Hürden im Job: Was dürfen Linkshänder vom Chef verlangen?

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Die Maus liegt falsch, das Werkzeug tut nicht, was es soll, und so ziemlich alles an Materialien ist irgendwie unpraktisch angeordnet: Unser Arbeitsalltag ist für Rechtshänder gemacht. Das kann für Linkshänder herausfordernd bis überfordernd sein. Muss der Arbeitgeber hier tätig werden?

Ganz klar: Ja. «Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Arbeitnehmer geeignete Arbeitsmittel zur Erbringung der Arbeitsleistung zur Verfügung zu stellen», so Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Das steht so im Arbeitsschutzgesetz und in der Arbeitsstättenverordnung.

Das heißt: Der Arbeitgeber muss Linkshändern für sie geeignete Computermäuse, Scheren oder andere Arbeitsmittel speziell für Linkshänder auf seine Kosten zur Verfügung zu stellen. Das klingt machbar. Aber was gilt bei schwerem Gerät? 

Manchmal muss auch eine neue Maschine her

Auch teure Maschinen können für Linkshänder ungeeignet sein. «Maschinen sind, soweit mit vertretbarem Aufwand möglich, entsprechend anzupassen», so Bredereck. Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber proaktiv entsprechende Gefahren für seine linkshändigen Arbeitnehmer ermitteln und diesen entsprechend begegnen. 

Darf er auch verlangen, dass ich an Geräten arbeite, die für Rechtshänder konzipiert sind? Jedenfalls dann nicht, wenn die Arbeit mit solchen Geräten zu einer Gesundheitsgefährdung führen würde, so der Fachanwalt. Allein die Tatsache, dass bei bestimmten Arbeitsmitteln Geräte speziell für Linkshänder entwickelt wurden, sei bereits ein Indiz für den Anspruch des Arbeitnehmers auf Bereitstellung durch den Arbeitgeber.

Bei der Bewerbung ist Lügen erlaubt

Muss ich bei der Bewerbung sagen, dass ich Linkshänder bin beziehungsweise darf der Arbeitgeber das fragen? «Nein», so Alexander Bredereck. «Fragen darf der Arbeitgeber in der Regel nicht. Daher darf man notfalls sogar lügen.» (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Studie zur Außengastronomie zeigt, dass Kartenzahlung von Gästen überwiegend positiv bewertet wird. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, haben 79 Prozent der Befragten bereits einen Besuch in einem saisonalen Gastronomiebetrieb eingeplant, während 77 Prozent die Möglichkeit zur Kartenzahlung grundsätzlich begrüßen.

Die Stimmung der deutschen Verbraucher ist vor allem wegen der Folgen des Iran-Krieges schlecht. Die Einkommenserwartungen sind eingebrochen, Inflationsängste machen sich breit und drücken auf die Kauflaune.

Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt, dass 72 Prozent der deutschen Unternehmen die Frauenförderung organisatorisch verankert haben, wobei in fast jedem zweiten Betrieb die Geschäftsführung direkt zuständig ist.

Die Sächsische Landesbibliothek hat den Nachlass der DDR-Kochbuchautorin Ursula Winnington übernommen. Die Sammlung der DDR-Kochbuchikone soll künftig im Deutschen Archiv der Kulinarik für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich sein.

Wenn die Kita zu ist, muss das Kind zu Hause betreut werden. Aber wie, wenn die Eltern doch eigentlich arbeiten müssen? Eine mögliche Lösung: Urlaub beantragen. Aber muss der Arbeitgeber den auch zwingend genehmigen?

Der Personalmangel in der deutschen Wirtschaft zwingt Unternehmen zunehmend zum Umdenken bei der Arbeitsplatzgestaltung. Eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom liefert dazu nun Zahlen aus der Industrie, die als Blaupause für andere Branchen dienen könnten.

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, Loyalität und Fachwissen: Solche Eigenschaften galten früher im Job als unabdingbar. Und heute? Was verbirgt sich hinter den «Future Skills» - und wer braucht sie?

Seit Mitte März gibt es in Deutschland frischen Spargel. Die Lust auf das Stangengemüse ist 2025 aber etwas gesunken, wie neue Daten zeigen. Besonders eine Gruppe kann mit Spargel wenig anfangen.

Der reale Umsatz im deutschen Gastgewerbe blieb im Februar 2026 gegenüber dem Vormonat unverändert, während er im Vorjahresvergleich preisbereinigt deutlich sank. Besonders die Gastronomie verzeichnete im Vergleich zum Februar 2025 spürbare reale Einbußen.

Die Umsätze im nordrhein-westfälischen Gastgewerbe liegen 2025 weiterhin unter dem Niveau von 2016. Das zeigen vorläufige Zahlen des Landesamts IT.NRW.