Gastgewerbe in Hessen rechnet mit Umsatzverlust in Milliardenhöhe

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Das hessische Gastgewerbe stellt sich wegen der Corona-Pandemie mit monatelangen Einschränkungen auf Milliardeneinbußen ein. Der DEHOGA rechnet mit einem Umsatzverlust in Höhe von 3,85 Milliarden Euro, wie Hauptgeschäftsführer Julius Wagner der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden sagte. Das sei rund ein Drittel des normalen Jahresumsatzes. Im Jahr 2018 hatte das hessische Gastgewerbe noch einen Gesamtumsatz von 9,8 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Die Gastronomen hätten sich zwar mit Weihnachts- und Silvestermenüs zum Liefern vorbereitet, erklärte Wagner. Damit erzielten die Betriebe zwar auch gewisse Umsätze. Diese machten aber nur rund 20 Prozent eines normalen Dezember-Umsatzes aus. Auch bei den in Hessen an den Feiertagen offenen Hotels sei nur ein geringes Geschäft gemacht worden. Nur etwa 30 Prozent der Hotels hätten in der Zeit überhaupt geöffnet.

Der Verband sorge sich um unverschuldete Insolvenzen, sagte Wagner. Deshalb sei auch die rasche Auszahlung der finanziellen Hilfen für die Betriebe so wichtig, um sie vor dem Aus zu bewahren. Dabei gehe es gerade auch um inhabergeführte Familienunternehmen, die etwa einen Cafébetrieb mit zugehöriger Bücherei haben oder Landgasthöfe. Diese dürften bei den Anträgen für Finanzhilfen nicht durch das Raster fallen.

Die Zahl der Unternehmen, die sich akut in ihrer Existenz gefährdet sehen, steige, je länger die Wirtschaftshilfen auf sich warten ließen, mahnte der Hauptgeschäftsführer. Bei der jüngsten Dehoga-Umfrage zur wirtschaftlichen Lage im Gastgewerbe im Dezember hätten über 73 Prozent der Befragten angegeben, sich Sorgen um den Unternehmensfortbestand zu machen. Der Unmut in der Branche wegen der zähen Auszahlungen sei groß.

Der bundesweite Corona-Lockdown besteht zunächst bis zum 10. Januar. Bis dahin gilt für die Gastronomie, dass Restaurants Essen zum Abholen oder Ausliefern anbieten dürfen. In den Gaststätten darf aber niemand Platz nehmen. Übernachtungsangebote im Inland sind nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke erlaubt. Am 5. Januar soll in einer Bund-Länder-Schalte über die weiteren Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie entschieden werden. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer senkt ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr deutlich. Erwartet wird nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 Prozent. DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov sprach von einer Doppelkrise.

Ob bei der Handwerkerrechnung, im Restaurant oder am Freibadkiosk: Fehler passieren. Mal wird zu viel berechnet, mal zu wenig. Für Betroffene stellt sich dann die Frage: Was tun? Müssen Sie auf den Fehler hinzuweisen?

Hafer, Soja, Mandel: Pflanzendrinks sind im Trend – und in der Diskussion. Sind sie tatsächlich gesünder als Kuhmilch, besser fürs Klima oder automatisch die richtige Wahl bei Allergien? Ein Faktencheck zeigt: Vieles ist pauschal falsch – manches stimmt weitgehend.

Das Gastgewerbe gehört weiterhin zu den Branchen mit einer überdurchschnittlich hohen Insolvenzquote in Deutschland. Laut Destatis lag die Zahl der Insolvenzen im Februar 2026 deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Die Finanzierung von Urlaubsreisen stellt für einen Teil der Bevölkerung eine Herausforderung dar. Wie aus einer aktuellen Erhebung hervorgeht, schränken finanzielle Engpässe die Reiseplanungen für zahlreiche Bürger ein, obwohl das grundsätzliche Interesse weiterhin besteht.

Eine Umfrage zeigt, dass viele Urlauber nicht auf die Kosten medizinischer Notfälle im Ausland vorbereitet sind. Viele Reisende müssen Arztrechnungen vor Ort per Vorkasse begleichen, verfügen jedoch über keine ausreichenden Rücklagen.

Sogenannte Mikroaggressionen wirken oft harmlos, können aber das Selbstvertrauen und die Energie von Betroffenen nachhaltig beeinträchtigen. Was hilft, um sich im Arbeitsalltag davon abzugrenzen?

Destatis meldet für März 2026 sinkende reale Umsätze im Gastgewerbe. Der DATEV Mittelstandsindex weist dagegen für April nominale Zuwächse aus, insbesondere im Gastgewerbe.

Mobile Zahlungen mit Smartphone oder Smartwatch werden in Deutschland häufiger genutzt. Das zeigt eine aktuelle Studie des EHI Retail Institute zu Bezahlverfahren im Handel und im Online-Geschäft.

Die Produktion von Fleischersatzprodukten in Deutschland ist 2025 erstmals seit Jahren leicht zurückgegangen. Gleichzeitig stieg nach Angaben von Destatis sowohl die Fleischproduktion als auch der rechnerische Fleischverbrauch pro Kopf.