Future Skills: Was morgen im Job gefragt ist

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Wenn es um neue Anforderungen im Job geht, kommt man um einen Begriff nicht herum: Future Skills. Sprich jene Fähigkeiten, die in der Zukunft gebraucht werden, um im Beruf erfolgreich zu sein. Aber gilt das eigentlich für alle Bereiche? Und für alte Hasen genauso wie für Neueinsteiger? Experten geben einen Überblick.

Future Skills - was ist das überhaupt? 

Wissenschaftler von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes verstehen darunter überfachliche Kompetenzen und Fertigkeiten, die Menschen befähigen, Herausforderungen in der aktuellen und künftigen (digitalen) Arbeitswelt und im Alltag zu begegnen. 

Anders formuliert: «Fähigkeiten, die am Arbeitsmarkt relevant werden, die mit Technologie kombinierbar sind und idealerweise für den Mitarbeiter für Beschäftigungsstabilität sorgen», sagt Simon Janssen vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). 

Welche Future Skills sind jetzt entscheidend? 

«Für mich sind es nach wie vor die kognitiven und sozial-emotionalen Kompetenzen, die man braucht, um in der Arbeitswelt einen Vorteil zu haben», sagt Professor Kamal Bhattacharya, Prorektor für Forschung und Transfer an der IU Internationalen Hochschule in Erfurt. Dazu gehörten auch virale Kompetenzen – also die Fähigkeit, Inhalte und Ideen gezielt zu verbreiten.

Der KI-Experte sieht dabei vier Schwerpunkte: Wichtig sei, dass Mitarbeiter kritisch denken können und kreative Fähigkeiten besitzen. Das Zweite: Dass sie in der Lage sind, mit anderen zusammenzuarbeiten - also nicht nebeneinander her, sondern wirklich gemeinsam und miteinander an einem Ziel. 

«Der dritte Punkt ist: Immer genau zu wissen, wann man was lernen muss», so der Professor. Sprich: «Man muss gut seine eigenen Grenzen erkennen und dann feststellen können: Jetzt hänge ich hier fest - was muss ich nachlesen?» 

Und schließlich: Man muss die ethischen Konsequenzen seiner Arbeit reflektieren können und sich klarmachen: Wenn ich jetzt diese gewisse Entscheidung treffe - wer ist davon betroffen?

Was passiert, wenn ich Lücken in meinen Kompetenzen erkenne? 

Das ist gar nicht schlecht. Im Gegenteil! «In Deutschland braucht man immer ein bisschen länger als in den USA oder Asien, bis man mal jemanden fragt, wenn man etwas nicht weiß», so Bhattacharya. «Es tut offenbar weh, zu sagen: Ich weiß es nicht! Obwohl das eigentlich ein unglaublich starkes Statement ist.» 

Viele machen den Fehler und versuchen, ein Problem erst einmal allein zu lösen und darauf viel Zeit zu verwenden. «Dabei kann es viel besser sein, einfach ein kleines Team zusammenzustellen und zu sagen: Ich habe hier ein komplexes Problem, können wir das gemeinsam lösen?», sagt der Experte.

Natürlich ist auch die Künstliche Intelligenz inzwischen in der Lage, verschiedene Lösungsmöglichkeiten anzubieten. Aber diesen Output kritisch zu bewerten und in das eigene Denken zu integrieren, bleibt eine menschliche Kompetenz.

Lassen sich über kurz oder lang nicht alle Fähigkeiten durch KI ersetzen? 

«Nicht wirklich», so Arbeitsmarkt-Forscher Simon Janssen. «Alles, was mit Kreativität und Innovation zu tun hat, wird auch weiterhin gebraucht.» KI sei gut darin, bestehende Zusammenhänge und Prozesse zu kombinieren, könne aber nicht zwangsläufig neue Dinge erschaffen. 

Nach wie vor erforderlich seien auch kommunikative Fähigkeiten - wie etwa die eines Arztes, der einen Patienten über eine schwere Diagnose informieren muss. 

Welche Bedeutung haben soziale Fähigkeiten heute und in der Zukunft? 

Hier sind sich die Experten einig: Sie werden immer wichtiger. Zum einen, weil sich soziale Fähigkeiten eben nicht gut automatisieren lassen, zum anderen, weil wir uns aufgrund der Technologie immer mehr spezialisieren. Das führt dazu, dass wir immer mehr in Teams zusammenarbeiten. 

Und wie sieht es mit Fachwissen und Erfahrung aus? 

«Auch Fachwissen und Erfahrung werden wir in Zukunft dringend benötigen», sagt Simon Janssen. «Trotz aller Technologie und KI werden wir immer noch Menschen brauchen, die ein extrem tiefes Wissen über die Materie haben.» 

Was brauchen Beschäftigte, die schon länger im Job sind, um für die Zukunft fit zu sein?


«Wichtig ist, dass man flexibel und am Puls der Zeit bleibt», so Janssen vom IAB. Denn man kann nicht davon ausgehen, dass die Tätigkeit, die ich heute mache, auch morgen noch dieselbe sein wird. 

«Vor zehn Jahren konnte man wahrscheinlich noch gutes Geld damit verdienen, wenn man die Internetauftritte von Unternehmen programmieren konnte», so der Arbeitsökonom. «Heute kann jeder Unternehmer seine Website einfach selbst mit KI prompten.» Ein IT-Spezialist muss also heute digitale Lösungen entwickeln, die über reines Webdesign hinausgehen. 

Und was wird künftig aus jenen Mitarbeitern, die lieber «eigenbrötlerisch» für sich allein arbeiten? 

«Auch das ist natürlich in Ordnung», sagt Kamal Bhattacharya. Eine gewisse Diversität der Stärken sei auch ein Vorteil für ein Unternehmen. Das erfordere jedoch auch eine richtige Einschätzung der Führungskraft: «Wenn ich jemanden im Team habe, der lieber allein arbeitet, sollte man ihm auch Aufgaben geben, die er tatsächlich allein gut bewältigt.»


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