Gastgewerbe verzeichnet verhaltenen Jahresauftakt 2026

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Nach einem wirtschaftlich schwierigen Vorjahr blickt das deutsche Gastgewerbe mit gemischten Gefühlen auf das laufende Jahr. Eine aktuelle Mitgliederumfrage des Branchenverbandes Dehoga verdeutlicht die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Betriebe. Während das Jahr 2025 erneut durch Rückgänge bei Umsatz und Übernachtungszahlen geprägt war, bleibt die Stimmung zu Beginn des neuen Jahres gedrückt.

Wirtschaftliche Lage und Erwartungshaltung

Die Ergebnisse der Umfrage zeichnen ein deutliches Bild der aktuellen Situation. Lediglich 19,3 Prozent der teilnehmenden Unternehmer bewerten ihre derzeitige Geschäftslage als gut. Demgegenüber stehen 43 Prozent der Befragten, die ihre Lage als befriedigend einstufen, während 26 Prozent diese als schlecht bezeichnen.

Auch der Ausblick auf das restliche Jahr 2026 ist von Zurückhaltung geprägt. Eine Mehrheit von 58,1 Prozent der Betriebe äußert sich verhalten bezüglich der kommenden Monate. Optimistisch zeigen sich hingegen 21,8 Prozent der Befragten, was unter anderem auf die Erwartung einer sich stabilisierenden Konjunktur im Jahr 2026 zurückgeführt wird.

Personalkosten und Bürokratie belasten die Betriebe

Bei der Analyse der größten betrieblichen Herausforderungen rücken insbesondere die Kostenstrukturen in den Fokus. Mit 75,2 Prozent stellen die Personalkosten den mit Abstand größten Belastungsfaktor für die Gastgeber dar. In diesem Zusammenhang wird der Mindestlohn sowie dessen Folgewirkungen als existenzbedrohend für die Branche eingestuft.

Neben den Lohnkosten identifizieren die Umfrageteilnehmer weitere erhebliche Belastungen:

  • Die bürokratischen Anforderungen belasten 67 Prozent der Betriebe.

  • Die Energiekosten stellen für 65,7 Prozent ein dringendes Problem dar.

  • Die Kosten für den Einkauf von Lebensmitteln und Getränken liegen für 64,6 Prozent der Befragten auf einem hohen Niveau.

Forderungen nach politischen Reformen

Angesichts der Datenlage mahnt die Verbandsspitze zügige Veränderungen an. Dehoga-Präsident Guido Zöllick erklärte dazu im Gespräch mit dem Handelsblatt: „Nach sechs Verlustjahren braucht es jetzt Tempo bei der Umsetzung der angekündigten Reformen für weniger Bürokratie, mehr Flexibilität und spürbare Entlastungen der Betriebe – damit der Aufschwung gelingt. Wir brauchen einen konsequenten politischen Kurswechsel, der Mut macht und neue Perspektiven schafft“.

Der Verband nutzt die Ergebnisse der Erhebung, um das realistische Bild der wirtschaftlichen Situation sowie die spezifischen Belastungen der Branche gegenüber Politik und Medien zu kommunizieren und auf den bestehenden Handlungsbedarf hinzuweisen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die deutsche Tourismusbranche vermeldet für das Jahr 2025 einen neuen Übernachtungsrekord von 497,5 Millionen Gästen. Während die Hotellerie leichte Einbußen verzeichnete, boomte insbesondere das Camping-Segment.

Die Vergütungen für angehende Fachkräfte im Gastgewerbe steigen: Mit durchschnittlich 1.229 Euro liegen die dreijährigen Ausbildungsberufe der Branche über dem Gesamtschnitt aller dualen Berufe von 1.209 Euro. Eine Auswertung des DEHOGA beleuchtet zudem die Unterschiede zwischen Handwerk, öffentlichem Dienst und tarifgebundenen Betrieben.

Warnstreiks im öffentlichen Dienst können berufstätige Eltern und Pendler vor Probleme stellen. Wer zu spät kommt, riskiert mehr als nur Ärger. Warum frühzeitige Absprachen wichtig sind.

Kaffee gehört zu den beliebtesten Getränken in Deutschland. Nur mit Blick auf die Gesundheit ist sein Ruf nicht immer der Beste. Was stimmt im Hinblick auf Koffein - und was nicht?

Aktuelle Daten des YouGov Shopper Panels belegen ein deutliches Wachstum im Bio-Sektor für das Jahr 2025. Trotz allgemeiner Preissensibilität steigen Umsatz und Absatz, wobei die Kaufmotive je nach sozialem Milieu stark variieren.

Während in vielen deutschen Großstädten die Ausgaben für Alkohol im Januar deutlich zurückgehen, zeigt München eine andere Tendenz: In der bayerischen Landeshauptstadt stiegen die Warenkorbwerte im Alkoholfachhandel um über 15 Prozent an. In der Gastronomie sank der Durst nur minimal.

Immer weniger Menschen in Deutschland können sich vorstellen, ihren Job zu wechseln. Gerade in den jüngeren Generationen hat die Bereitschaft zum Jobwechsel in den vergangenen Jahren abgenommen.

Immer weniger Menschen in Deutschland können sich vorstellen, ihren Job zu wechseln. Das hat eine neue Forsa-Umfrage im Auftrag des Karrierenetzwerks Xing ergeben. Zwei Drittel der Befragten gaben demnach an, offen dafür zu sein, den aktuellen Arbeitgeber zu verlassen. Das seien so wenig wie seit fünf Jahren nicht mehr. 

Deutschland verzeichnet im EU-Vergleich den höchsten Anteil an Erwerbstätigen in der Altersgruppe von 55 bis 64 Jahren. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes verdeutlichen den demografischen Wandel am Arbeitsmarkt.

Per WhatsApp oder Signal lässt sich viel erledigen - eine Kündigung gehört nicht dazu. Die Kündigung eines Arbeitsvertrags per Nachricht einer Messenger-App ist rechtlich nicht wirksam. Darauf weist die Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer hin.