5 gute Gründe, die für Gehaltsangaben in Stellenanzeigen sprechen

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Die meisten Bewerber wünschen sich Gehaltsangaben in Stellenanzeigen

Bei der Wahl einer neuen Stelle und eines neuen Arbeitgebers spielen für Bewerber Faktoren wie zum Beispiel die Gehaltsangaben in Stellenanzeigen eine entscheidende Rolle. Der StepStone Report „Arbeitgeberattraktivität“ hat sich mit genau diesem Thema intensiv auseinandergesetzt und die Ergebnisse analysiert.

60 Prozent der Kandidaten wünschen sich Gehaltsangaben in Stellenanzeigen

Das wichtigste und oft entscheidendste Kriterium bei einem Job ist laut 96 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte das Thema Gehalt. Dieses ist ohne Einschränkungen nachzuvollziehen. Schließlich sichert ein festes Anstellungsverhältnis mit dem entsprechenden Einkommen den Lebensunterhalt und ermöglicht den gewünschten Lebensstandard. Ein Jobwechsel sollte daher möglichst nicht zu einer Verschlechterung der Lebensumstände führen.

Kaum verwunderlich ist es, dass sich laut Studie 60 Prozent der Kandidaten bereits in den Stellenanzeigen konkrete Gehaltsangaben wünschen. Sie helfen abzuwägen, ob der offerierte Job auch finanziell einen Anreiz bietet.

Gehalt oftmals ein Tabu

Doch trotz solcher Erkenntnisse gestalten weiterhin wenige Unternehmen ihre Stellenanzeigen transparent in Bezug auf das Gehalt. Sie bieten so keinen Einblick, was finanziell für den Bewerber möglich ist. Während in anderen Ländern Einkommensstrukturen oftmals transparent dargestellt und kommuniziert werden, halten sich die Deutschen nach wie vor sehr bedeckt bei diesem Thema. Über Gehälter wird selten offen gesprochen. Das Thema an sich ist oftmals mit einem Tabu behaftet. In der Folge „Tabu-Thema Gehalt“ des StepStone Podcasts „HR Snackbar“ hat André Schäfer einmal versucht, mit den beiden Gehaltsexperten Dr. Tobias Zimmermann (StepStone) und Sinan Aslan (gehalt.de) diesem Thema auf den Grund zu gehen.

Doch welche Vorteile haben Unternehmen, wenn sie bereits von Anfang an offen und transparent mit dem Thema Gehalt umgehen?

5 gute Gründe, die für Gehaltsangaben in Stellenanzeigen sprechen:

Kandidaten Orientierung geben

Wer Gehaltsspannen in Stellenanzeigen integriert, gibt Kandidaten einen Orientierungsrahmen bereits vor der Bewerbung sowie im gesamten Bewerbungsprozess. Oft kommt der Einwand, dass Bewerber durch vermeintlich zu niedrige Gehaltsangaben abgeschreckt werden und von einer Bewerbung absehen. Tests von StepStone haben dagegen gezeigt, dass sich veröffentlichte Gehaltsprognosen nicht negativ auf die Bewerbung eines Kandidaten auswirken. Im Gegenteil: Sie tragen dazu bei, eine gute Grundlage für die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch zu schaffen.

Von Anfang an auf Augenhöhe kommunizieren

Nur wenn beide Seiten klare Vorstellungen davon haben, welche Faktoren für die Zusammensetzung des Gehalts entscheidend sind und wieviel „Geld im Topf ist“, kann von Beginn an eine Kommunikation auf Augenhöhe stattfinden. Doch nicht nur das, auch langjährige Mitarbeiter können einsehen, wie sich Gehälter durch den Einfluss unterschiedlicher Kriterien (Ausbildungsanforderungen, Berufserfahrung, Budget- oder Personalverantwortung etc.) differenzieren und entwickeln können. Durch analytische Ermittlungen, welche Faktoren genau bei der Höhe des Einkommens eine Rolle spielen, wird dem Thema „Gehalt“ das Emotionale genommen. Alle Beteiligten können auf sachlicher Ebene miteinander sprechen, Missverständnissen wird vorgebeugt.

Bereits im Rekrutierungsprozess zeigt sich wie entscheidend Transparenz im Vorfeld ist: Kommen Bewerber und Unternehmen aufgrund unterschiedlicher Gehaltsvorstellungen am Ende doch nicht zusammen, wurden im Vorfeld Zeit, Ressourcen und damit bares Geld vergeudet. Das ist für beide Seiten ärgerlich und wirft zusätzlich ein negatives Bild auf die Arbeitgebermarke.

Gender Pay Gap mindern

Wer sich für einen transparenten Umgang mit Gehältern entscheidet, leistet einen wichtigen Beitrag zur Überwindung des Gender Pay Gaps. Frauen und Männer gehen mit den gleichen Vorstellungen in das erste Bewerbungsgespräch und die geschlechterbedingten Gehaltsunterschiede innerhalb eines Unternehmens gleichen sich mit der Zeit automatisch an, sofern sie vorhanden sind.

Vertrauenskultur durch Transparenz

Transparenz schafft Vertrauen – sowohl bei aktuellen als auch zukünftigen Mitarbeitern. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass Arbeitgeber den eigenen Mitarbeitern faire und marktübliche Löhne zahlen. Wer eine gute Gehaltstransparenz bietet, braucht demnach keine Angst davor zu haben, dass es zu Missstimmungen unter Kollegen kommt, die Stellenanzeigen lesen und das dort angegebene Gehalt mit dem eigenen aktuellen Einkommen vergleichen. Haben Unternehmer Angst, Mitarbeiter aus Gehaltsgründen zu verlieren, sollten zunächst die internen Gehaltsstrukturen überdacht werde und mittels Gehaltstransparenz den eigenen Mitarbeitern übersichtlich dargestellt werden.

Abbruchraten im Bewerbungsprozess reduzieren

Sehen Kandidaten eine Gehaltsspanne direkt auf den ersten Blick in der Stellenanzeige, sind sie nicht versucht, sich weitere Informationen auf anderen (Unternehmens-) Seiten zu besorgen. Sie bleiben somit im Bewerbungsprozess und driften nicht aufgrund von zusätzlichem Informationsbedarf auf andere Seiten und so ggfs. zu anderen Stellenanzeigen ab. Daraus resultieren in der logischen Folge geringere Abbruchraten und mehr Bewerbungen auf die ausgeschriebene Stelle.

Harte und weiche Faktoren in der Stellenanzeige – Der Mix macht‘s

Oft wird gemutmaßt, dass in Stellenanzeigen die Erwähnung von harten Faktoren wie Gehaltsinformationen wichtiger ist als die Nennung weicher Faktoren wie Mitarbeitervorteilen oder Unternehmenskultur.

Auch dieser Vermutung ist die StepStone Studie „Arbeitgeberattraktivität“ (2020) nachgegangen und konnte sie entkräften. Es zeigt sich, dass nur ein ausgewogener Mix harter und weicher Faktoren dem Unternehmen ermöglicht, bereits in Stellenanzeigen ein umfangreiches Bild zu vermitteln und als Arbeitgeber zu überzeugen.

Die gezeigten Studienergebnisse verdeutlichen: ein Großteil der Jobsuchenden wünscht sich aussagekräftige Informationen zu Gehalt bzw. Gehaltsrahmen in Stellenanzeigen. So kann jeder potenzielle Bewerber bereits im Vorfeld entscheiden, ob die ausgeschriebene Stelle in die engere Wahl kommt. Ebenso interessiert sich die Mehrheit für fundierte Informationen zu weichen Faktoren wie Arbeitszeitmodellen, Weiterbildungsmöglichkeiten und anderen mehr.

Es wird deutlich, wie wichtig bereits in Stellenanzeigen neben weichen Faktoren auch die Nennung einer verbindlichen Gehaltsspanne ist. Thesen wie „Jobsuchende bewerten ausgeschriebene Stellen nur noch nach dem Gehalt“ werden damit klar widerlegt.

Eine gut gestaltete und vor allem informative Stellenanzeige mit allen wichtigen Informationen zu Stelle und Unternehmen ist also das A&O, Bewerber vom eigenen Unternehmen zu überzeugen und diese vielleicht schon bald als neue Kollegen zu begrüßen.


 

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