82,8 Prozent weniger Gäste als im Vorjahr in Jugendherbergen und Hütten

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Die kommenden Herbstmonate sind traditionell die Zeit für Klassenfahrten – und damit wichtig für das Geschäft der Jugendherbergen und Hütten in Deutschland. Doch trotz Rückkehr zum Regelbetrieb in den Schulen bleiben mehrtägige Klassen- und Studienfahrten in mehreren Bundesländern coronabedingt über das Jahresende 2020 hinaus ausgesetzt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, verbuchten die Jugendherbergen und Hütten im Juni dieses Jahres 82,8 Prozent weniger Gäste als im Vorjahresmonat.

Insgesamt lag die Zahl der Gästeankünfte bei rund 164.000. Im Jahr 2019 war der Juni mit gut 955.500 Ankünften der besucherstärkste Monat gewesen, gefolgt vom September mit fast 895.300 Gästeankünften. Im Juni 2020 waren bundesweit 1.331 Jugendherbergen und Hütten geöffnet. Das waren knapp 71 Prozent der Betriebe im Vergleich zum Niveau vom Juni 2019.
 

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben die Jugendherbergen und Hütten schwer getroffen. Im April 2020 erreichten die Betriebe mit 5.763 Gästeankünften gerade einmal ein knappes Prozent des Gästeaufkommens vom April 2019, lediglich 502 Betriebe waren überhaupt geöffnet. Seither geht es wieder aufwärts. In den Bundesländern stellt sich die Situation der Jugendherbergen und Hütten unterschiedlich dar: Verglichen mit dem Vorjahresniveau waren beispielsweise im Juni 2020 in Baden-Württemberg nur rund 55 Prozent der Betriebe geöffnet und in Hessen knapp 57 Prozent. Entsprechend fiel in diesen beiden Ländern der Rückgang bei den Gästeankünften mit 87,4 Prozent beziehungsweise 92,2 Prozent überdurchschnittlich hoch aus. Das Minus bei den Ankünften war mit 70,4 Prozent in Rheinland-Pfalz am geringsten. In Hamburg waren im Juni 2020 alle 18 Jugendherbergen und Hütten geöffnet, in Sachsen und im Saarland waren mehr als 90 Prozent der Betriebe wieder offen.

Umsatzverluste bei Jugendherbergen und Hütten höher als im Hotelgewerbe

Die Jugendherbergen und Hütten erzielten im Juni 2020 verglichen mit dem Juni 2019 real (preisbereinigt) 66,1 Prozent niedrigere Umsätze. Damit mussten sie laut Bundesamt noch höhere Umsatzverluste verkraften als die Hotels und die sonstigen Beherbergungsunternehmen (-52,1 Prozent), bei denen das zusätzliche Angebot von Restaurantdienstleistungen den Umsatzrückgang abgemildert haben dürfte. Doch auch bei der Umsatzentwicklung scheint für die Jugendherbergen und Hütten die Talsohle überwunden: Im April 2020 (-85,0 Prozent) und im Mai 2020 (-80,0 Prozent) waren die realen Umsatzverluste im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat noch wesentlich höher ausgefallen als im Juni 2020.


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