Usedom: Rekordversuch am Bikini-Geburtstag

| War noch was…? War noch was…?

Etwa 1.200 Frauen in Bikini oder Zweiteiler aufgereiht am Strand von Usedom - das ist die Vision von Bademodensammler Jürgen Kraft für den 5. Juli dieses Jahres. «Wir wollen einen Weltrekord brechen», sagt der 63-Jährige. Dabei können aber nicht nur Frauen helfen. «Es gibt auch einen brasilianischen Designer, der hat einen Herren-Bikini erfunden. Wer so etwas in seinem Kleiderschrank hat, kann auch gerne kommen.» Unterstützt wird die Aktion vom BikiniARTMuseum (BAM) in Bad Rappenau in Baden-Württemberg.

Anlass für die Aktion ist der 80. Geburtstag des Bikinis. Am 5. Juli 1946 stellte der Franzose Louis Réard den knappen Zweiteiler namens Bikini in Paris vor. Keines der seriösen Mannequins, wie Models damals hießen, war ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs bereit, die modische Innovation zu präsentieren. So war es Nackttänzerin Micheline Bernardini vorbehalten, der Weltöffentlichkeit im Pariser Schwimmbad Molitor den ersten Bikini vorzustellen.

Fahrlehrer mit Sammlung Hunderter Badeanzüge 

Die gesellschaftliche Sprengkraft war dem Schöpfer bewusst, erklärte Kraft. «Am 1. Juli war die erste Atombombenexplosion auf dem Bikini-Atoll.» An diesen Test habe Réard angeknüpft. «Er wollte so diesen Hype nutzen, weil die ganze Welt sprach über das Bikini-Atoll.» Kraft ist von Beruf Fahrlehrer, hat aber selbst eine Bademodensammlung, die nach seinen Angaben etwa 700 Teile umfasst.

Das BAM will für die Aktion Anfang Juli auch drei echte Réard-Bikinis aus dem eigenen Bestand beisteuern. Jüngst war Kraft im Südwesten, um schon einmal nach geeigneten Stücken zu schauen. Das Museum ist nach eigenen Angaben das erste internationale Museum für Badekultur und besitzt nicht nur mehrere originale Réards, darunter auch den laut Kraft unbezahlbaren und wohl wertvollsten Bikini, den «Goldenen Réard» aus glänzendem Stoff.

Das BAM erwarb bei einer Auktion für 27.500 Dollar auch den knallroten Badeanzug von Pamela Anderson aus der Kult-Serie «Baywatch» (Tageskarte berichtete). Der taugt laut Kraft, der als Kurator mit dem Museum verbunden ist, für den Rekordversuch natürlich nicht, weil es kein Bikini ist. Noch deutlich wertvoller ist laut Kraft der Bikini, den die Schauspielerin Carrie Fisher als Prinzessin Leia in einem der «Star-Wars»-Filme trug. Das BAM ersteigerte auch dieses Stück für einen sechsstelligen Betrag. 

Ab Sommer neue Ausstellung auf Usedom

Nach Aussage Krafts gab es schon eine Bikini-Parade in Australien mit rund 360 Teilnehmerinnen und 2012 in China mit mehr als 1.080 Teilnehmerinnen. Ein entsprechender Eintrag findet sich auch in der Guinness-Rekordliste. Für die Usedomer Aktion sei keine entsprechende Beurkundung geplant. Dafür fehle das Geld.

Ganz um Bademode dreht sich noch ein weiteres Projekt, das dieses Jahr auf Usedom realisiert werden soll. «Die Sonderausstellung "Die Welt geht Baden" kommt auf die Insel Usedom», kündigt Marco Preißer an. Er ist Direktor des BAM und Aufbauleiter der neuen Ausstellung auf Usedom. Man beteilige sich mit einigen hundert Exponaten. «Pünktlich zum Sommer steht die neue Ausstellung auf dem Grenzparkplatz in Ahlbeck.»

Auch Kraft will Stücke aus seiner Sammlung zeigen. Die Ausstellung soll in einem großen Zelt untergebracht werden. «Anfang Mai haben wir die Zeltbauer da», sagte der 63-Jährige. Der Innenausbau dauere ungefähr einen Monat. Im Juni soll die Schau dann eröffnen. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Kamelmilch, geräucherter Dattelhonig und Polenta: Mit dieser ungewöhnlichen Eis-Kreation holt Thomas Micolino einen Kreativ-Preis in Las Vegas. Wonach schmeckt denn so ein Eis?

In Thüringen ist wieder Saison für die Bratwurst: Beim traditionellen Angrillen im Bratwurstmuseum Mühlhausen bissen am Samstag nicht nur Ministerpräsident Mario Voigt, Bratwurstkönig Norbert Abt und Wurstkönigin Nicole Schenk in die Thüringer Nationalspeise.

Ferran Adrià hat sich bei Veranstaltungen in Zaragoza zu wirtschaftlichen Herausforderungen in der Gastronomie geäußert. Im Fokus standen fehlende Planung, steigende Kosten und der Einsatz von Technologie.

Die Leonardo Hotel Group nimmt am 28. März an der Earth Hour teil und setzt damit ein Zeichen im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie. Bis 2027 plant das Unternehmen zudem, seine Energieeffizienz um zehn Prozent zu steigern.

Udo Lindenberg hat im Hamburger Miniatur Wunderland den „Panik-Express“ eingeweiht. Der achtteilige Modellzug bildet zentrale Lebensstationen des Musikers im Maßstab 1:87 ab und ist ab sofort im Hamburg-Abschnitt der Anlage zu sehen.

Im Pariser Luxushotel Bristol ist es am Mittwoch zu einem Brand gekommen. Mindestens 400 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, wie die Feuerwehr mitteilte. Der Vorfall ereignete sich am Vormittag im Untergeschoss des Gebäudes.

Ein Jahr nach dem Ende des sozialen Projekts „Herbstresidenz“ untersuchen Tim Mälzer und André Dietz in einer neuen Dokumentation bei Vox die langfristigen Auswirkungen auf Senioren und Pflege-Auszubildende.

Was hat Hessen noch gefehlt? Ein Musical zum inoffiziellen Nationalgericht. Doch das wird sich ändern. Comedian-Legende Henni Nachtsheim reist durch die Zeit. Auch andere Prominente sind beteiligt.

Warum benachrichtigte die Polizei nicht gleich nach der Tat die Mutter der entführten Block-Kinder? Diese Frage stellen Verteidiger einer Zeugin. Kurze Zeit später pausiert der Prozess.

Er ist eines der bekanntesten Seezeichen Deutschlands – und marode: der rot-weiße Leuchtturm «Roter Sand». Deshalb soll das Bauwerk ans Land versetzt werden. Nun gibt es eine Entscheidung wohin.