Arbeitsmarktdaten belegen hohe Bedeutung der Minijobs im Gastgewerbe

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Während Branche und Politik über die Zukunft der Minijobs diskutiert, zeigen aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, welche Bedeutung die geringfügige Beschäftigung für das Gastgewerbe hat. Im April 2026 lag die Zahl der Minijobber in der Branche um 75.115 Personen beziehungsweise 7,6 Prozent über dem Vorkrisenniveau von 2019.

Debatte um die Zukunft der Minijobs

Auslöser der Debatte sind die Vorschläge der Alterssicherungskommission, den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus von Minijobs weitgehend abzuschaffen. CSU-Chef Markus Söder hatte den Plänen zuletzt mit den Worten „Die Minijobs bleiben“ eine klare Absage erteilt. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, dass die Bundesregierung erst im Herbst über den künftigen Umgang mit Minijobs entscheiden werde.

Vor diesem Hintergrund erhalten die aktuellen Arbeitsmarktdaten zusätzliche Bedeutung. Der Anstieg der geringfügigen Beschäftigung zeige, dass viele Betriebe seit der Corona-Pandemie aufgrund des Fachkräftemangels und des wirtschaftlichen Drucks stärker auf Minijobber angewiesen seien, heißt es aus Branchenkreisen.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung liegt ebenfalls über dem Vorkrisenniveau

Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe liegt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit weiterhin über dem Stand vor der Corona-Pandemie. Im April 2026 waren 1.107.900 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Branche registriert. Das sind 14.498 Beschäftigte beziehungsweise 1,3 Prozent mehr als im April 2019. Gegenüber April 2025 entspricht dies einem Zuwachs um 4.125 Beschäftigte beziehungsweise 0,4 Prozent.

Zahl der offenen Stellen geht im Gastgewerbe weiter zurück

Im Juni 2026 registrierte die Bundesagentur für Arbeit18.736 offene Stellen im Gastgewerbe. Damit lag die Zahl fast 21.000 Stellen unter dem Niveau vom Juni 2019. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden fast 2.500 offene Stellen weniger gemeldet.

Arbeitslosigkeit entwickelt sich in den Branchen unterschiedlich

In der Hotellerie stieg die Zahl der Arbeitslosen im Juni 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,9 Prozent. In der Gastronomie ging sie um 0,3 Prozent zurück, in den Berufen der Speisenzubereitung um 1,4 Prozent. Für die Gesamtwirtschaft weist die Bundesagentur für Arbeit2.935.850 Arbeitslose aus. Das sind 0,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,2 Prozent. Nach Einschätzung des DEHOGA sei die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt in diesem Jahr aufgrund der schwachen Konjunktur und der geopolitischen Krisen ausgeblieben.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Umfrage unter Personalentscheidern zeigt, dass viele Unternehmen weiterhin auf Anwesenheitspflichten setzen. Gleichzeitig nennen Befragte konkrete Faktoren, die die freiwillige Rückkehr ins Büro beeinflussen.

Die Arbeitskosten im Gastgewerbe in Deutschland sind bis zum Jahr 2025 auf 27,40 Euro je Arbeitsstunde gestiegen. Das geht aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervor. Im Jahr 2020 hatten die Kosten noch bei 20,90 Euro gelegen. Daraus ergibt sich ein Anstieg um 31,1 Prozent innerhalb von fünf Jahren.

Wegen der weltweiten Krisen wollen die Unternehmen in Deutschland nach Angaben des Ifo-Instituts mehr Stellen abbauen. Das entsprechende Beschäftigungsbarometer sank im März um mehr als zwei Punkte auf den niedrigsten Wert seit fast sechs Jahren.

Deutschland zählt zu den Ländern mit den höchsten Arbeitskosten in der EU. Im vergangenen Jahr verteuerte sich die Arbeitsstunde weiter. Wie steht Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarn da?

Bungalow oder Einfamilienhaus mit Obergeschoss? Diese Grundsatzentscheidung prägt Raumaufteilung, Grundstücksnutzung und Wohnkomfort über Jahre. Beide Bauformen haben klare Vorteile – doch sie unterscheiden sich stark in Platzbedarf und Alltagstauglichkeit. Dieser Ratgeber zeigt, welche Lösung zu welcher Lebensphase passt und hilft, 2026 die richtige Wahl zu treffen.

Eine aktuelle Studie zur Außengastronomie zeigt, dass Kartenzahlung von Gästen überwiegend positiv bewertet wird. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, haben 79 Prozent der Befragten bereits einen Besuch in einem saisonalen Gastronomiebetrieb eingeplant, während 77 Prozent die Möglichkeit zur Kartenzahlung grundsätzlich begrüßen.

Die Stimmung der deutschen Verbraucher ist vor allem wegen der Folgen des Iran-Krieges schlecht. Die Einkommenserwartungen sind eingebrochen, Inflationsängste machen sich breit und drücken auf die Kauflaune.

Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt, dass 72 Prozent der deutschen Unternehmen die Frauenförderung organisatorisch verankert haben, wobei in fast jedem zweiten Betrieb die Geschäftsführung direkt zuständig ist.

Die Sächsische Landesbibliothek hat den Nachlass der DDR-Kochbuchautorin Ursula Winnington übernommen. Die Sammlung der DDR-Kochbuchikone soll künftig im Deutschen Archiv der Kulinarik für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich sein.

Wenn die Kita zu ist, muss das Kind zu Hause betreut werden. Aber wie, wenn die Eltern doch eigentlich arbeiten müssen? Eine mögliche Lösung: Urlaub beantragen. Aber muss der Arbeitgeber den auch zwingend genehmigen?