und manchmal auch von Symbolik. Anfang März wurde für die Kreise Neu-Ulm, Günzburg und Dillingen eine gemeinsame Fahne des DEHOGA geweiht – inklusive kirchlicher Zeremonie, politischer Patenschaft und anschließender Feier in Hirsch’s Stadel.

Eine Fahne also. Ein Zeichen für Zusammenhalt, Gemeinschaft und gemeinsame Ziele. Das passt durchaus zu einer Branche, die seit jeher davon lebt, Menschen zusammenzubringen - auch wenn das Ganze irgendwie an Schützenfest aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts erinnert.

Ein Verband mit Gewicht

Dabei muss man fair bleiben: Wenn es um Lobbyarbeit geht, gehört der DEHOGA Bayern zu den wirkungsvolleren Branchenvertretungen in Deutschland und hat bei der Senkung der Gastro-Mehrwertsteuer mit seinen CSU-Verbindungen die Weichen entscheidend mitgestellt. Auch darüber hinaus hat der Verband in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass er die Interessen seiner Mitglieder hörbar vertreten kann.

Gerade deshalb wirkt die Fahnenweihe ein wenig wie ein Blick in eine andere Zeit.

Zwischen Wirtshauskultur und Gegenwart

Natürlich haben Fahnen in Bayern Tradition. Vereine, Schützen, Feuerwehren – überall stehen sie für Identität und Gemeinschaft. Insofern fügt sich die Aktion durchaus in die regionale Kultur ein.

Und doch drängt sich leise die Frage auf, ob die Herausforderungen der Branche heute nicht etwas weniger symbolisch sind.

Denn während Fahnen geweiht werden, beschäftigen viele Gastgeber sehr praktische Themen: Fachkräfte finden, Kosten kalkulieren, Gäste halten. Der Alltag der Branche ist derzeit eher von Dienstplänen, Wareneinsatzquoten und Energiekosten geprägt als von Fahnenmasten.

Tradition weht – die Zukunft muss arbeiten

Vielleicht braucht eine Branche wie die Gastronomie tatsächlich beides: Tradition, die Identität stiftet – und politische Arbeit, die Perspektiven schafft.

Die Fahne kann also ruhig wehen.

Entscheidend wird nur sein, dass unter ihr auch künftig noch genügend Wirtshäuser geöffnet haben.

Und dass die wichtigsten Signale für die Zukunft nicht vom Fahnenmast kommen – sondern aus der Innovationskraft der Branche heraus, die gerne auf Traditionen fußen darf, - und eben aus der Politik.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

In einem ehemaligen, leerstehenden Hotel in Boppard-Bad Salzig sind Geschossdecken eingestürzt. Nach der Untersuchung durch einen Fachberater des THW und die Feuerwehr bestehe keine Einsturzgefahr für das Gebäude; Trümmerspürhunde fanden keine Hinweise auf Personen im Objekt.

Kochen mit Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey: Die SPD-Politikerin hat ein kleines Kochbuch verfasst. Sie reagiert damit auf die Bitten ihrer Follower, wie Giffey bei Instagram erklärt.

Ein Kreuzfahrtschiff mit lesbischen, schwulen und bisexuellen Passagieren an Bord darf in der Türkei nicht anlegen. Die Behörden begründen ihre Entscheidung mit «moralischen Werten».

Jedes Jahr am 4. Juli findet in den USA vor dem Vergnügungspark Coney Island ein traditionelles Hot-Dog-Wettessen statt. Und fast jedes Jahr gewinnt am Ende Joey Chestnut. In diesem Jahr verteidigte der 42-Jährige seinen Titel bereits zum 18. Mal.

Zwischen deutschem Stammtisch und berüchtigter Walking Street: Pattaya vereint Ruhestand und Rotlicht wie kaum ein anderer Ort in Asien. Nun sorgt ein grausiges Verbrechen weltweit für Schlagzeilen.

Ein Hotelgast in Werder (Havel) soll Übernachtungen und Speisen im Wert von mehr als 5.000 Euro nicht bezahlt haben. Die Polizei nahm den 39-Jährigen für ein beschleunigtes Verfahren fest.

Rocco Forte Hotels führen die Audio-Initiative Bedtime Stories für junge Patienten in Rom ein. Das Projekt wird durch Benefizmittel für ein neues Familienwohnprojekt ergänzt.

Hans im Glück beteiligte sich mit einem eigenen Wagen und verschiedenen Aktionen an der CSD-Parade in München. Dabei standen neben der Präsenz auf der Strecke auch gastronomische Angebote an den lokalen Standorten im Fokus.

Im Block-Prozess sagt ein Zeuge aus Israel per Video aus, der bei der Entführung Neujahr 2024 eines der Tatfahrzeuge gelenkt haben soll. Er schildert dem Gericht, was ihn damals bewegte.

Fernsehkoch Johann Lafer hat sich nach der breiten Berichterstattung über seine Krebserkrankung mit einer persönlichen Botschaft an die Öffentlichkeit gewandt. Darin berichtet er von einem positiven Behandlungsverlauf und bittet zugleich um Respekt für die Privatsphäre seiner Familie.