9,1 Prozent Steigerung bei Ausbildungsverhältnissen im Gastgewerbe

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Nach drei starken Ausbildungsjahren in Folge lag 2024 die Zahl der gastgewerblichen Ausbildungsverhältnisse in allen drei Ausbildungsjahren zusammen wieder bei über 50.000 Azubis. Gegenüber dem Vorjahr stellt das nochmals eine Steigerung um 9,1 Prozent dar. Die gastgewerbliche Ausbildung entwickelt sich damit deutlich besser als der Gesamtmarkt (Durchschnitt der IHK-Berufe +0,5 Prozent). Die Corona-Delle ist damit in der Gastgewerbe-Ausbildung endgültig ausgeglichen.

Die Zahl der in 2024 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist im Vergleich zum starken Vorjahr nahezu stabil.

(-0,7 Prozent), im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 liegt mit +3,3 Prozent eine deutliche Steigerung vor. Auch hier ist die Entwicklung im Gastgewerbe wesentlich besser als im Durchschnitt der IHK-Berufe (-2,4 Prozent gegenüber 2023 und -9,8 Prozent gegenüber 2019).

Immer deutlicher sichtbar wird hier allerdings die unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Ausbildungsberufen bzw. Berufsgruppen:

Einen stetigen Zuwachs verzeichnen die Küchenberufe. Koch und Fachkraft Küche zusammengenommen lagen 2024 um 2,5 Prozent über dem Vorjahr und um 7,5 Prozent über 2019. Für sich allein betrachtet liegt bei den Köchen zwar ein Rückgang um 5,4 Prozent im Vergleich zu 2019 vor, dieser wird aber durch die erfolgreiche Einführung und die gute Entwicklung der Fachkraft Küche überkompensiert. Innerhalb von nur drei Jahren ist die Zahl der Neuverträge auf fast 1.000 geklettert. Die Wanderung theorieschwächerer Azubis oder solcher mit sprachlichen Defiziten vom dreijährigen in den zweijährigen Beruf ist beabsichtigt.

Der neu geschnittene zweijährige Ausbildungsberuf Fachkraft für Gastronomie hat gegenüber dem guten Vorjahr nochmals um 17,9 Prozent zugelegt. Im Vergleich zum alten zweijährigen Serviceberuf Fachkraft im Gastgewerbe 2019 ist das ein Plus von 55,6 Prozent! Mit in diesen Zahlen enthalten sind die Fachkräfte für Gastronomie mit Schwerpunkt Systemgastronomie.

Bei den Fachleuten für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie (ReVa) gibt es gegenüber dem Vorjahr ein leichtes Minus von 2,9 Prozent. 2023 waren die Zahlen dort allerdings auch geradezu explodiert. Der Anstieg von +44,9 Prozent im Vergleich zu 2019 ist ein Riesenerfolg für die Umgestaltung des Berufs im Rahmen der Neuordnung.

Die Fachleute für Systemgastronomie stabilisieren sich mit +4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und (nur noch) -5,5 Prozent gegenüber 2019. Auch hier gab es eine (sinnvolle) Verschiebung theorieschwächerer Azubis zum zweijährigen Beruf.

Insgesamt starteten im vergangenen Jahr 8.524 junge Menschen ihre Karrieren in den drei Gastroberufen.

Rückläufig ist dagegen die Entwicklung in den Hotelberufen. Bei den Hotelfachleuten liegt im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 11,3 Prozent vor. Verglichen mit 2019 liegt der Rückgang sogar bei 24,2 Prozent. Darunter sind mit Sicherheit viele Ausbildungsplätze, die von Hofa zu ReVa umgewandelt wurden. Die service- und eventfokussierte Ausbildung auch für die Hotellerie wieder attraktiv zu machen, war ein erklärtes Ziel der Neuordnung, das auch eingetreten ist. Weitere Ursachen für den Ausbildungsrückgang in der Hotellerie sind nach unseren Erkenntnissen die insgesamt sinkenden Beschäftigungszahlen in der Hotellerie, die anspruchsvoller gewordene Hotelausbildung, der wachsende Wettbewerb mit (dualen) Studiengängen, vor allem aber das Fehlen eines zweijährigen, theoriereduzierten Ausbildungsberufes für die Hotellerie. Bei den Kaufleuten fällt der Rückgang mit 15,2 Prozent gegenüber 2023 und 40,4 Prozent gegenüber 2019 noch deutlicher aus.

Eine besonders interessante Kennzahl: Über 7.000 der neuen gastgewerblichen Azubis 2024 haben ihren allgemeinbildenden Schulabschluss im Ausland erworben. Diese Gruppe umfasst damit rund 30 Prozent. Wir gehen davon aus, dass der größte Teil dieser Gruppe extra für die Berufsausbildung in der Branche in Drittstaaten gewonnen wurde. Auch viele Geflüchtete werden in den gastgewerblichen Berufen ausgebildet. Noch vor zwei Jahren lag die Zahl lediglich bei 4.300.


 

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