DATEV Mittelstandsindex: Fortgesetzter Stellenabbau in der Gastronomie

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Die wirtschaftliche Situation im deutschen Mittelstand zeigt zum Jahreswechsel keine Anzeichen einer Erholung. Laut dem aktuellen DATEV Mittelstandsindex für Januar 2026 sind die Umsätze im Dezember saison- und kalenderbereinigt um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Besonders deutlich zeigt sich die angespannte Lage am Arbeitsmarkt: In der Gastronomie sowie im verarbeitenden Gewerbe hält der Trend zum Stellenabbau an.

Rückläufige Beschäftigung trotz steigender Löhne

Der Beschäftigungsindex für den Mittelstand sank im Dezember auf 100,8 Punkte, was einem Rückgang von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Diese Entwicklung betrifft die Branchen unterschiedlich stark, wobei die Gastronomie erneut zu den Bereichen gehört, in denen Personal abgebaut wurde.

Gleichzeitig verzeichnet die Statistik weiter steigende Personalkosten. Der Lohnindex legte im Vergleich zum Vormonat um 0,4 auf 116,8 Punkte zu. Im Vorjahresvergleich stiegen die Löhne und Gehälter um 3,8 Prozent an und lagen damit über der allgemeinen Preisentwicklung.

Schwaches Weihnachtsgeschäft belastet kleine Betriebe

Die Hoffnung auf eine Belebung durch das Weihnachtsgeschäft hat sich für weite Teile des Mittelstands nicht erfüllt. Im Handel lag die Umsatzentwicklung im Vorjahresvergleich bei minus 1,3 Prozent. Prof. Dr. Robert Mayr, CEO der DATEV eG, stellt dazu fest: „Wie befürchtet, ist das Weihnachtsgeschäft zum vierten Mal in Folge am Einzelhandel vorbeigegangen. Vor allem Kleinst- und kleine Unternehmen spüren die anhaltende Kaufzurückhaltung, steigende Kosten und den strukturellen Wandel besonders stark.“

In der Gruppe der Kleinst- und kleinen Unternehmen fiel der Umsatzrückgang mit durchschnittlich 4,8 Prozent besonders deutlich aus. Branchenübergreifend sank der Indexwert für den Umsatz im Vergleich zum Vormonat um 2,2 auf 89,9 Punkte.

Baugewerbe verzeichnet leichte Zuwächse

Während fast alle Wirtschaftsbereiche von rückläufigen Umsätzen betroffen waren, bildete das Baugewerbe die einzige Ausnahme und konnte ein leichtes Umsatzplus erzielen. Die Daten des DATEV Mittelstandsindex basieren auf anonymisierten Werten von über einer Million Unternehmen bei den Umsätzen sowie auf Lohnabrechnungen von mehr als acht Millionen Arbeitnehmern. Robert Mayr bezeichnet das Jahr 2025 in seinem Fazit als ein „weiteres verlorenes Jahr für den Mittelstand“.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Überstunden gehören für viele Beschäftigte zum Arbeitsalltag. Doch Arbeitgeber dürfen Mehrarbeit nur unter bestimmten Voraussetzungen verlangen. Was bei Anordnung, Vergütung, Dokumentation und Arbeitszeit gilt.

Wer im Job neues Wissen oder neue Fähigkeiten benötigt, bekommt oft eine Fortbildung dafür. Findet diese auch während der Arbeitszeit statt, liegt es nahe, dass der Arbeitgeber die Kosten dafür trägt. Doch ist das wirklich so?

Fast jeder zweite Selbstständige in Europa verzichtet auf Lohn, um unabhängig zu bleiben. Was steckt hinter dem Stolz, auf Kredite zu verzichten – und welche Ängste spielen eine Rolle?

Ein Krankenschein hat einen hohen Beweiswert. Um den zu erschüttern, braucht ein Arbeitgeber deutliche Indizien. Das zeigt einmal mehr ein Urteil des Arbeitsgerichts Nordhausen, auf den die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist.

So viele Insolvenzen gab es im ersten Halbjahr seit mehr als zehn Jahren nicht. Creditreform warnt: Noch hat die Pleitewelle ihren Scheitelpunkt nicht erreicht. Die Liste der Probleme ist lang.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass bargeldloses Bezahlen im Urlaub einen neuen Höchststand erreicht hat. Vor allem jüngere Reisende nutzen Kreditkarten und Smartphones, während bei der Generation über 50 Jahre Bargeld weiterhin knapp dominiert.

Eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass sich 21 Prozent der deutschen Bevölkerung im Jahr 2025 keinen einwöchigen Urlaub leisten konnten. Besonders betroffen waren einkommensschwache Haushalte sowie Alleinerziehende.

Das Gastgewerbe hat sich im Mai 2026 besser entwickelt als andere Branchen des deutschen Mittelstands. Der DATEV-Mittelstandsindex weist sowohl bei den Umsätzen als auch bei den Löhnen die stärksten Zuwächse unter den untersuchten Wirtschaftszweigen aus.

Eine Umfrage zeigt, dass 73 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich im Urlaub erreichbar bleiben. Besonders Führungskräfte sind während der freien Tage häufig digital oder telefonisch für den Betrieb verfügbar, was von vielen als Belastung empfunden wird.

Viele Menschen in Deutschland sparen – vor allem bei Kleidung sowie beim Besuch von Restaurants, Cafés und Bars. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Kantar im Auftrag des Preisvergleichsportals Idealo.