Urteil: Feier in Restaurant kostet wegen Corona-Tests weniger

| War noch was…? War noch was…?

Wegen verpflichtender Corona-Tests zu Beginn einer Hochzeitsfeier in einem Restaurant auf Sylt muss ein Brautpaar aus München nur 85 Prozent der Rechnung bezahlen. Die Forderung der Wirtin habe das Fest erheblich gestört, heißt es in dem Urteil des Amtsgerichts München vom 23. Januar, das am Dienstag veröffentlicht wurde und bereits rechtskräftig ist. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Testung aller Besucher privater Veranstaltungen habe es zum Zeitpunkt der Feier Ende Juni 2022 nicht mehr gegeben. Auch vertraglich wurde in dieser Hinsicht nichts vereinbart.

Nach Angaben des Gerichts hatte sich der Brautvater am Hochzeitstag positiv auf das Virus getestet. Draußen durfte er trotzdem dabei sein. Wer dann aber zum Abendessen ins Restaurant wollte, musste auf Verlangen der Wirtin erst einen Schnelltest machen, weil sie ein Super-Spreader-Event befürchtete. Wegen der Drohung, die Feier sonst platzen zu lassen, gab das Brautpaar dem Gericht zufolge nach.

Doch bei rund 75 Gästen dauerte es. «Durch den geforderten Ablauf verzögerte sich auch der Beginn des Essens von 19.30 Uhr auf 21.30 Uhr und damit auf eine Zeit, die den Bereich bloßer Unannehmlichkeit weit überschreitet», urteilte das Gericht. Der Rhythmus einer Hochzeit sei auf Bedürfnisse wie üblichen Hunger und übliche Essenszeiten abgestimmt ist und solle zu etwas anderem dienen, als sich auf Covid testen lassen zu müssen.

Das Brautpaar hatte der Wirtin laut Gericht gar Arglist vorgeworfen. Der Stehempfang habe sich durch das Testen verlängert. Dies habe die Wirtin genutzt und den Gästen ausschließlich Champagner angeboten, um mit dem teuersten Getränk den Umsatz gewinnträchtig zu steigern.

Nach dem Fest zahlte das Paar nur 80 Prozent der Rechnung, die insgesamt 20 185 Euro betrug. Die Gastwirtin zog vor Gericht und verlangte das restliche Geld, war aber nur teilweise erfolgreich. Das Paar musste ihr laut Urteil einen Teilbetrag von 810,50 Euro zahlen. Im Übrigen sei die Klage der Frau abgewiesen worden. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ein Kreuzfahrtschiff mit lesbischen, schwulen und bisexuellen Passagieren an Bord darf in der Türkei nicht anlegen. Die Behörden begründen ihre Entscheidung mit «moralischen Werten».

Jedes Jahr am 4. Juli findet in den USA vor dem Vergnügungspark Coney Island ein traditionelles Hot-Dog-Wettessen statt. Und fast jedes Jahr gewinnt am Ende Joey Chestnut. In diesem Jahr verteidigte der 42-Jährige seinen Titel bereits zum 18. Mal.

Zwischen deutschem Stammtisch und berüchtigter Walking Street: Pattaya vereint Ruhestand und Rotlicht wie kaum ein anderer Ort in Asien. Nun sorgt ein grausiges Verbrechen weltweit für Schlagzeilen.

Ein Hotelgast in Werder (Havel) soll Übernachtungen und Speisen im Wert von mehr als 5.000 Euro nicht bezahlt haben. Die Polizei nahm den 39-Jährigen für ein beschleunigtes Verfahren fest.

Rocco Forte Hotels führen die Audio-Initiative Bedtime Stories für junge Patienten in Rom ein. Das Projekt wird durch Benefizmittel für ein neues Familienwohnprojekt ergänzt.

Hans im Glück beteiligte sich mit einem eigenen Wagen und verschiedenen Aktionen an der CSD-Parade in München. Dabei standen neben der Präsenz auf der Strecke auch gastronomische Angebote an den lokalen Standorten im Fokus.

Im Block-Prozess sagt ein Zeuge aus Israel per Video aus, der bei der Entführung Neujahr 2024 eines der Tatfahrzeuge gelenkt haben soll. Er schildert dem Gericht, was ihn damals bewegte.

Fernsehkoch Johann Lafer hat sich nach der breiten Berichterstattung über seine Krebserkrankung mit einer persönlichen Botschaft an die Öffentlichkeit gewandt. Darin berichtet er von einem positiven Behandlungsverlauf und bittet zugleich um Respekt für die Privatsphäre seiner Familie.

Tiefer als 29,4 Grad sank die Temperatur im ostsächsischen Kubschütz in der Nacht nicht - nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes der höchste Nachtwert seit Beginn der Aufzeichnungen.

Nach dem Tod einer Hamburger Familie in einem Istanbuler Hotel hat das Gericht geurteilt. Die Angehörigen sehen einige der Haftstrafen als gerechtes Urteil an - dennoch kündigt der Anwalt Berufung an.