Freigestellt - aber krank: Was ist mit offenen Urlaubstagen?

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Wer vom Arbeitgeber nach einer Kündigung freigestellt wird, dessen Urlaubsanspruch gilt in der Regel damit als abgegolten. Ein Sonderfall - der gar nicht selten vorkommt - tritt aber ein, wenn der oder die betroffene Beschäftigte in der Zeit der Freistellung arbeitsunfähig erkrankt. Darauf macht die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) aufmerksam. 

So hat das Landesarbeitsgericht Chemnitz entschieden, dass eine Freistellung den Urlaubsanspruch nur dann erfüllen könne, wenn der Arbeitnehmer in dem betreffenden Zeitraum arbeitsfähig war. Wer hingegen arbeitsunfähig erkrankt ist, hat Anspruch auf Urlaubsabgeltung in Geld, so Swen Walentowski vom DAV.

Abgeltung von 16 Urlaubstagen in Geld

In dem konkreten Fall klagte eine Frau, die während der Kündigungsfrist unter Anrechnung auf den Urlaub freigestellt war. Weil sie in der Zeit aber krank und arbeitsunfähig war, verlangte sie von ihrem Arbeitgeber eine Abgeltung der offenen Urlaubstage in Geld. Der Arbeitgeber weigerte sich. Die Klägerin legte daraufhin Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen für den gesamten Freistellungszeitraum vor.

Das Gericht gab der Frau recht und sprach ihr rund 1.403 Euro für die Abgeltung von insgesamt 16 Urlaubstagen zu. Die Freistellung war dem Urteil zufolge nicht geeignet, den Urlaubsanspruch zu erfüllen. Den vorgelegten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen komme ein hoher Beweiswert zu, den der Arbeitgeber nicht habe erschüttern können. Die Klägerin hatte daher Anspruch auf die beantragte Urlaubsabgeltung. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Viele Unternehmen in Deutschland rechnen durch den Einsatz von KI mit sinkenden Löhnen in den kommenden fünf Jahren. Jüngere Arbeitnehmer sind besonders häufig betroffen.

Der Tag der Linkshänder macht auf die alltäglichen Hürden von Linkshändern in einer auf Rechtshänder ausgerichteten Welt aufmerksam. Besonders hoch sind die im Job. Diese Hilfen stehen Linkshändern zu

Die deutsche Hauptstadt hat mit Blick auf den Tourismus im ersten Halbjahr weiter an Anziehungskraft verloren, insbesondere bei Gästen aus dem Ausland. Bei Touristen aus Deutschland entwickelten sich die Zahlen hingegen positiv.

Illegale Tricks zur Umgehung des Mindestlohns haben Beschäftigte, Sozialkassen und den Fiskus nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds binnen zehn Jahren bis zu 64 Milliarden Euro gekostet.

Krankheit kommt meist überraschend - und immer dann, wenn man sie nicht brauchen kann. Damit die Kollegen in dem Fall übernehmen können, hilft es, wenn eine Übergabe stattfindet. Aber kann der Chef einfordern, dass man die vom Krankenbett aus macht?

Die bayerischen Beherbergungsbetriebe haben im ersten Halbjahr mehr Gäste empfangen. Allerdings können nicht alle Bereiche des Tourismus profitieren - Gasthöfe und Pensionen leiden. Regional geht es vor allem für Mittelfranken nach oben.

Angesichts jahrelanger Konjunkturflaute ist die Übernahmequote von Lehrlingen nach der Ausbildung in Betrieben gesunken. Eine besonders schlechte Quote weist etwa die Landwirtschaft auf.

Unter den jüngeren Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland steigt der Anteil der Erwerbstätigen. Besonders Selbstständige sind oft viele Stunden pro Woche aktiv.

In den USA nehmen Fälle der Magen-Darm-Erkrankung Cyclosporiasis kein Ende. Bereits Hunderte Krankenhausaufenthalte hat der Parasit verursacht. Im Verdacht steht ein unscheinbares Lebensmittel.

Die Zahl der Brauereien in Deutschland ist im Jahr 2025 auf 1.415 gesunken - ein Rückgang um 3,6 Prozent. Fast alle Bundesländer sind betroffen, Ausnahmen bilden Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.