Bilanz 2025: Gastgewerbe im Visier der Finanzkontrolle Schwarzarbeit

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls hat ihre Bilanz für das Jahr 2025 vorgelegt. Die Zahlen der Generalzolldirektion verdeutlichen, dass insbesondere das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe eine zentrale Rolle in der Ermittlungsarbeit einnimmt und die Statistiken bei den eingeleiteten Verfahren anführt. Insgesamt intensivierte die Behörde ihre Maßnahmen: Bundesweit wurden über 52.100 Ordnungswidrigkeitenverfahren (2024: rund 49.700) und rund 98.200 Strafverfahren (2024: 96.800) neu eingeleitet.

Gastgewerbe führt Verfahrensstatistik an

Ein Blick auf die Branchenauswertung zeigt eine deutliche Schwerpunktsetzung. Das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe steht mit 13.593 eingeleiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren an der Spitze der Statistik. Auch bei den Strafverfahren nimmt die Branche mit 9.568 Fällen den ersten Platz ein. Zum Vergleich: Das Bauhaupt- und Baunebengewerbe folgt dahinter mit 9.075 Strafverfahren und 6.888 Ordnungswidrigkeitenverfahren.

Insgesamt kontrollierten die Beamten im Gastgewerbe 5.726 Einheiten, wobei sich diese Zahl aus 2.588 Geschäftsunterlagenprüfungen bei Arbeitgebern und zusätzlichen Personenüberprüfungen vor Ort zusammensetzt. Damit gehört die Branche neben dem Bau sowie dem Speditions- und Logistiksektor zu den am häufigsten kontrollierten Wirtschaftsbereichen.

Hohe Schadenssumme durch hinterzogene Abgaben

Die Ermittlungen der FKS deckten 2025 einen Gesamtschaden von rund 675 Millionen Euro auf. Diese Summe resultiert primär aus nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern. Zudem umfasst der Betrag sogenannte sonstige Schäden, wie unterschlagene Mindestlöhne, nicht abgeführte Urlaubskassenbeiträge oder den unrechtmäßigen Bezug von Sozialleistungen. Als Folge der strafrechtlichen Ermittlungen wurden im vergangenen Jahr Freiheitsstrafen von insgesamt knapp 1.200 Jahren verhängt.

Strategiewechsel gegen organisierte Strukturen

Die FKS verfolgt zunehmend eine risikoorientierte Strategie. Dabei rücken strukturelle Schwarzarbeit und organisierte Formen der illegalen Beschäftigung in den Fokus. Im Jahr 2025 bearbeitete die Behörde bundesweit mehr als 60 Verfahrenskomplexe im Bereich der Organisierten Kriminalität.

Neben verdachtsunabhängigen Prüfungen führte der Zoll gezielte Schwerpunktprüfungen durch. Hierbei kontrollierten die Einsatzkräfte vor Ort die Einhaltung der Mindestarbeitsbedingungen, die ordnungsgemäße Anmeldung zur Sozialversicherung sowie den Besitz erforderlicher Arbeitstitel bei ausländischen Beschäftigten. Neben dem Hotel- und Gaststättengewerbe lag das Augenmerk auf dem Baugewerbe, dem Sicherheitsdienst und dem Personenbeförderungsgewerbe.

Digitalisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung

Ein wichtiger Faktor für die künftige Schlagkraft der Behörde ist das Ende 2025 in Kraft getretene Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung (SchwarzArbMoDiG). Die gesetzliche Grundlage ermöglicht die Einführung moderner Datenanalysen, um große Datenmengen systematisch auszuwerten. Ziel ist es, risikobehaftete Betriebe schneller zu identifizieren und die Effizienz bei der Bekämpfung krimineller Netzwerke durch digitale Prozesse weiter zu steigern.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Nur noch dies und das erledigen, immer ansprechbar sein und dann auch noch Meetings: Viele Menschen leiden unter zermürbendem Stress im Job. Leider lässt sich der nicht immer vermeiden. Aber: Mit ein paar einfachen Strategien lässt er sich besser managen.

Meta nutzt öffentliche Beiträge auf Facebook und Instagram, um seine KI zu schulen. Was Sie verhindern können, was dabei wichtig ist - und wie es mit WhatsApp aussieht.

Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt und Pfingstmontag – im Mai stehen einige Feiertage an. Doch gerade bei Minijobbern, die nicht an jedem Tag der Woche arbeiten, kann das Fragen zu den Themen Gehalt und Arbeitszeiten aufwerfen. Was gilt?

Eine Umfrage unter Personalentscheidern zeigt, dass viele Unternehmen weiterhin auf Anwesenheitspflichten setzen. Gleichzeitig nennen Befragte konkrete Faktoren, die die freiwillige Rückkehr ins Büro beeinflussen.

Die Arbeitskosten im Gastgewerbe in Deutschland sind bis zum Jahr 2025 auf 27,40 Euro je Arbeitsstunde gestiegen. Das geht aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervor. Im Jahr 2020 hatten die Kosten noch bei 20,90 Euro gelegen. Daraus ergibt sich ein Anstieg um 31,1 Prozent innerhalb von fünf Jahren.

Wegen der weltweiten Krisen wollen die Unternehmen in Deutschland nach Angaben des Ifo-Instituts mehr Stellen abbauen. Das entsprechende Beschäftigungsbarometer sank im März um mehr als zwei Punkte auf den niedrigsten Wert seit fast sechs Jahren.

Deutschland zählt zu den Ländern mit den höchsten Arbeitskosten in der EU. Im vergangenen Jahr verteuerte sich die Arbeitsstunde weiter. Wie steht Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarn da?

Bungalow oder Einfamilienhaus mit Obergeschoss? Diese Grundsatzentscheidung prägt Raumaufteilung, Grundstücksnutzung und Wohnkomfort über Jahre. Beide Bauformen haben klare Vorteile – doch sie unterscheiden sich stark in Platzbedarf und Alltagstauglichkeit. Dieser Ratgeber zeigt, welche Lösung zu welcher Lebensphase passt und hilft, 2026 die richtige Wahl zu treffen.

Eine aktuelle Studie zur Außengastronomie zeigt, dass Kartenzahlung von Gästen überwiegend positiv bewertet wird. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, haben 79 Prozent der Befragten bereits einen Besuch in einem saisonalen Gastronomiebetrieb eingeplant, während 77 Prozent die Möglichkeit zur Kartenzahlung grundsätzlich begrüßen.

Die Stimmung der deutschen Verbraucher ist vor allem wegen der Folgen des Iran-Krieges schlecht. Die Einkommenserwartungen sind eingebrochen, Inflationsängste machen sich breit und drücken auf die Kauflaune.