Humanoide Roboter als Mittel gegen die Fachkräftelücke?

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Der Personalmangel in der deutschen Wirtschaft zwingt Unternehmen zunehmend zum Umdenken bei der Arbeitsplatzgestaltung. Eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom liefert dazu nun Zahlen aus der Industrie, die als Blaupause für andere Branchen dienen könnten. Laut einer repräsentativen Befragung unter 555 Industrieunternehmen sehen demnach 58 Prozent der Betriebe in humanoiden Robotern ein wirksames Mittel, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Lösungsansätze für Branchen mit hohem Personalbedarf

Die zur Hannover Messe veröffentlichten Daten zeigen, dass die Industrie die menschenähnliche Robotik längst nicht mehr nur als technologische Spielerei betrachtet. Neben der reinen Arbeitskraft steht die Sicherheit im Fokus: 68 Prozent der Unternehmen sind der Auffassung, dass humanoide Roboter Arbeitsunfälle reduzieren können, indem sie gefährliche oder körperlich belastende Aufgaben übernehmen. Bitkom-Vizepräsidentin Dr. Tanja Rückert betont, dass diese Systeme die Unternehmen leistungsfähiger machen können, wo Personal fehlt oder Arbeiten besonders risikobehaftet sind – eine Problematik, die sich eins zu eins auf die Belastungsgrenzen im Gastgewerbe übertragen lässt.

Akzeptanz in der Belegschaft entscheidender Erfolgsfaktor

Trotz der theoretischen Vorteile ist die praktische Umsetzung noch am Anfang. Aktuell setzen lediglich 6 Prozent der Industrieunternehmen humanoide Roboter ein, während 10 Prozent eine Einführung planen. Ein wesentliches Hindernis stellt die interne Stimmung dar: Laut Mitteilung geben 62 Prozent der Betriebe an, dass ihre Mitarbeiter der Technologie skeptisch gegenüberstehen. Häufig wird die Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes als Grund angeführt. Dr. Tanja Rückert führt dazu aus, dass die Technologie den Menschen unterstützen und die Wettbewerbsfähigkeit sichern soll, was letztlich bestehende Jobs erhält. Hierfür sei es entscheidend, die Belegschaft frühzeitig einzubinden und durch Weiterbildung Berührungsängste abzubauen.

Die langfristige Erwartungshaltung der Wirtschaft ist eindeutig. Insgesamt können sich 97 Prozent der befragten Industrieunternehmen vorstellen, dass humanoide Roboter in der Breite der Produktion zum Einsatz kommen. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Gastgewerbe verzeichnete im August 2026 laut DATEV ein Umsatzplus von 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Löhne stiegen in der Branche.

Viele Bewerber wünschen sich individuelle und zeitnahe Absagen, erleben einer Umfrage zufolge jedoch häufig Standardformulierungen, lange Wartezeiten oder ausbleibende Rückmeldungen. Eine schlechte Absage habe bei 65,0 Prozent zur Folge, dass sie sich nicht erneut bei dem betreffenden Arbeitgeber bewerben würden.

Vor dem Start des Oktoberfests zeigt eine Analyse von Visa, wie stark die Wiesn die Wirtschaft bewegt. Während der Festwochen 2025 stiegen die Ausgaben in München um 30 Prozent gegenüber gewöhnlichen Sommertagen. An Spitzentagen erreichte das Plus fast 70 Prozent.

Wenn es um einen Kunden-, Messe- oder Fortbildungsbesuch, dann brauchen Arbeitnehmer eine Möglichkeit, dort hinzukommen. Doch was, wenn der Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu beschwerlich oder nicht machbar ist? Darf der Chef dann verlangen, dass Angestellte ihr eigenes, privates Auto verwenden?

Die Mehrheit der Erwerbstätigen ist laut einer Umfrage bereit, mehr zu arbeiten - sofern die Rahmenbedingungen dafür stimmen. Zugleich empfindet jeder Zweite die politische Debatte um längere Arbeitszeit als demotivierend.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 um 6,7 Prozent gestiegen. Das Gastgewerbe weist mit 59,6 Fällen je 10.000 Unternehmen eine der höchsten Insolvenzhäufigkeiten auf.

Eine Studie von HolidayCheck zeigt, dass fast ein Drittel der Online-Bewerter bereits den Verlust eigener Rezensionen erlebt hat. Die negativen Erfahrungen hinterlassen spürbare Spuren bei den Verbrauchern.

Überregulierung und Bürokratie belasten nach Einschätzung von Steuerberatern den Mittelstand in Deutschland weiterhin am stärksten. Nach aktuellen Daten des DATEV-Seismografen sehen 83 Prozent der Befragten ihre Mandanten von diesen Hürden betroffen.

Die Sachbezugswerte für Verpflegung sollen 2027 steigen. Für Mittag- und Abendessen sind 4,70 Euro vorgesehen, wodurch unter den steuerrechtlichen Voraussetzungen Essenszuschüsse von bis zu 7,80 Euro möglich werden.

Tageskarte erreicht jeden Tag Menschen, die Hotels und Restaurants führen, ausstatten, beliefern und weiterentwickeln.

Wenn Sie dieser Branche etwas zu sagen – oder zu verkaufen – haben, bringen wir Sie zusammen.