5 Tipps: Was Älteren auf dem Bewerbermarkt weiterhilft

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Bewerbungen gehen den meisten Berufstätigen nicht gerade leicht von der Hand. Ab einem gewissen Alter kommt dann bei einigen noch zusätzliche Zweifel hinzu: Wer soll mich mit 55 oder 60 Jahren überhaupt noch einstellen?

In einer Umfrage des Marktforschers Appinio aus dem Juli 2022 gaben rund 45 Prozent der befragten Erwerbstätigen im Alter von 45 bis 67 Jahren an, mindestens manchmal das Gefühl zu haben, bei der Bewerbung für einen Job wegen ihres Alters benachteiligt zu werden.

Annina Hering, Ökonomin beim Jobportal Indeed, aber macht Mut: Gerade ältere Berufstätige könnten aufgrund ihrer Erfahrung wertvolle Beiträge leisten. Zudem werde die Gruppe auf dem Arbeitsmarkt gebraucht. Sie gibt Tipps, wie Ältere auf dem Bewerbermarkt am besten auftreten.

Tipp 1 - Beim Foto authentisch bleiben

Wer sich mit Foto bewerben will, sollte eines nehmen, das erst kürzlich aufgenommen wurde - «auch, wenn Sie vor zehn Jahren noch weniger graue Haare hatten», so Hering. Das signalisiert Selbstvertrauen. Außerdem vermeiden Bewerberinnen und Bewerber so, dass sie im Interview deutlich anders aussehen als auf ihrem Foto.

Tipp 2 - Lebenslauf und Anschreiben auf den Punkt bringen

Wer bereits auf viel Berufserfahrung zurückblickt, sollte im Lebenslauf Prioritäten setzen, rät Hering. Wichtig: Vermitteln, dass man sich seiner Qualitäten bewusst ist und zum potenziellen Arbeitgeber passende Fähigkeiten mitbringt.

Im Anschreiben komme es darauf, die eigenen Qualitäten mit den richtigen Schlagworten hervorzuheben - ohne ständig das eigene Alter betonen zu müssen. Annina Hering empfiehlt etwa: Erfahrungsschatz, Wissen, Routine, Stabilität, Reife, Beständigkeit.

Tipp 3 - Anpassungsfähigkeit und Lernbereitschaft vermitteln

Um etwaige Bedenken der Personalabteilung schon vorab zu entkräften: Laut Annina Hering sollten Bewerberinnen und Bewerber in Anschreiben und Jobinterview proaktiv signalisieren, dass sich auf den Austausch mit Jüngeren und die Arbeit im Team freuen.

Absolvierte Weiterbildungen im Lebenslauf zeigen Lernbereitschaft, Flexibilität und Neugierde. Mit gepflegten Profilen auf Jobportalen verdeutlichen ältere Kandidatinnen und Kandidaten zudem, dass sie auf dem neuesten Stand sind. Auch die Bereitschaft, Videocalls zu vereinbaren, und ein aktueller, klar gestalteten Lebenslauf als PDF tragen dazu bei.

Tipp 4 - Nicht entmutigen lassen

Ältere Bewerberinnen und Bewerber müssen damit rechnen, dass nicht nur Zusagen eintrudeln. Ökonomin Hering ist sich aber sicher, dass der derzeitige «Jobboom nach und nach auch die Älteren» erreicht. Wichtig: nicht aufgeben. Viele Unternehmen würden umdenken, so dass auch ältere Berufstätige häufiger eine Chance bekommen. Zum Teil gebe es von Seiten der Firmen sogar spezielle Maßnahmen für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Tipp 5 - Bewertungsplattformen checken

Nicht zuletzt rät Annina Hering, sich vorab über die Atmosphäre in Unternehmen zu informieren. Dafür eignen sich zum Beispiel Plattformen für Arbeitgeberbewertungen. Hier kann es Hinweise geben, wie bestimmte Arbeitgeber mit älteren Berufstätigen umgehen. So lässt sich manche Enttäuschung ersparen.

Zur Person: Annina Hering arbeitet als Economist im Indeed Hiring Lab. Sie ist promovierte Sozialwissenschaftlerin.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Überstunden gehören für viele Beschäftigte zum Arbeitsalltag. Doch Arbeitgeber dürfen Mehrarbeit nur unter bestimmten Voraussetzungen verlangen. Was bei Anordnung, Vergütung, Dokumentation und Arbeitszeit gilt.

Wer im Job neues Wissen oder neue Fähigkeiten benötigt, bekommt oft eine Fortbildung dafür. Findet diese auch während der Arbeitszeit statt, liegt es nahe, dass der Arbeitgeber die Kosten dafür trägt. Doch ist das wirklich so?

Fast jeder zweite Selbstständige in Europa verzichtet auf Lohn, um unabhängig zu bleiben. Was steckt hinter dem Stolz, auf Kredite zu verzichten – und welche Ängste spielen eine Rolle?

Ein Krankenschein hat einen hohen Beweiswert. Um den zu erschüttern, braucht ein Arbeitgeber deutliche Indizien. Das zeigt einmal mehr ein Urteil des Arbeitsgerichts Nordhausen, auf den die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist.

So viele Insolvenzen gab es im ersten Halbjahr seit mehr als zehn Jahren nicht. Creditreform warnt: Noch hat die Pleitewelle ihren Scheitelpunkt nicht erreicht. Die Liste der Probleme ist lang.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass bargeldloses Bezahlen im Urlaub einen neuen Höchststand erreicht hat. Vor allem jüngere Reisende nutzen Kreditkarten und Smartphones, während bei der Generation über 50 Jahre Bargeld weiterhin knapp dominiert.

Eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass sich 21 Prozent der deutschen Bevölkerung im Jahr 2025 keinen einwöchigen Urlaub leisten konnten. Besonders betroffen waren einkommensschwache Haushalte sowie Alleinerziehende.

Das Gastgewerbe hat sich im Mai 2026 besser entwickelt als andere Branchen des deutschen Mittelstands. Der DATEV-Mittelstandsindex weist sowohl bei den Umsätzen als auch bei den Löhnen die stärksten Zuwächse unter den untersuchten Wirtschaftszweigen aus.

Eine Umfrage zeigt, dass 73 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich im Urlaub erreichbar bleiben. Besonders Führungskräfte sind während der freien Tage häufig digital oder telefonisch für den Betrieb verfügbar, was von vielen als Belastung empfunden wird.

Viele Menschen in Deutschland sparen – vor allem bei Kleidung sowie beim Besuch von Restaurants, Cafés und Bars. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Kantar im Auftrag des Preisvergleichsportals Idealo.