Gastgewerbe verfehlt Vorkrisenniveau im Jahr 2025 deutlich

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Das deutsche Gastgewerbe hat das Kalenderjahr 2025 mit einem signifikanten Umsatzrückgang gegenüber dem Zeitraum vor der Corona-Pandemie abgeschlossen. Wie aus den aktuellen Zahlen hervorgeht, lag der preisbereinigte Erlös im Jahr 2025 real um 14,8 Prozent unter dem Niveau von 2019. Zwar konnte nominal – also nicht preisbereinigt – ein Zuwachs von 11,6 Prozent im Vergleich zu 2019 verzeichnet werden, dieser ist jedoch primär auf die Inflation zurückzuführen.

Bilanz der vergangenen zwölf Monate

Im direkten Vergleich zum Vorjahr 2024 verbuchten die Betriebe im Jahr 2025 ein reales Minus von 2,1 Prozent. Nominal stiegen die Umsätze in diesem Zeitraum lediglich um 1,4 Prozent. Besonders deutlich zeigte sich die Entwicklung im Monat Dezember 2025: Hier sank der reale Umsatz im Vorjahresvergleich um 2,2 Prozent, während er nominal um 1,3 Prozent zunahm. Verglichen mit dem Dezember 2019 lag das reale Defizit zum Jahresende sogar bei 18,0 Prozent, trotz eines nominalen Plus von 7,6 Prozent.

Ursachen für die wirtschaftliche Entwicklung

Der Branchenverband Dehoga sieht in den Zahlen eine Bestätigung für die schwierige Lage der Gastgeber. Das Gastgewerbe blickt demnach auf das sechste Verlustjahr in Folge zurück. Als Hauptgründe für die ausbleibende Erholung werden die gesamtwirtschaftliche Schwäche sowie eine anhaltende Konsumzurückhaltung der Gäste angeführt. Hinzu kommen massiv gestiegene Ausgaben in den Bereichen Nahrungsmittel, Energie und Personal, die seit dem Jahr 2022 die Betriebe belasten. Laut Verband führen nominale Umsatzsteigerungen aufgrund dieser Kostenstruktur in der Regel nicht zu höheren Gewinnen.

Forderungen an die Politik

Angesichts der wirtschaftlichen Situation verweist die Branche auf die Bedeutung der seit dem 1. Januar 2026 geltenden 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie. Diese sei ein wichtiger Baustein zur Stabilisierung. Um die Zukunftsfähigkeit zu sichern, drängt der Verband zudem auf die Umsetzung angekündigter Reformen aus dem Koalitionsvertrag. Konkret werden mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten im Rahmen der europäischen Richtlinien, ein Abbau von Bürokratie sowie steuerliche Entlastungen und Investitionsanreize für mittelständische Unternehmen gefordert.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern in Deutschland ist 2025 auf 252 Stück gestiegen. Trotz sinkender Hennenbestände konnte die heimische Produktion durch eine höhere Legeleistung stabil gehalten werden.

Wer von der Firma ein Fahrrad gestellt bekommt, muss dafür in der Regel auf einen Teil seines Bruttolohns verzichten. Und das ist noch nicht alles. Echte Diensträder indes sind eher selten.

Rund 7,7 Millionen Menschen – knapp jeder fünfte Arbeitnehmer – verdienten im vergangenen Jahr weniger als 15 Euro brutto pro Stunde. Besonders betroffen zeigt sich das Gastgewerbe, in dem über 1,1 Millionen Beschäftigte unter dieser Marke liegen.

Die vierte Premier Inn-Schlafstudie offenbart eine deutliche Zunahme von Einschlafproblemen bei Männern und ein wachsendes Nord-Süd-Gefälle bei der nächtlichen Ruhezeit der Deutschen.

Zehntausende Urlauber können nicht zur Arbeit, weil sie im Nahen Osten noch auf eine Gelegenheit zur Rückreise warten. Bezahlt werden Sie nicht. Gibt es wenigstens staatliche Unterstützung?

Die Mittagspause in Deutschland schrumpft: Laut einer neuen Compass-Studie nehmen sich immer weniger Beschäftigte Zeit für eine Hauptmahlzeit, während der Stresspegel steigt. Die Ergebnisse verdeutlichen eine wachsende Schere zwischen dem Wunsch nach Erholung und der betrieblichen Realität.

Düsseldorf meldet für 2025 einen neuen Übernachtungsrekord von 5,67 Millionen. Während die Internationalisierung und das Messegeschäft boomen, kämpft die Hotellerie trotz Rekordnachfrage mit sinkenden Raten.

Die Beschäftigung im Gastgewerbe sinkt erstmals seit einem Jahr wieder unter das Vorkrisenniveau. Während die Zahl der offenen Stellen leicht steigt, melden Hotellerie und Gastronomie wachsende Arbeitslosenzahlen.

Wer gerade im Nahen Osten festsitzt, kann höchstens mobil arbeiten. Warum das arbeitsrechtlich womöglich heikel ist und welche Risiken Arbeitgeber und Beschäftigte in solchen Fällen kennen sollten.

Struktureller Wandel bei der dfv Mediengruppe: Die eigenständige redaktionelle Arbeit der Fachmedien tw tagungswirtschaft und m+a report wird zum 31. März 2026 eingestellt. Die Marken werden in die veranstaltungsorientierte dfv Conference Group überführt.