Kinder bei der Bewerbung angeben oder nicht?

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Niemand ist verpflichtet, in seinem Bewerbungsschreiben zu erwähnen, dass er oder sie Kinder hat. «Es kann Ihnen keiner einen Strick daraus drehen, wenn Sie das nicht erwähnen», sagt Volker Görzel. Er ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Köln und Mitglied im Verband deutscher Arbeitsrechtsanwälte (VDAA).

Frage nach Kindern verboten

Und auch im Vorstellungsgespräch muss man den potenziellen Arbeitgeber nicht über seinen Familienstand informieren. «Es gibt viele Fragen, die im Bewerbungsgespräch verboten sind», sagt der Anwalt. Dennoch versuchten Arbeitgeber immer wieder, etwa auch die Frage nach Kindern zu platzieren.

Wie Mütter oder Väter darauf reagieren sollten, dafür gebe es keinen allgemeingültigen Rat. «Da brauchen Sie Fingerspitzengefühl», sagt Volker Görzel. Rechtlich gesehen könne man eine Antwort darauf verweigern.

Auf der anderen Seite könne es manchmal auch verbinden, Kinder zu haben. «Ich hatte tatsächlich den Fall, dass eine Bewerberin genommen wurde, weil sie ein Kind hat», erzählt der Anwalt. Zwischen ihr und der Chefin habe es «gefunkt», weil ihre Kinder auf die gleiche Schule gehen sollten.

Bei Anstellung Arbeitgeber informieren

Auch wenn im Bewerbungsverfahren Kinder kein Thema sein müssen, sollten Väter und Mütter spätestens bei einer Anstellung den Arbeitgeber informieren. «Denn der Familienstand wirkt sich auf die Gehaltsabrechnung aus», sagt Görzel. Damit Arbeitnehmer monatlich über den Kinderfreibetrag Steuern sparen, muss der Arbeitgeber Bescheid wissen.

Auch wenn Kündigungen ausgesprochen werden müssen, sind Kinder noch einmal ein wichtiger Aspekt. «In der Regel sind diejenigen, die verheiratet sind und Kinder haben, eher geschützt als die unverheirateten Kinderlosen», sagt der Anwalt. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Gastgewerbe gehört weiterhin zu den Branchen mit einer überdurchschnittlich hohen Insolvenzquote in Deutschland. Laut Destatis lag die Zahl der Insolvenzen im Februar 2026 deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Die Finanzierung von Urlaubsreisen stellt für einen Teil der Bevölkerung eine Herausforderung dar. Wie aus einer aktuellen Erhebung hervorgeht, schränken finanzielle Engpässe die Reiseplanungen für zahlreiche Bürger ein, obwohl das grundsätzliche Interesse weiterhin besteht.

Eine Umfrage zeigt, dass viele Urlauber nicht auf die Kosten medizinischer Notfälle im Ausland vorbereitet sind. Viele Reisende müssen Arztrechnungen vor Ort per Vorkasse begleichen, verfügen jedoch über keine ausreichenden Rücklagen.

Sogenannte Mikroaggressionen wirken oft harmlos, können aber das Selbstvertrauen und die Energie von Betroffenen nachhaltig beeinträchtigen. Was hilft, um sich im Arbeitsalltag davon abzugrenzen?

Destatis meldet für März 2026 sinkende reale Umsätze im Gastgewerbe. Der DATEV Mittelstandsindex weist dagegen für April nominale Zuwächse aus, insbesondere im Gastgewerbe.

Mobile Zahlungen mit Smartphone oder Smartwatch werden in Deutschland häufiger genutzt. Das zeigt eine aktuelle Studie des EHI Retail Institute zu Bezahlverfahren im Handel und im Online-Geschäft.

Die Produktion von Fleischersatzprodukten in Deutschland ist 2025 erstmals seit Jahren leicht zurückgegangen. Gleichzeitig stieg nach Angaben von Destatis sowohl die Fleischproduktion als auch der rechnerische Fleischverbrauch pro Kopf.

Nichts mehr zu tun, aber noch Arbeitszeit übrig? Einfach so nach Hause kann man dann meist nicht – der Arbeitgeber hat nämlich noch ein paar Optionen.

Der weltweite Weinkonsum ist im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit 1957 gesunken. Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Daten der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) berichtet, lag der Konsum bei 208 Millionen Hektolitern. Das entspricht einem Rückgang von 2,7 Prozent gegenüber 2024 und von 14 Prozent gegenüber 2018.

Nachdem viele Beschäftigte in der Corona-Pandemie dem Thüringer Gastgewerbe den Rücken gekehrt haben, hat die Branche die Lücken verstärkt mit ausländischen Mitarbeitern gefüllt. Ihre Zahl ist um 63 Prozent gestiegen.