Erlaubt oder nicht: Bei Pausenverzicht früher in den Feierabend?

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Wer keine Pause macht, spart sich die letzten 30 bis 60 Minuten des Arbeitstags. Zumindest ist das in einigen Unternehmen gang und gäbe. Aber ist das erlaubt?

Grundsätzlich gilt: Die Pause auszulassen und früher zu gehen sei nur möglich, wenn der Chef einverstanden ist, erläutert Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin.

Ob sich die Führungskraft aber darauf einlässt, ist zumindest fraglich. «Da bestimmte Pausenzeiten gesetzlich vorgeschrieben sind, hat auch der Arbeitgeber ein unbedingtes Interesse an deren Einhaltung», sagt Bredereck. Andernfalls riskiere er die Verhängung eines Bußgeldes.

Pausenregeln müssen eingehalten werden

Soweit es im Unternehmen feste Pausenregeln gibt, müssen sich auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer daran halten. Verstöße können im schlimmsten Fall eine Abmahnung oder im Wiederholungsfall auch eine Kündigung zur Folge haben.

Fachanwalt Bredereck räumt jedoch ein: «Die Praxis sieht in vielen Bereichen ganz anders aus, zum Beispiel in der Gastronomie oder in der Pflege.» Problematisch würden vom Arbeitgeber geduldete Verstöße für Beschäftigte vor allem dann, wenn der Arbeitgeber einen Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin loswerden will.

Wer in einem solchen Fall die Ausnahmegenehmigung oder die regelmäßige Duldung durch den Arbeitgeber nicht beweisen kann, riskiert dem Arbeitsrechtsexperten zufolge Nachteile im Kündigungsschutzprozess.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer senkt ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr deutlich. Erwartet wird nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 Prozent. DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov sprach von einer Doppelkrise.

Ob bei der Handwerkerrechnung, im Restaurant oder am Freibadkiosk: Fehler passieren. Mal wird zu viel berechnet, mal zu wenig. Für Betroffene stellt sich dann die Frage: Was tun? Müssen Sie auf den Fehler hinzuweisen?

Hafer, Soja, Mandel: Pflanzendrinks sind im Trend – und in der Diskussion. Sind sie tatsächlich gesünder als Kuhmilch, besser fürs Klima oder automatisch die richtige Wahl bei Allergien? Ein Faktencheck zeigt: Vieles ist pauschal falsch – manches stimmt weitgehend.

Das Gastgewerbe gehört weiterhin zu den Branchen mit einer überdurchschnittlich hohen Insolvenzquote in Deutschland. Laut Destatis lag die Zahl der Insolvenzen im Februar 2026 deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Die Finanzierung von Urlaubsreisen stellt für einen Teil der Bevölkerung eine Herausforderung dar. Wie aus einer aktuellen Erhebung hervorgeht, schränken finanzielle Engpässe die Reiseplanungen für zahlreiche Bürger ein, obwohl das grundsätzliche Interesse weiterhin besteht.

Eine Umfrage zeigt, dass viele Urlauber nicht auf die Kosten medizinischer Notfälle im Ausland vorbereitet sind. Viele Reisende müssen Arztrechnungen vor Ort per Vorkasse begleichen, verfügen jedoch über keine ausreichenden Rücklagen.

Sogenannte Mikroaggressionen wirken oft harmlos, können aber das Selbstvertrauen und die Energie von Betroffenen nachhaltig beeinträchtigen. Was hilft, um sich im Arbeitsalltag davon abzugrenzen?

Destatis meldet für März 2026 sinkende reale Umsätze im Gastgewerbe. Der DATEV Mittelstandsindex weist dagegen für April nominale Zuwächse aus, insbesondere im Gastgewerbe.

Mobile Zahlungen mit Smartphone oder Smartwatch werden in Deutschland häufiger genutzt. Das zeigt eine aktuelle Studie des EHI Retail Institute zu Bezahlverfahren im Handel und im Online-Geschäft.

Die Produktion von Fleischersatzprodukten in Deutschland ist 2025 erstmals seit Jahren leicht zurückgegangen. Gleichzeitig stieg nach Angaben von Destatis sowohl die Fleischproduktion als auch der rechnerische Fleischverbrauch pro Kopf.