Aus eins mach vier: Brückentage 2024 optimal nutzen

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Aus eins mach vier: Mit einem Urlaubstag in den Genuss von gleich vier freien Tagen am Stück kommen, das ist 2024 für Beschäftigte in einigen Bundesländern an gleich mehreren Terminen eine Möglichkeit. Das Stichwort: Brückentage. Nutzen Sie also Tage, die rund um Feiertage und Wochenenden liegen.

Ein Beispiel: Der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober fällt nächstes Jahr auf einen Donnerstag. Brückentag ist der dann der Freitag, 4. Oktober. Wer für diesen Tag einen Urlaubsantrag stellt, kann ein verlängertes Wochenende mit insgesamt vier freien Tagen bekommen. Vorausgesetzt natürlich, der Arbeitgeber bewilligt den Brückentag als Urlaubstag.

Und hier liegt manchmal die Krux: «Der Arbeitgeber kann den Urlaub am Brückentag ablehnen, wenn dringende betriebliche Erfordernisse entgegenstehen oder die Urlaubswünsche anderer Beschäftigter nach sozialen Gesichtspunkten vorgehen», sagt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Arbeitsrechtlich gelten Brückentage als reguläre Urlaubstage. «Irgendwelche weitergehende Rechte, wonach Arbeitgeber an Brückentagen bevorzugt Urlaub gewähren müssen, haben Beschäftigte nicht.»

Rotationsprinzip und interne Abstimmung

Hinzu kommt: Urlaub an Brückentagen ist für viele Beschäftigte attraktiv. Oft ist es jedoch nicht möglich, dass die gesamte Belegschaft Urlaub nimmt - schließlich muss der Betrieb in vielen Unternehmen weiterlaufen. Manchmal kann auch eine ganz bestimmte Person in einer Firma den Brückentag nicht für Urlaub nutzen.

Meyer nennt ein Beispiel: In einem Unternehmen steht eine Sonderprüfung seitens des Finanzamtes an. «In einer solchen Situation kann sich die Chefbuchhalterin wohl kaum Hoffnung auf Urlaub an einem Brückentag machen», so Meyer.

Henryk Lüderitz, Managementtrainer und Coach in Düsseldorf rät: «Wenn nicht alle freinehmen können, sollte dies von Arbeitgeberseite transparent kommuniziert werden.» Sein Tipp an Arbeitgeber und Führungskräfte: Beschäftigte dazu ermuntern, untereinander zu verhandeln und gemeinsam Lösungen zu finden, wenn es um die Urlaubsplanung an Brückentagen geht.

«Für Gerechtigkeit sorgen kann ein Rotationssystem», so Lüderitz. Das bedeutet: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen abwechselnd die Möglichkeit an Brückentagen freizunehmen. Wer dieses Jahr nicht zum Zug kommt, hat im nächsten Jahr Vorrang.

Und so liegen die Feiertage, um die sich gut Urlaubsbrücken bauen lassen, im Jahr 2024:

Internationaler Frauentag (regional):

Seit 2023 ist der 8. März nicht mehr nur in Berlin, sondern auch in Mecklenburg-Vorpommern ein Feiertag. Und der fällt 2024 auf einen Freitag. Wer in den Genuss des Feiertags kommt, kann mit dem Einsatz von vier Urlaubstagen also neun freie Tage am Stück bekommen.

Ostern:

Karfreitag ist im kommenden Jahr am 29. März, Ostermontag am 1. April. Viele Beschäftigte haben also ohnehin vier Tage an einem Stück frei, vorausgesetzt sie müssen nicht an Samstagen arbeiten. Denn: Karsamstag ist kein Feiertag.

Beantragen Beschäftigte, die an Samstagen nicht arbeiten müssen, vom 25. März bis Gründonnerstag (28. März) sowie vom 2. bis zum 5. April Urlaub, kommen sie mit acht Urlaubstagen und den jeweiligen Wochenenden auf insgesamt 14 freie Tage.

Tag der Arbeit:

Der Tag der Arbeit (1. Mai) fällt 2024 auf einen Mittwoch. Für vier Urlaubstage bekommen Beschäftigte also neun Tage frei (27. April bis 5. Mai).

Christi Himmelfahrt:

Christi Himmelfahrt fällt traditionell auf einen Donnerstag, nächstes Jahr auf den 9. Mai. Wer am 10. Mai einen Tag Urlaub nimmt, kommt mit dem Wochenende auf vier freie Tage.

Pfingsten:

Hier gibt es zwei Feiertage: Pfingstsonntag und Pfingstmontag. Pfingstsonntag ist 2024 am 19. Mai. Wenn Beschäftigte ab dem Dienstag nach Pfingsten, also ab dem 21. Mai, vier Tage Urlaub nehmen, können sie mit dem Wochenende neun Tage lang der Arbeit fernbleiben. Auch hier ist vorausgesetzt, dass Sie an Samstagen nicht arbeiten müssen.

Fronleichnam (regional):

Fronleichnam ist in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ein gesetzlicher Feiertag. Einer, der traditionell auf einen Donnerstag fällt - nächstes Jahr auf den 30. Mai. Beschäftigte, die am darauffolgenden Freitag einen Tag Urlaub nehmen, kommen mit dem Wochenende auf vier freie Tage.

Mariä Himmelfahrt (regional):

Im Saarland und in Teilen Bayerns ist Mariä Himmelfahrt am 15. August 2024 ein Feiertag. Praktisch: Weil das ein Donnerstag ist, kommen Beschäftigte mit einem Urlaubstag zu einem langen Wochenende und haben vier Tage frei.

Tag der Deutschen Einheit:

Wie bereits erwähnt, fällt der Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) 2024 auf einen Donnerstag. Wer am 4. Oktober Urlaub nehmen kann, kommt auf ein langes Wochenende.

Reformationstag (regional):

Beschäftigte in Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen können sich freuen: Bei ihnen ist der Reformationstag am 31. Oktober 2024 ein Feiertag - und der fällt auf einen Donnerstag. Mit einem Tag Urlaub am Freitag lässt sich also auch hier ein langes Wochenende mit vier freien Tagen einlegen.

Allerheiligen (regional):

In Baden-Württemberg, Bayern, NRW, Rheinland-Pfalz und im Saarland ist der 1. November 2024 ein Feiertag. Da Allerheiligen in diesem Jahr auf einen Freitag fällt, gilt: Mit vier Urlaubstagen (28. bis 31. Oktober) können Beschäftigte hier neun freie Tage bekommen.

Buß- und Bettag (regional):

Buß- und Bettag ist in Sachsen ein Feiertag- und zwar am 20. November 2024. Das ist ein Mittwoch. Wer in Sachsen am 18. und 19. November Urlaub nimmt, sowie am 21. und 22. November, hat zusammen mit den beiden Wochenenden neun freie Tage.

Weihnachten:

Der erste und zweite Weihnachtsfeiertag liegen 2024 günstig: Sie fallen auf Mittwoch und Donnerstag. Wer fünf Urlaubstage beantragt (für den 23., 24., 27., 30. und 31. Dezember), hat zwölf Tage am Stück frei.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Gastgewerbe gehört weiterhin zu den Branchen mit einer überdurchschnittlich hohen Insolvenzquote in Deutschland. Laut Destatis lag die Zahl der Insolvenzen im Februar 2026 deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Die Finanzierung von Urlaubsreisen stellt für einen Teil der Bevölkerung eine Herausforderung dar. Wie aus einer aktuellen Erhebung hervorgeht, schränken finanzielle Engpässe die Reiseplanungen für zahlreiche Bürger ein, obwohl das grundsätzliche Interesse weiterhin besteht.

Eine Umfrage zeigt, dass viele Urlauber nicht auf die Kosten medizinischer Notfälle im Ausland vorbereitet sind. Viele Reisende müssen Arztrechnungen vor Ort per Vorkasse begleichen, verfügen jedoch über keine ausreichenden Rücklagen.

Sogenannte Mikroaggressionen wirken oft harmlos, können aber das Selbstvertrauen und die Energie von Betroffenen nachhaltig beeinträchtigen. Was hilft, um sich im Arbeitsalltag davon abzugrenzen?

Destatis meldet für März 2026 sinkende reale Umsätze im Gastgewerbe. Der DATEV Mittelstandsindex weist dagegen für April nominale Zuwächse aus, insbesondere im Gastgewerbe.

Mobile Zahlungen mit Smartphone oder Smartwatch werden in Deutschland häufiger genutzt. Das zeigt eine aktuelle Studie des EHI Retail Institute zu Bezahlverfahren im Handel und im Online-Geschäft.

Die Produktion von Fleischersatzprodukten in Deutschland ist 2025 erstmals seit Jahren leicht zurückgegangen. Gleichzeitig stieg nach Angaben von Destatis sowohl die Fleischproduktion als auch der rechnerische Fleischverbrauch pro Kopf.

Nichts mehr zu tun, aber noch Arbeitszeit übrig? Einfach so nach Hause kann man dann meist nicht – der Arbeitgeber hat nämlich noch ein paar Optionen.

Der weltweite Weinkonsum ist im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit 1957 gesunken. Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Daten der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) berichtet, lag der Konsum bei 208 Millionen Hektolitern. Das entspricht einem Rückgang von 2,7 Prozent gegenüber 2024 und von 14 Prozent gegenüber 2018.

Nachdem viele Beschäftigte in der Corona-Pandemie dem Thüringer Gastgewerbe den Rücken gekehrt haben, hat die Branche die Lücken verstärkt mit ausländischen Mitarbeitern gefüllt. Ihre Zahl ist um 63 Prozent gestiegen.