Kochboxenversender Hellofresh kappt Gewinnziel - Aktien brechen ein

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Die Aktien des Kochboxenversenders Hellofresh sind am Donnerstag nach einem gekappten Gewinnziel eingebrochen. Am Morgen sackte der Kurs um 19 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit März. Hellofresh hatte die Kürzungen an den Zielen für den Umsatz und den operativen Gewinn am Mittwochabend auch mit unerwarteten Problemen im wichtigsten Einzelmarkt USA begründet. Ein Händler sagte, dass die Glaubwürdigkeit des Kochboxenversenders nun ein Problem sei. Denn schließlich seien die Ziele erst vor drei Wochen bei der Vorlage von Quartalszahlen bestätigt worden.

Deutlicher wird der Wertverlust für Anleger, die das Papier seit einem Jahr im Depot halten. Sie müssen mit rund 37 Prozent weniger zurechtkommen. Wer vor zwei Jahren eine Hellofresh-Aktie gekauft und seitdem daran festgehalten hat, hat mittlerweile über 80 Prozent verloren. Damals hatten die Scheine aber auch außerordentlich von Effekten aus der Corona-Pandemie profitiert.

Das im MDax gelistete Unternehmen hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass sowohl Umsatz als auch operativer Gewinn kleiner ausfallen dürften als bisher erwartet. Der Konzernumsatz werde währungsbereinigt lediglich um zwei bis fünf Prozent statt um bis zu acht Prozent steigen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) dürfte jetzt nur 430 Millionen bis 470 Millionen Euro erreichen. Bisher hatte das Management 470 Millionen bis 540 Millionen in Aussicht gestellt.

Die Probleme sollen nach Unternehmensangaben nur temporärer Natur sein und nicht bis ins neue Jahr andauern. Der Konzern begründete die Entwicklung mit überraschend geringen Neukundenzahlen. Zudem zieht sich in Arizona das Hochfahren der neuen Produktionsstätte in die Länge. Und in Illinois dauerte die geplante Wartung einer Produktionsstätte länger als angenommen. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Erhöhung des Mindestlohns zum Jahreswechsel hinterlässt deutliche Spuren im Gastgewerbe: Die Löhne stiegen im Januar 2026 um 6,1 Prozent. Gleichzeitig verzeichnet die Branche mit einem Minus von 3,2 Prozent den stärksten Beschäftigungsrückgang im gesamten deutschen Mittelstand.

Aktuelle Daten zeigen die Insolvenzwelle im britischen Gastgewerbe des Jahres 2025. Trotz eines leichten Rückgangs der Fallzahlen im vierten Quartal belasten hohe Lohnkosten, Personalmangel und steuerliche Änderungen die Branche weiterhin massiv.

Das deutsche Gastgewerbe blickt auf ein schwieriges Jahr 2025 zurück: Trotz nominaler Zuwächse sank der reale, preisbereinigte Umsatz um 2,1 Prozent. Auch der Dezember dämpfte die Bilanz mit Rückgängen in der Gastronomie.

In der deutschen Wirtschaft sind zum Jahresende keine zusätzlichen Jobs mehr entstanden. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts endete im vierten Quartal 2025 die langjährige Zunahme bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen.

Die Inflation in Deutschland hat zum Jahresbeginn 2026 wieder an Fahrt gewonnen. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate im Januar bei 2,1 Prozent. Für das Gastgewerbe zeigt die amtliche Statistik eine spezifische Entwicklung: Das Preisniveau für Speisen in der Gastronomie blieb im Vergleich zum Vormonat stabil.

Nach einer Abmahnung ist das Arbeitsverhältnis nicht immer final zerrüttet. Wer jetzt das Gespräch sucht und eine klare Strategie zeigt, gewinnt in jedem Fall. Was beachtet werden muss.

Präzision am Herd und Souveränität am Gast: Bei den Saarländischen Jugendmeisterschaften 2026 setzte sich der gastronomische Nachwuchs gegen starke Konkurrenz durch. In Spiesen-Elversberg wurden die besten Azubis in den Kategorien Küche, Restaurant und Hotel gekürt.

Zu wenig Lohn, zu lange Arbeitszeit, fehlende Stundenzettel: Nach Erkenntnissen des Zolls verletzen Tausende Arbeitgeber die Vorgaben zum gesetzlichen Mindestlohn. Im Gast- und Hotelgewerbe kam es laut Finanzministerium zu besonders vielen Verstößen.

Sofa, neue Winterjacke oder Restaurantbesuch? Eine Umfrage zeigt, bei welchen Ausgaben sich Verbraucherinnen und Verbraucher besonders beschränken. Lebensmittel sind es nicht.

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) unterstützt kleine Betriebe mit dem Kompetenzzentrenmodell und digitalen Werkzeugen bei der Umsetzung des Arbeitsschutzes. Das Angebot richtet sich an Unternehmen mit bis zu 20 Beschäftigten.