Arbeitsmarkt im Gastgewerbe verfehlt Vorkrisenniveau knapp

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Die aktuelle Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt zeigt im Bereich des Gastgewerbes eine anhaltende Stagnation. Wie aus den jüngsten Daten der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, verzeichnete die Branche für den Monat Dezember 2025 insgesamt 1.086.600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Damit liegt die Beschäftigungszahl laut Angaben des Dehoga Bundesverbandes erstmals seit Februar 2025 wieder geringfügig unter dem Vergleichswert aus der Zeit vor der Krise im Dezember 2019. Der Rückgang wird mit 0,1 Prozent beziffert. Der Verband stuft diese Entwicklung zwar nicht als Einbruch, jedoch als ein deutliches Warnsignal ein.

Differenzierte Entwicklung bei Arbeitslosigkeit und offenen Stellen

Innerhalb der verschiedenen Teilbereiche der Branche stellt sich die Lage im Februar 2026 uneinheitlich dar. Während die Zahl der Arbeitslosen in der Gastronomie um 0,5 Prozent und in der Speisenzubereitung um 0,4 Prozent anstieg, verzeichnete die Hotellerie ein deutlicheres Plus von 3,3 Prozent. Parallel dazu meldet die Bundesagentur für Arbeit für den Februar 2026 wieder einen leichten Zuwachs bei den vakanten Positionen. Mit 18.341 gemeldeten offenen Stellen stieg dieser Wert erstmals seit März 2025 wieder an. Dennoch verbleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften signifikant hinter dem Niveau von Februar 2020 zurück. Die Differenz zum Vorkrisenwert beträgt derzeit rund 16.000 Stellen.

Gesamtwirtschaftliche Lage bremst saisonale Erholung

Die Flaute im Gastgewerbe bettet sich in ein schwieriges gesamtwirtschaftliches Umfeld ein. Bundesweit sind aktuell 3,07 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, was einem Zuwachs von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Laut dem Dehoga Bundesverband bleibt der erhoffte Schwung zum Ende der Winterpause aus. Als Hauptgrund nennt der Verband die schwierige konjunkturelle Lage in Deutschland, die insbesondere in der Industrie zu einem überdurchschnittlichen Abbau von Arbeitsplätzen führt. Um eine nachhaltige Trendwende herbeizuführen, fordert die Interessenvertretung politische Reformimpulse zur Unterstützung der Wirtschaft und des Gastgewerbes.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Zoll zieht Bilanz: Im Jahr 2025 führt das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe die Statistik der eingeleiteten Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren an. Mit einer Gesamtschadenssumme von 675 Millionen Euro und neuen digitalen Befugnissen verschärft die Finanzkontrolle Schwarzarbeit ihr Vorgehen gegen illegale Beschäftigungsstrukturen.

Ein Arbeitnehmer kündigt und wird zwei Wochen vor Arbeitsende krankgeschrieben. Darf das einen Arbeitgeber stutzig machen und dazu bringen, keinen Lohn mehr zu zahlen?

Die Erhöhung des Mindestlohns zum Jahreswechsel hinterlässt deutliche Spuren im Gastgewerbe: Die Löhne stiegen im Januar 2026 um 6,1 Prozent. Gleichzeitig verzeichnet die Branche mit einem Minus von 3,2 Prozent den stärksten Beschäftigungsrückgang im gesamten deutschen Mittelstand.

Aktuelle Daten zeigen die Insolvenzwelle im britischen Gastgewerbe des Jahres 2025. Trotz eines leichten Rückgangs der Fallzahlen im vierten Quartal belasten hohe Lohnkosten, Personalmangel und steuerliche Änderungen die Branche weiterhin massiv.

Das deutsche Gastgewerbe blickt auf ein schwieriges Jahr 2025 zurück: Trotz nominaler Zuwächse sank der reale, preisbereinigte Umsatz um 2,1 Prozent. Auch der Dezember dämpfte die Bilanz mit Rückgängen in der Gastronomie.

In der deutschen Wirtschaft sind zum Jahresende keine zusätzlichen Jobs mehr entstanden. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts endete im vierten Quartal 2025 die langjährige Zunahme bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen.

Die Inflation in Deutschland hat zum Jahresbeginn 2026 wieder an Fahrt gewonnen. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate im Januar bei 2,1 Prozent. Für das Gastgewerbe zeigt die amtliche Statistik eine spezifische Entwicklung: Das Preisniveau für Speisen in der Gastronomie blieb im Vergleich zum Vormonat stabil.

Nach einer Abmahnung ist das Arbeitsverhältnis nicht immer final zerrüttet. Wer jetzt das Gespräch sucht und eine klare Strategie zeigt, gewinnt in jedem Fall. Was beachtet werden muss.

Präzision am Herd und Souveränität am Gast: Bei den Saarländischen Jugendmeisterschaften 2026 setzte sich der gastronomische Nachwuchs gegen starke Konkurrenz durch. In Spiesen-Elversberg wurden die besten Azubis in den Kategorien Küche, Restaurant und Hotel gekürt.

Zu wenig Lohn, zu lange Arbeitszeit, fehlende Stundenzettel: Nach Erkenntnissen des Zolls verletzen Tausende Arbeitgeber die Vorgaben zum gesetzlichen Mindestlohn. Im Gast- und Hotelgewerbe kam es laut Finanzministerium zu besonders vielen Verstößen.