Urteil im Prozess gegen Alfons Schuhbeck erwartet 

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Vor dem Landgericht München I wird das Urteil gegen Star-Koch Alfons Schuhbeck erwartet. Den 76-Jährigen erwartet eine Gesamtfreiheitsstrafe zwischen vier Jahren und vier Jahren und acht Monaten - unter anderem wegen Insolvenzverschleppung und Betrugs mit Coronahilfen. In diese Strafe eingerechnet ist bereits die Haftstrafe, zu der Schuhbeck im Jahr 2022 wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe verurteilt wurde.

Der Strafrahmen ist Teil eines Deals, auf den sich Verteidigung und Staatsanwaltschaften mit dem Gericht geeinigt hatten, nachdem Schuhbeck ein Geständnis abgelegt hatte. 

Die Haftstrafe, die Schuhbeck derzeit bereits verbüßt, ist aus gesundheitlichen Gründen ausgesetzt. Nach Angaben seiner Anwälte ist er unheilbar an Krebs erkrankt und wird derzeit außerhalb des Gefängnisses behandelt. Wann er wieder zurück in die Haft muss, ist unklar.

Abgründe im Schuhbeck-Prozess - Urteil erwartet 

27 Millionen Euro Schulden, keine nennenswerte Buchhaltung - und eine Geschäftsführung am Rande der Legalität und weit darüber hinaus: Der Prozess gegen den Star-Koch Alfons Schuhbeck, der heute wohl mit einer weiteren Verurteilung des inzwischen 76-Jährigen zu Ende gehen wird, bot auch einen Blick in wahre Abgründe. 

Der Insolvenzverwalter Max Liebig geht laut seiner Aussage vor dem Landgericht München I davon aus, dass den Gläubigern von Schuhbecks Firmengeflecht nur ein Bruchteil der geforderten Summe zurückgezahlt werden könne. Er spricht von einer Quote im niedrigen zweistelligen Bereich. Jahrelang habe es keine nennenswerte Buchhaltung gegeben - und die meisten Firmen waren schon 2015 pleite, lange bevor Insolvenz angemeldet wurde. 

«Die Marke Alfons Schuhbeck»

Damals war Schuhbeck noch ein Sternekoch und galt als Platzhirsch vom Münchner Platzl, als gutmütiger und erfolgreicher Patriarch in einem Geflecht aus Firmen, von denen die meisten seinen Namen trugen. 
«Einen echten Wert gab es nur durch die Marke Alfons Schuhbeck», sagt Insolvenzverwalter Liebig. Denn im Zentrum aller Unternehmen habe in erster Linie diese Marke gestanden: «Das Interessante und Spannende war natürlich der Name und die Aura, die da drumherum gebaut wurde.» 

Von dieser Aura ist inzwischen nicht mehr viel übriggeblieben. Innerhalb von drei Jahren steht Schuhbeck nun schon das zweite Mal vor Gericht - und zwar wegen alles anderer als Kavaliersdelikte. 2022 wurde er wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe verurteilt, und die dürfte sich durch den neuen Prozess noch einmal deutlich erhöhen.

Schuhbeck drohen mehr als vier Jahre Haft 

Nach einem sogenannten Deal bewegt sich der Strafrahmen, auf den sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung mit dem Gericht geeinigt haben, zwischen vier Jahren und vier Jahren und acht Monaten. Grundlage für diese Verständigung ist das umfassende Geständnis, das Schuhbeck zu Prozessbeginn abgelegt hat und das einige Parallelen aufweist zu dem aus seinem Prozess im Jahr 2022. 

Er sei Koch und kein Finanzfachmann - und er habe den Überblick verloren, begründet er die Insolvenzverschleppung und den Betrug mit Corona-Hilfen. «Das war alles wirtschaftlich nicht mehr zu meistern.» Bei seinen Gläubigern, deren genaue Zahl bislang noch unklar ist, entschuldigte er sich. Ihm sei das alles einfach über den Kopf gewachsen. 

Aber muss Schuhbeck überhaupt wieder ins Gefängnis? 

Doch selbst im Falle einer weiteren Verurteilung ist unklar, ob und wann Schuhbeck überhaupt ins Gefängnis muss. Die Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung, die er eigentlich derzeit absitzen müsste, ist derzeit aus gesundheitlichen Gründen ausgesetzt. Schuhbeck ist nach Angaben seiner Anwälte unheilbar an Krebs erkrankt und wird derzeit außerhalb der Haft behandelt. 

Dort muss er nun auch seine privaten finanziellen Verhältnisse ordnen. Laut seinen Angaben vor Gericht bekommt er 1138,76 Euro Rente. «Davon lebe ich.» Sein Bruder zahle seine Krankenversicherung, mit der Miete für seine Wohnung, die 4.800 Euro im Monat koste, sei er im Rückstand. Freunde gäben ihm Geld dafür, aber das reiche nicht. «Insgesamt muss ich meine persönlichen Verhältnisse neu ordnen.»

Michaela May: «Der Alfons liebt die Menschen»

Eine seiner engen Freundinnen, Schauspielerin Michaela May, meldete sich kurz vor dem Urteil gegen Schuhbeck im «Spiegel» zu Wort: «Der Alfons ist ein Künstler, und wir Künstler haben es nun mal nicht so mit dem Administrativen», sagte die 73-Jährige dem Magazin. Nach eigenen Angaben hält sie bis heute Kontakt zu ihm. 

«Der Alfons hat immer gern eingeladen», erinnert sie sich. «Wenn man sich von ihm Essen liefern ließ, etwa einen schönen Saibling, nahm er häufig kein Geld. Mir war das so unangenehm, dass ich irgendwann nichts mehr bestellt habe.» Einmal habe sie ihn an Heiligabend angerufen, weil sie Tipps für die Ente im Ofen brauchte. Daraufhin habe er den Braten in seiner Küche kross brutzeln lassen. Mays Fazit zu Schuhbeck: «Der Alfons liebt die Menschen.» (dpa)


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