Dienstreise: Kein Unfallversicherungsschutz bei Urlaubs-Übergang

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Im Anschluss an eine Dienstreise starten Berufstätige gerne mal direkt in ein verlängertes Wochenende oder in einen Urlaub. Unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen sie allerdings nur, solange sie unterwegs Tätigkeiten mit beruflichem Zusammenhang ausführen.

Vorbereitungen für den anstehenden Urlaub zum Beispiel sind während der Dienstreise nicht versichert. Das zeigt eine Entscheidung des Hessischen Landessozialgerichts (Az.: L 3 U 198/17), auf die die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) hinweist.

Sturz im Hotel auf dem Weg zum Telefon

In dem Fall ging es um eine Frau, die aus beruflichen Gründen an einem Kongress in Lissabon teilnahm. Sie wollte einen Urlaub in Portugal anschließen und bestellte sich ein Taxi, um einen Mietwagen vom Flughafen abzuholen. Auf dem Weg zum Telefon stürzte sie jedoch in ihrem Hotelzimmer und brach sich dabei den Oberschenkel.

Die Frau war nun der Meinung, es liege ein Arbeitsunfall vor. Die Berufsgenossenschaft lehnte eine Anerkennung als Arbeitsunfall aber ab, und die Klage der Frau gegen diese Entscheidung blieb erfolglos.

Grundsätzlich seien Beschäftigte zwar auch während einer Dienstreise unfallversichert, entschied das Gericht. Konkret komme es aber darauf an, ob die Betätigung zum Unfallzeitpunkt zur betrieblichen Tätigkeit gehört oder nicht.

Weg zum Flughafen war nicht Dienstreise-Rückweg

Die Frau sei gestürzt, als sie das Telefon habe erreichen wollen, um ein Taxi zu bestellen. Ihr letztes dienstliches Gespräch habe da 20 Stunden zurückgelegen. Auch wenn die Frau zum Flughafen gewollt habe, liege damit kein Wegeunfall vor - sie habe sich ja nicht auf dem Rückweg von der Dienstreise befunden, sondern auf dem Weg in den Urlaub. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Regionales Bier dominiert die Vorlieben der österreichischen Konsumenten. Der neue Bierkulturbericht der Brau Union zeigt außerdem, wie verbreitet alkoholfreies Bier ist und welche Unterschiede zwischen den Bundesländern bestehen.

Der weltweite Wellnessmarkt erreicht laut McKinsey ein Volumen von 2,7 Billionen US-Dollar. Eine neue Studie zeigt, wie sich Gesundheitsbewusstsein, Ernährungsgewohnheiten und die Nutzung Künstlicher Intelligenz verändern. Auch ältere Verbraucher beschäftigen sich zunehmend mit Wellness.

Wer eine Gehaltserhöhung erreichen möchte, sollte gut vorbereitet ins Gespräch mit dem Arbeitgeber gehen. Entscheidend sind die eigene Verhandlungsposition, überzeugende Argumente und ein souveränes Auftreten. Zwei Experten erklären, worauf es ankommt und welche Fehler Arbeitnehmer vermeiden sollten.

Seit der Hochphase der Corona-Pandemie hat mehr als die Hälfte der Unternehmen ihre Homeoffice-Möglichkeiten zurückgefahren. Dennoch sehen sie im mobilen Arbeiten spürbare Vorteile, so eine aktuelle Bitkom-Umfrage.

Gastronomie und Beherbergung haben laut Statistischem Bundesamt die niedrigsten Arbeitskosten aller untersuchten Wirtschaftszweige. Die Arbeitskostenerhebung 2024 zeigt zudem erhebliche regionale Unterschiede und mehr als doppelt so hohe Aufwendungen für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall wie 2008.

Im Gastgewerbe ist der Anteil von Beschäftigten in Führungspositionen höher als in jeder anderen Branche. 2025 lag er bei 11,5 Prozent. Bundesweit waren es lediglich 4,4 Prozent aller Erwerbstätigen.

Die Arbeitslosigkeit ist im Oktober niedriger als im Vormonat, aber auch höher als im Vorjahr. Regional ist die Arbeitslosigkeit weiterhin im Bundesland Bremen am höchsten. Auch die Lage auf dem Ausbildungsmarkt bleibt angespannt.

Die Säure macht Essig zum «Haltbarkeitsprofi», sagt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern. Trotzdem kann er kippen – woran Sie das erkennen und was dann noch hilft.

Mehr und mehr Unternehmen werden zu Sanierungsfällen. Der Kreditversicherer Allianz Trade rechnet dieses und nächstes Jahr mit nahezu je 26.000 Fällen. Besonders betroffen ist auch das Gastgewerbe.

Das Gastgewerbe verzeichnete 2025 rund 20.000 Unternehmensgründungen. Das waren 20,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig nahm aber auch die Zahl der Schließungen in der Branche deutlich zu.