53,5 Milliarden Euro: Ausgaben für Geschäftsreisen erreichen 2018 neues Rekordniveau

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Die deutschen Unternehmen und öffentlichen Institutionen haben sich ihre Geschäftsreisen im Jahr 2018 so viel kosten lassen, wie noch nie. Wie die aktuelle VDR-Geschäftsreiseanalyse belegt, stiegen die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent und erreichten damit ein neues Allzeithoch von 53,5 Milliarden Euro.

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 189,6 Millionen Geschäftsreisen (+ 1,1 Prozent) und 12,0 Millionen Geschäftsreisende (+ 7,0 Prozent). Die heute in Frankfurt vorgestellte VDR-Geschäftsreiseanalyse spiegelt das Reiseverhalten deutscher Unternehmen und Organisationen des öffentlichen Sektors im Jahr 2018 wider. Geschäftsreisen gelten als sensibler Seismograph für die Stimmungslagen der Wirtschaft in Deutschland.

Wirtschaftsstandort Deutschland profitiert von Geschäftsreisen

Mit rund 90 Prozent des Gesamtaufkommens 2018 bleiben Inlandsreisen das Rückgrat deutscher Geschäftsreisetätigkeit. Damit profitiert die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in unserem Land einmal mehr von den Ausgaben der Unternehmen für geschäftliche Mobilität. „Die Ergebnisse verdeutlichen erneut den immensen Wert, den Geschäftsreisen für den Wirtschaftsstandort Deutschland haben. Umso wichtiger ist es, Reisehemmnisse wie marode Verkehrsinfrastruktur, unnötige Bürokratie sowie fehlende Effizienz und Verlässlichkeit von Verkehrsmitteln endlich anzupacken und abzubauen. Das ist unser klarer Auftrag an die Politik“, sagt das für Marktforschung verantwortliche neue VDR-Präsidiumsmitglied Oliver Meinicke.
 

Mehr Geschäftsreisen und mehr Reisende

Die deutsche Wirtschaft ist 2018 das neunte Jahr in Folge gewachsen, wenngleich auch deutlich gebremster als in den Vorjahren. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im Jahresdurchschnitt um 1,5 Prozent höher als im Vorjahr. Ebenfalls etwas gedämpft stieg die Anzahl der Geschäftsreisen im Jahr 2018 um 1,1 Prozent. Der öffentliche Sektor trug mit 3,0 Prozent mehr Dienstreisen zu diesem Wachstum bei, während im Privatsektor die Reisetätigkeit stagnierte (plus 0,6 Prozent).

2018 markierte nicht nur ein Rekordjahr bei den Erwerbstätigen in Deutschland: Stagnierte im Vorjahr die Anzahl der Geschäftsreisenden leicht, stieg sie im Jahr 2018 mit 7,0 Prozent kräftig und erreichte mit zwölf Millionen einen Höchststand. Im Fünfjahresvergleich ist der Teil der Belegschaft, der mindestens einmal im Jahr geschäftlich die Koffer packt, in allen Unternehmensgrößen gewachsen. Im öffentlichen Sektor waren 48 Prozent der Bediensteten dienstlich unterwegs.

Viele Reisen zu unternehmensinternen Meetings

Obwohl die Mehrheit der Geschäftsreisen zu Kunden, Lieferanten oder etwa Messen und Ausstellungen führt, sind unternehmensinterne Meetings, Fortbildungen, Arbeitsgruppen und dergleichen der Grund für 37 Prozent der Geschäftsreisen. Mit dem heutigen Fortschritt von webbasierten Lösungen der Kommunikation und Kollaboration dürften Potenziale bestehen, die eine oder andere intern bedingte Reise zu streichen. 

KMU reisen öfter eintägig

Geschäftsreisende kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMU) kehren immer öfter noch am selben Tag nach Hause: Über zwei Drittel ihrer Reisen kamen im Jahr 2018 ohne Übernachtung aus. Bei der guten inländischen Geschäftslage bleiben mittlerweile 90 Prozent der KMU-Geschäftsreisen in Deutschland. Durchschnittlich betrugen sie nur noch 1,6 Tage. Ähnlich wie im Vorjahr waren diejenigen, die ins Ausland reisten, tendenziell länger unterwegs. Dieses Reisemuster zeigten 2018 insbesondere die größten Unternehmen mit über 1.500 Mitarbeitern: Hier betrug fast jede fünfte Reise mindestens vier Tage. Die Durchschnittsdauer blieb mit 2,2 Tagen jedoch unverändert.

Zahl der Übernachtungen insgesamt stabil

Das Jahr 2018 verlief im Beherbergungsbereich stabil und bescherte der Branche im In- und Ausland unverändert 72,5 Millionen Übernachtungen aus Betrieben mit zehn und mehr Mitarbeitern, wobei 75 Prozent dieser Ausgaben dem Inland zugutekamen.

EU-Meldepflicht und A1 derzeit größte bürokratische Hürden

Für 81 Prozent der größeren Unternehmen sind die Meldepflicht von Geschäftsreisenden in das EU- und EFTA-Ausland sowie der zu erbringende Nachweis der deutschen Sozialversicherung („A1-Bescheinigung“) die derzeit größten bürokratischen Hürden im Travel Management. Das Thema stellt Unternehmen vor immense organisatorische Probleme und bedeutet insbesondere für den breit aufgestellten deutschen Mittelstand einen oftmals nicht zu stemmenden Zusatzaufwand sowie hohe Prozess- und Umsetzungskosten. „Wir benötigen hier dringend Vereinfachungen durch die Politik“, sagt Meinicke.

Travel Manager können Arbeitgeberattraktivität steigern

Im Wettbewerb um Nachwuchstalente müssen Unternehmen angesichts der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt zunehmend Maßnahmen ergreifen, um die eigene Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen. Das Travel Management kann hierzu interessante Beiträge leisten. 42 Prozent sind bereits mit entsprechenden Ideen aktiv. „Wichtige Instrumente sind die Substitution von vermeidbaren Geschäftsreisen durch Video-, Web- oder Telefonkonferenzen, Mobilitätsangebote als Gehaltsbestandteil, systematisches Feedback der Geschäftsreisenden sowie die Möglichkeit, eine Geschäftsreise mit einem Privataufenthalt zu kombinieren“, erläutert die ebenfalls neu für die Geschäftsreiseanalyse verantwortliche VDR-Vizepräsidentin Inge Pirner.

Personelle Wechsel in der VDR-Marktforschung

Mit der Veröffentlichung der Geschäftsreiseanalyse haben sich auch die personellen Zuständigkeiten für Marketing und Marktforschung innerhalb des VDR-Präsidiums geändert. Die neugewählte Vizepräsidentin Inge Pirner übernimmt die fachliche Verantwortung für die Studie von ihrem Amtsvorgänger Ralph Rettig. Das ebenfalls neugewählte Präsidiumsmitglied Oliver Meinicke tritt die Nachfolge im Bereich der Verantwortung für alle Marketing-und Kommunikationsaktivitäten von Daniela Schade an.

„Ralph Rettig und Daniela Schade haben die VDR-Geschäftsreiseanalyse nicht nur mitbegründet, sondern in den vergangenen 15 Jahren zu einem unverzichtbaren Basis- und Nachschlagewerk für die gesamte Geschäftsreisebranche weiterentwickelt. Dafür gebühren ihnen unser größter Dank und Anerkennung“, sagt Pirner.

Über die VDR-Geschäftsreiseanalyse

Die Grundgesamtheit der Untersuchung bilden alle Unternehmen mit Sitz in Deutschland – auch diejenigen mit Aktivitäten im Ausland – sowie Organisationen des öffentlichen Sektors ab zehn Mitarbeitern. Zwischen Januar und März 2019 wurden 800 computergestützte Telefon- und Online-Interviews mit Personen geführt, die für das Management von Geschäftsreisen zuständig sind beziehungsweise organisatorisch befugt sind, die gesuchten Daten zur Verfügung zu stellen. Somit spiegeln die Antworten auf qualitative Fragen die zum Zeitpunkt der Befragung aktuelle Situation wider, alle anderen basieren auf den Zahlen des Jahres 2018. Die Geschäftsreiseanalyse 2019 erscheint mit freundlicher Unterstützung von AccorHotels Deutschland, AirPlus International, CWT Carlson Wagonlit Travel, Dorint Hotels & Resorts, HRS, ITB Berlin und SAP Concur.

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